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Rathenow Hitzige Debatte über den Wolf
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14:25 15.02.2019
Ende 2016 sorgte ein junger Wolf, der durch Rathenow-West streunte, für viel Aufregung in der Stadt. Quelle: privat
Rathenow

Die Frage, ob Rathenow zur wolfsfreien Zone erklärt werden soll, hat im Ordnungsausschuss der Stadt für hitzige Diskussionen gesorgt. Fast eine Stunde lang wogte die Debatte hin und her. Am Ende wurde der CDU-Antrag denkbar knapp abgelehnt (4 Ja-Stimmen, 4 Nein-Stimmen, keine Enthaltung). Am 13. März wird der Beschluss den Stadtverordneten zur Abstimmung vorgelegt.

Mit dem Antrag soll die Landesregierung aufgefordert werden, das Gebiet der Stadt Rathenow „als eine nicht für eine Besiedelung durch den Wolf geeignete Zone auszuweisen.“ Außerdem müsse die Landesregierung sich dafür einsetzen, „den strengen Schutz des Wolfes auf europäischer Ebene zu lockern“ und den Wolf „mit Jagdzeiten und Abschussquoten ins Jagdrecht aufzunehmen, damit die Art wie anderes Wild jagdlich reguliert werden kann.“

Schutz von Mensch und Tier

„Wir müssen sowohl die Bevölkerung als auch die Weidetiere vor möglichen Wolfsangriffen schützen“, sagte Jörg Rakow (CDU). Der Antrag an die Landesregierung habe zwar keine juristische Relevanz, aber er solle ein Weckruf sein.

In der Bevölkerung hätten Vorfälle mit Wölfen für Unruhe gesorgt. „Die Sorgen der Bürger müssen ernst genommen werden“, sagte Rakow. Es gehe nicht darum, den Wolf auszurotten. Sondern es müsse möglich gemacht werden, die unkontrolliert wachsende Population auf unbürokratische Weise zu reduzieren.

Rakows Parteikollege Gerd Wollenzien griff zu schärferen Formulierungen. „Es kann doch nicht gewollt sein, dass Wölfe durch Wohngebiete streifen.“ Damit spielte er auf einen Vorfall Ende 2016 an, als in Rathenow-West ein Wolf durch das Wohngebiet trottete. „Der Tag wird kommen, an dem bei uns ein Mensch vom Wolf gebissen wird“, sagte er.

„Blanke Panikmache“

Diese Prognose brachte Jean-Luc Meier (Bündnis 90/Grüne) in Rage. „In der Debatte um den Wolf wird eine völlig unbegründete Angst geschürt“, sagte er. Es sei eine Tatsache, dass der Mensch nicht in das Beuteschema des Wolfes passe. In der vergangenen 50 Jahren sei weltweit ein Fall dokumentiert, bei dem ein Mensch durch einen Wolf zu Tode gekommen sei.

Es sei völlig sinnlos, so Meier, den Wolf zum Abschuss freizugeben, nur weil es eine durch Fakten nicht begründete Urangst vor dem Beutetier gebe. Vielmehr müsse es möglich sein, einen Weg der Koexistenz zwischen Mensch und Tier zu finden. Alles andere sei blanke Panikmache.

Meier stritt nicht ab, dass das Verhältnis zwischen Wolf und Weidetieren ein ganz anderes ist. Denn diese passten – im Gegensatz zum Menschen – durchaus ins Beuteschema des Wildtieres. Deshalb sei es richtig, Weidetierhalter finanziell zu unterstützen, damit diese ihren Bestand durch Zäune vor Wolfsangriffe schützen könnten.

Hilfen für Weidetierhalter

Karl-Reinhold Granzow (Linke) argumentierte ähnlich. Der Mensch müsse aus den von Jean-Luc Meier benannten Gründen nicht vorm Wolf geschützt werden. Allerdings sei es sehr wohl an der Zeit, den Weidetierhaltern finanziell unter die Arme zu greifen. Der Zaunbau müsse ebenso gefördert werden wie die Anschaffung von Hütehunden. Und wenn es tatsächlich zu Wolfsrissen komme, seien die betroffenen Tierhalter schnell und unbürokratisch zu entschädigen.

Wenn das Land sich dazu durchringen könne, dann sei viel gewonnen, so Granzow. Über den Abschuss von Wölfen müsse man dann gar nicht mehr reden.

Von Markus Kniebeler

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