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Rathenow Kita-Sanierung unter Zeitdruck
Lokales Havelland Rathenow Kita-Sanierung unter Zeitdruck
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15:05 24.01.2019
So sieht es momentan im hinteren Teil der Kita „Neue Schleuse“ aus. Läuft alles nach Plan, sollen die Räume bis zum Mai saniert sein. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Das Rathenower Bauamt hat Vorwürfe zurückgewiesen, bei der Sanierung der Kita „Neue Schleuse“ nicht schnellstmöglich vorzugehen. „Wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Räumlichkeiten bis Ende April wieder nutzbar zu machen“, sagt Rathenows Bauamtsleiter Matthias Remus. Dieser Zeitplan sei den Eltern bereits im vergangenen Herbst mitgeteilt worden. Und daran habe sich bis heute nichts geändert.

Verärgerte Eltern

Eltern der Kita hatten der Stadt in einem Leserbrief vorgeworfen, die Wiederherstellung der Räume ohne Engagement anzugehen. Der Fraktionschef der Rathenower Linken, Daniel Golze, schloss sich der Kritik an. In den vergangene Wochen habe es kaum Bautätigkeit in der Kita gegeben, schrieb er auf seiner Facebook-Seite.

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Nach einem Termin auf der Kita-Baustelle lenkte Golze ein. „Fakt ist, dass die zuständige Mitarbeiterin der Stadtverwaltung sehr daran interessiert ist, die Sanierung so schnell wie möglich abzuschließen“ schrieb er. „Ich kann in ihrer Arbeit definitiv keine Verzögerungen erkennen.“

Die Kritik an der Informationspolitik der Stadtverwaltung nimmt Golze indes nicht zurück. Viel Ärger hätte seiner Ansicht nach vermieden werden können, wenn sowohl Eltern der Kita als auch die Stadtverordneten besser über die Situation informiert worden wären.

Ehrgeiziger Plan

Ein Besuch der Baustelle lässt erkennen, dass der Zeitplan der Verwaltung ehrgeizig ist. Die Räume im hinteren Bereich der Kita gleichen einem Rohbau. Der Boden aufgestemmt, die Heizungsrohre demontiert, das Bad komplett herausgerissen. „Wir können nun mit der eigentlichen Sanierung beginnen“, sagt Matthias Remus.

Zuerst werde man neue Heizungs- und Sanitärrohre im Erdreich verlegen und dann den Estrichboden darüberziehen. Der Waschraum und die Toilette würden komplett erneuert. Außerdem seien Holzfenster durch Kunststofffenster zu ersetzen. Und auch die Elektroanlage werde bis zum Frühjahr erneuert. Die Aufträge für die genannten Arbeiten seien vergeben, sagt Remus. „Wir hoffen, dass keine unvorhersehbaren Schwierigkeiten den Zeitplan gefährden.“

Blick in den Sanitärbereich der Kita. Quelle: Markus Kniebeler

Die Kette unvorhersehbarer Schwierigkeiten bei der Sanierung der Kita ist schon lang genug. Angefangen hatten die Probleme am ersten Mai-Wochenende des vergangenen Jahres. Ein Rohrbruch hatte Teile der Kita unter Wasser gesetzt und große Schäden verursacht. Bei der Schadensbegutachtung stellte sich heraus, dass die im Boden liegenden Heizungs- und Sanitärrohre unbedingt erneuert werden müssen. Und auch die Elektroanlage ist so marode, dass am Austausch der Leitungen kein Weg vorbeigeht. Diese Schäden an Rohren und Leitungen seien nicht durch das Wasser verursacht worden, sagt Remus. Es handele sich um Verschleiß.

Die Sanierung ist also eine Kombination zweier Baumaßnahmen. Zum einen werden die durch den Wasserrohrbruch verursachten Schäden behoben. Dafür kommt die Versicherung auf. Zum anderen lässt die Stadt die maroden Rohre und Elektroleitungen auf eigene Kosten erneuern.

Sanierung in einem Zug

„Wir machen jetzt alles in einem Zug“, sagt Remus. Der Boden habe nach dem Wasserschaden ohnehin erneuert werden müssen. Da sei es ein Gebot der Vernunft, die unter ihm verlaufenden Leitungen auszutauschen.

Seit dem Schaden im vergangenen Mai wird knapp die Hälfte der Kinder an Ausweichstandorten betreut – in der Kita Olga Benario und teilweise in der Otto-Seeger-Grundschule. „Das ist alles andere als ideal“, gibt Remus zu. Aber die Stadt habe sich bemüht, die Sanierung ohne Verzögerung zu erledigen. Wegen der komplizierten Gemengelage – Havarie, Versicherungsfall, zusätzlicher Sanierungsbedarf – sei der jetzige Plan der schnellstmögliche.

Von Markus Kniebeler

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