Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rathenow Mit 92 Jahren gibt Gerda Krämer den Vorsitz der Senioren Union ab
Lokales Havelland Rathenow Mit 92 Jahren gibt Gerda Krämer den Vorsitz der Senioren Union ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:54 09.01.2020
Mit 92 Jahren gibt Gerda Krämer den Vorsitz der Senioren-Union Rathenow ab. Mitglied will sie aber weiterhin bleiben. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

Gerda Krämer ist eine bemerkenswerte Frau – nicht nur, weil sie mit 92 Jahren noch Auto fährt und zudem recht agil ist. Was sie vor allem auszeichnet, ist ihr ehrenamtliches Engagement im hohen Alter.

Gerda Krämer ist seit vielen Jahren aktives Mitglied im Seniorenrat der Stadt, leitet außerdem seit 16 Jahren die Senioren-Union (SU) des Stadtverbands der CDU und ist stellvertretende Vorsitzende der Senioren Union Havelland.

In den letzten Jahren hat die rüstige Unruheständlerin unter anderem jeden Monat für die Mitglieder der SU ein Treffen organisiert.

Gerd Krämer will sich nicht ganz zurückziehen

Die gemütlichen Kaffeerunden, die in den letzten Jahren stets in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt am Körgraben stattfanden, bieten den Mitgliedern die Gelegenheit sich auszutauschen und über aktuelle Probleme zu sprechen.

Darüber hinaus hat Gerda Krämer verschiedene Fahrten sowie Vorträge und Veranstaltungen organisiert, in denen sich nicht nur die Mitglieder der SU über Themen wie Steuern, Rente, Sicherheit und Gesundheitsversorgung informieren konnten. Am Dienstag fand nun das letzte Treffen unter der Leitung der 92-Jährigen statt.

„Ich kann einfach nicht mehr, wie ich möchte. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, den Vorsitz abzugeben. Ich bleibe aber weiterhin Mitglied in der Senioren Union und auch im Seniorenrat der Stadt möchte ich weiter mitarbeiten“, betonte Gerda Krämer am Dienstag.

Lob und Dank von Wegbegleitern

Zum Treffen am Dienstag war auch Besuch aus Falkensee gekommen. Hans-Peter Pohl, Vorsitzender der SU Havelland, und zwei weitere Mitglieder aus dem Osthavelland bedankten sich bei der Vorsitzenden für ihr Engagement.

Hans-Peter Pohl ist der Vorsitzende der Senioren-Union Havelland. Quelle: PROMO

Ein Dankeschön in Form von Blumen gab es auch von Petra Herbrich, der Vorsitzenden des Seniorenrats.Gerda Krämer hat sich über so viele Jahre engagiert, sie hat Vorträge organisiert, uns immer über Aktuelles auf dem Laufenden gehalten und stets auch andere Senioren zu den Veranstaltungen der SU eingeladen. Das hat Anerkennung verdient“, so Herbrich.

Christiane Thielke vom AWO-Ortsverband bedankte sich ebenfalls für die gute Zusammenarbeit. Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger (CDU) ließ sich das Treffen auch nicht entgehen. Er hatte sogar eine Überraschung für Krämer und die Mitglieder der SU parat.

„Für mich als Bürgermeister war es immer wichtig, auch die Stimmen der Senioren zu hören. Dazu haben sie einen wichtigen Beitrag geleistet. Deshalb möchte ich, dass sie sich demnächst in das Ehrenbuch der Stadt eintragen“, verkündete Seeger und brachte die 92-Jährige damit zum Lächeln.

Die Senioren-Union

Die Senioren-Union (SU) ist eine Vereinigung und Vorfeldorganisation der CDU.

Sie wurde 1988 gegründet und vertritt die Interessen und Anliegen der älteren Generation.

Der Kreisverband Havelland der SU ist mit knapp 70 Mitgliedern der zweitgrößte Kreisverband in Brandenburg.

Die Senioren-Union Havelland will Bürgern, die 60 Jahre und älter sind, die Möglichkeit geben, aktiv an der Mitgestaltung ihres Umfeldes teilzunehmen.

Die SU Havelland ist mit Ortsgruppen in Falkensee und Rathenow aktiv.

Um Mitglied zu sein ist es nicht unbedingt erforderlich der CDU anzugehören.

Auch Gerda Krämers Kinder und Enkel werden sich sicher darüber freuen. Sechs Töchter hat die engagierte Ehrenamtlerin, dazu 15 Enkel und einige Urenkel.

Geboren wurde Gerda Krämer in Ostpreußen, nach dem sie durch den Krieg ihre Heimat verloren hatte, lebte sie zunächst mit ihrer Familie in Friesack, wo sie in der Landwirtschaft tätig war. In den 1990er Jahren zog sie zu ihrer Tochter nach Rathenow.

Dass jemand noch in so hohem Alter einen Vorsitz übernimmt, ist keine Selbstverständlichkeit, das weiß auch Hans-Peter Pohl.

Viele Parteimitglieder fühlen sich zu jung

Er hofft, dass sich nun jüngere Senioren aus Rathenow finden, die bereit sind, den Vorsitz zu übernehmen. Denn auflösen, da waren sich alle einig, soll sich die SU in Rathenow nicht. Wenngleich dem Verband derzeit nur noch sechs Mitglieder angehören, die alle etwa 90 Jahre alt sind.

„Es engagieren sich zwar viele in der CDU, sie haben aber kein Interesse in der Senioren Union mitzuwirken. Offenbar fühlen sie sich noch zu jung, obwohl sie eigentlich das Alter dafür erreicht haben“, stellte Hans-Peter Pohl fest.

Wie er am Dienstag berichtete, schrieb der Kreisverband erst kürzlich rund 60 CDU-Mitglieder aus Rathenow an, die 60 Jahre oder älter sind. Es gab keine einzige Rückmeldung.

„Die Kaffeerunde erhalten wir dennoch“, versprach auch Andreas Gensicke, Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Rathenow. Er will sich nun darum kümmern, dass ein Nachfolger gefunden wird.

Von Christin Schmidt

Manchmal sind die Herausforderungen für die Feuerwehr ungewöhnlich. Tiere zu retten – das gehört zum Aufgabenkatalog der Wehr. Schwäne zählen aber eher nicht dazu. In Rathenow stand so ein Fall auf dem Alarmplan.

08.01.2020

Die Rathenower Verwaltung wird ihre Internet-Seite überarbeiten. Die Vorbereitungen sind bereits angelaufen, der Auftrag kann aber erst nach Verabschiedung des Haushalts ausgeschrieben werden.

08.01.2020

Bis Ende des Jahres soll gegenüber der Schollschule eine Kita errichtet werden. Vorher muss noch eine alte Bodenplatte beseitigt werden. Dass es dann mit dem Bau so schnell geht, hängt mit der besonderen Bauweise zusammen.

08.01.2020