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Rathenow Neue Ausstellung über die Zietenhusaren
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15:15 20.02.2019
Peter Dietze (li.) und Olaf Schwaß vom Förderverein Heimatmuseum Rathenow haben die Ausstellung zur Geschichte der Zietenhusaren konzipiert und aufgebaut. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Die Stadt Rathenow ist heute eine weitestgehend militärfreie Zone. Ab und an hört man Schießgeräusche vom Truppenübungsplatz Klietz, hin und wieder durchqueren Militärfahrzeuge das Zentrum. Ansonsten spielt das Soldatische im Stadtbild kaum noch eine Rolle.

Das war nicht immer so. Zu DDR-Zeiten waren sowjetische Soldaten in Rathenow stationiert. Und im 19. Jahrhundert prägten die Zietenhusaren das städtische Leben. Die restaurierten Kasernen in der Bahnhofstraße, der alte Reitstall in der Schopenhauerstraße und der im letzten Sommer freigelegte Friedrich-Carl-Gedenkstein sind sichtbare Überbleibsel dieser Epoche.

Prägende Epoche

Wer mehr über die Zietenhusaren in Rathenow wissen will, der sollte sich auf den Weg in die Ausstellungsräume des Fördervereins Heimatmuseum der Stadt Rathenow machen. Dort wurde am Mittwoch eine Ausstellung eröffnet, die veranschaulicht, wie prägend das Reiterregiment in der Zeit von der Mitte des 19. bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts für das städtische Leben in Rathenow war.

Originale Uniform eines Gefreiten. Quelle: Markus Kniebeler

Der augenfällige Einfluss der Reitersoldaten bestand natürlich zuerst einmal darin, dass sie mit ihren schnieken Uniformen im Stadtbild präsent waren. Dank vieler Leihgaben kann man das in der Ausstellung lebhaft nachvollziehen. Die leuchtend rote Uniform eines Gefreiten darf ebenso bewundert werden wie ein Paar originaler Reitstiefel, die so gut gepflegt sind, dass man gleich hineinschlüpfen könnte. In einer Glasvitrine sind jede Menge bunter Orden und Abzeichen ausgestellt. Zwei Säbel rufen in Erinnerung, dass nicht nur geritten wurde, sondern ab und an auch gekämpft werden musste.

Bis zu 1000 Husaren waren nach Auskunft von Heimatforscher Wolfram Bleis zu den Hochzeiten Ende des 19. Jahrhunderts in Rathenow stationiert. Soldbücher, Militärpässe und andere Dokumente rufen das Soldatenleben in Erinnerung.

Positiver Einfluss auf das Wirtschaftsleben

„Ohne Zweifel hatte die Stationierung der Soldaten auch einen positiven Effekt auf das Rathenower Wirtschaftsleben“, sagt Bleis. Denn die Männer hätten ja in der Stadt gelebt, sich hier mit den lebensnotwendigen Dingen versorgt und einen Großteil ihrer Freizeit hier verbracht.

Von den Freizeitvergnügungen der Husaren zeugen diverse Ausstellungsstücke. Da gibt es beispielsweise die prunkvoll gestalteten Bier-Maßkrüge aus Steingut, die beweisen, dass der Soldat in der dienstfreien Zeit seinen Durst nicht nur mit Wasser oder Tee stillte. Überdies steckte er sich beim Biergenuss offenbar gerne eine Pfeife an, von denen einige Exemplare zu bewundern sind.

Wenn gesoffen wurde, dann mit Stil: Prunkvoll gestaltetet Bier-Maßkrüge. Quelle: Markus Kniebeler

Sogar auf musikalischem Gebiet haben die Husaren Spuren hinterlassen. Ein alte Schellackplatte der Firma Anker Record ist ausgestellt. „’Retraite de Cavallerie’, gespielt von der Kapelle des Husaren-Regiments von Zieten Nr. 3/Rathenow“ steht auf der erstaunlich gut erhaltenen Plattenhülle.

„Wir haben uns noch nicht getraut, zu testen, ob die Scheibe funktioniert“, sagt Olaf Schwaß vom Förderverein Heimatmuseum Rathenow, der die Ausstellung gemeinsam mit dem Vorsitzenden Peter Dietze aufgebaut hat. Aber vielleicht werde man es nach der Ausstellung wagen.

Foto vom Transport des Gedenksteins. Quelle: privat

Neben den Exponaten illustrieren jede Menge historischer Fotos die Epoche der Zietenhusaren in Rathenow. Eines beweist, was bislang nur mündlich überliefert war: Als der rund 35 Tonnen schwere Gedenkstein, der an den Generalfeldmarschall Prinz Friedrich Carl von Preußen, Kommandant der Zietenhusaren, erinnert, im Jahr 1935 vom Wolzensee zum Offizierscasino transportiert wurde, bedienten sich die Soldaten einer kreativen Technik. Sie hievten das Ungetüm auf eine Bahnlore. Und weil es keine Gleisstrecke vom Wolzensee in die Innenstadt gab, wurden die provisorisch verlegten Gleise, nachdem die Lore über sie hinweggerollt war, hinten aufgenommen und vorne wieder angelegt.

Die Ausstellung in der Berliner Straße 80 kann dienstags, mittwochs und freitags von 11 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr besucht werden.

Von Markus Kniebeler

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