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Rathenow Neue Hoffnung für alte Kasernen
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14:45 05.06.2019
Idyllisches Plätzchen: Auf dem Gelände der Kraftfahrerkaserne wurde am Mittwoch der Konversionssommer eröffnet. Quelle: Fotos: Markus Kniebeler
Rathenow

So lebhaft ging es auf dem Gelände der Kraftfahrerkaserne in der Rudolf-Breitscheid-Straße schon lange nicht mehr zu.

Am Dienstagmorgen hatten sich in einem der seit rund 25 Jahren leer stehenden Militärgebäude rund 150 Vertreter aus Politik und Wirtschaft eingefunden, um den Konversionssommer 2019 zu eröffnen. Dabei handelt es sich um eine landesweite Veranstaltungsreihe, welche die Umwandlung ehemaliger Militärflächen in zivil nutzbare Areal thematisiert.

Tagung in historischem Ambiente

Nicht ohne Hintergedanken hatte die Brandenburgische Boden Gesellschaft (BBG), die sich im Auftrag des Landes um die Vermarktung der ehemaligen Militär-Grundstücke kümmert, den Auftakt der Reihe in die 1937 nach Entwürfen des Architekten Otto Risse erbaute Kaserne verlegt. Denn diese zählt zu jenen Liegenschaften, für die nach Abzug der sowjetischen Truppen vor mehr als 25 Jahren noch keine Verwendung gefunden wurde.

Christian Görke eröffneten in Rathenow den Konversionssommer. Quelle: Markus Kniebeler

Brandenburgs Finanzminister Christian Görke verkündete in seiner Eröffnungsrede, dass das Land auch bei diesen schwierigen Fällen nicht locker lassen werde.

Gestiegenes Interesse

Und tatsächlich, so der Minister, sei in den vergangenen Monaten in Sachen Vermarktung Bewegung in die beiden großen, verbliebenen Rathenower Militärbrachen gekommen. Sowohl für die Kraftfahrer-Kaserne, als auch für die wenige hundert Meter entfernt liegende Mot.-Schützenkaserne sei seit einigen Monaten eine steigende Nachfrage zu verzeichnen.

In Abstimmung mit der Stadt Rathenow werde die BBG noch in diesem Jahr ein Verfahren zur Einholung von Kaufpreisangeboten in Gang setzen.

Görke verweilte nicht allzu lange bei diesen schwierigen Fällen, sondern verwies, wie Gastredner Lothar de Maiziere, auf die Konversionserfolge der vergangenen 25 Jahre.

Gigantischer Abriss

Seit 1994, als Militär-Liegenschaften mit einer Gesamtfläche von 100 000 Hektar per Vertrag in das Eigentum des Landes Brandenburg übergingen, seien 90 Prozent dieser Areale einer zivilen Nutzung zugeführt worden. Dabei wurden laut Görke 9,5 Millionen Hektar umbauter Raum abgerissen. Das entspreche einem Volumen von rund 20 000 Einfamilienhäusern.

Gastredner Lothar de Maiziere blickte auf den Abzug der russischen Streitkräfte vor mehr als 25 Jahren zurück. Quelle: Markus Kniebeler

Dass es auch in Rathenow etliche Beispiele für gelungene Konversionsvorhaben gibt, machte Bürgermeister Ronald Seeger in seinem Vortrag deutlich.

Zwei dieser Beispiele liegen in unmittelbarer Nähe des Veranstaltungsortes. Auf dem Karree Breitscheidstraße/Lessingstraße wurden Anfang des Jahrtausends Kasernengebäude im großen Stil abgerissen. Dort, wo bis Anfang der 1990er Jahre Sowjetsoldaten lebten, stehen nun – in der Scharnhorststraße – schmucke Mietshäuser.

Im Jahr 2004 wurde auf dem beräumten Areal die neue Polizeiwache gebaut. Und der Rest des rund 30 Hektar großen, einst komplett versiegelten Geländes, hat sich mittlerweile in eine ursprüngliche Heidelandschaft verwandelt.

Solaranlage auf Tanklager-Areal

Gleich gegenüber, in der Semliner Straße, wurde zwischen 2010 und 2012 das alte Tanklager der Kraftfahrerkaserne abgerissen. 1,3 Millionen Euro Fördergeld der EU flossen in den Abriss. Das Grundstück wurde dann an einen privaten Investor verkauft, der auf der Fläche eine Solaranlage errichten ließ.

„Wir zählen zu den glücklichen Kommunen, die durch die Umwandlung ehemaliger Militärareale enorm an Qualität gewonnen haben“, sagte Seeger. Da wird ihm niemand widersprechen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: „Erfolgsgeschichte“

Von Markus Kniebeler

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