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Rathenow Stinknormale Superhelden sammeln 600 leere Flaschen ein – Polizei schnappt „Schnapsdrossel“
Lokales Havelland Rathenow Stinknormale Superhelden sammeln 600 leere Flaschen ein – Polizei schnappt „Schnapsdrossel“
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18:01 05.02.2020
Die Stinknormalen Superhelden bei der Arbeit: Rumpel Kalle hat fast leere Flasche Pfefferminzlikör entdeckt. Quelle: privat
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Rathenow

Kräuterlikör, Pfeffi, Korn und Jägermeister – insgesamt rund 600 Schnapsflaschen haben die Stinknormalen Superhelden in den letzten drei Wochen entlang des Falkenwegs eingesammelt.

Mit Kisten und Bollerwagen zogen Katetschen Bernd und Rumpel Kalle immer wieder los und sammelten nicht nur die leeren Flaschen ein. Sie hielten auch Ausschau nach der durstigen Schnapsdrossel, die all die Flaschen geleert und in der Natur hinterlassen hatte.

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„Die Schnapsdrossel hat zum Teil ganz schön geschludert, oft waren noch ein, zwei Schluck in der Flasche“, berichtet Katetschen Bernd. Sogar in der nahegelegenen Tankstelle, hielten die Helden nach dem Umweltsünder Ausschau.

Etwa 600 Schnapsflaschen haben die Stinknormalen Superhelden in den letzten drei Wochen am Falkenweg gesammelt. Quelle: Stinknormale Superhelden

„Wir hatten das Personal gefragt, ob sich hier regelmäßig jemand mit Flachmännern eindeckt, bevorzugt Pfefferminzlikör, denn der scheint der Schnapsdrossel besonders gut zu schmecken. Leider ohne Erfolg“, berichtet Katetschen Bernd.

Umsonst war ihre Mühe aber nicht. Am Samstag tappte die vermeintliche Schnapsdrossel in die Falle. Die Polizei schnappte gegen 11 Uhr einen 69-Jährigen Mann, der zuvor mit dem Auto am Falkenweg unterwegs war. Laut Polizeibericht ergab ein Atemalkoholtest 1,2 Promille – und das am Vormittag.

Dass die Schnapsdrossel auf frischer Tat ertappt wurde, ist der Unterstützung eines aufmerksamen Anwohners zu verdanken. Der hatte die beiden kostümierten Helden beim Sammeln getroffen und war von ihrer Aktion so begeistert, dass er sich selbst mit einem Feldstecher auf die Lauer legte.

Jeden Tag kommen neue Flaschen dazu

Als er dann am Samstag einen Mann entdeckte, der mit dem Auto den Falkenweg entlang fuhr und Flachmänner aus dem Fenster heraus in die Natur warf, ging er auf den Mann zu und sprach ihn an. „Ich habe ihn erkannt und ihm gesagt, dass er die Flaschen wegräumen soll. Daraufhin ist er abgehauen und ich habe die Polizei verständigt“, berichtet der Zeuge.

Die Schnapsdrossel - Der Film

Die Schnapsdrossel - Der Film Seit geraumer Zeit treibt die gemeine Schnapsdrossel im Havelland ihr Unwesen. Umweltzerstörung, Angst und Schrecken stehen an der Tagesordnung. Wir sind ihr dicht auf den Fersen...

Gepostet von Stinknormale Superhelden am Dienstag, 4. Februar 2020
Ihm sei schnell klar gewesen, dass die vermeintliche Schnapsdrossel nicht mehr nüchtern war. Die Polizei machte sich sofort auf den Weg und Dank des Hinweises und der genauen Beschreibung des Zeugen konnte der Umwelt- und Verkehrssünder kurz darauf dingfest gemacht werden.

Ob es sich bei dem 69-Jährigen wirklich um die Schnapsdrossel handelt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Zuvor waren zumindest jeden Tag fünf bis sechs neue Schnapsflaschen dazu gekommen, die über den gesamten etwa 500 Meter langen Falkenweg verteilt lagen, so Katetschen Bernd.

Havelländer verfolgen die Aktion online

In den letzten drei Tagen hat der engagierte Zeuge immerhin nur zwei Flaschen eingesammelt. „Der Mann, der nun geschnappt wurde, ist sicher nicht der einzige, der seinen Müll hier hinterlässt. Wir müssen schauen, was in den nächsten Wochen passiert“, so der Anwohner.

Genau das wollen auch die beiden Superhelden Katetschen Bernd und Rumpel Kalle tun „Wir haben den Falkenweg natürlich weiterhin im Blick und sind dabei nicht allein.

Der Weg ist recht stark frequentiert und beim Sammeln sind wir mit mehreren Menschen ins Gespräch gekommen. Viele haben gesagt, dass sie hier selbst Ausschau halten“, so der Held in den roten Strumpfhosen.

Havelländer verfolgen Aktion online

Über den Erfolg dürften sich auch die zahlreichen Havelländer freuen, die die Sammelaktion der Stinknormalen Superhelden auf Facebook und Instagram verfolgten.

„Ich war da joggen, wie das aussah! Von der B102 bis zum ersten Haus, alles auf dem Acker verteilt. Unglaublich! Wozu gibt es Glascontainer?“, kommentiert Stephan König.

Und Sebastian Jakob schreibt: „Schon vor Jahren lagen da regelmäßig Berge von Pfeffi-Flaschen, weswegen es für mich traurigerweise der Pfeffiweg ist.“

Von Christin Schmidt

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