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Rathenow Russische Autorin entführt ans Ufer der Wolga
Lokales Havelland Rathenow Russische Autorin entführt ans Ufer der Wolga
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08:34 12.10.2019
Die Autorin Gusel Jachina (Mi.) war 2017 erstmals zu Gast in Rathenow. Nun kehrt sie mit ihrem neuen Roman „Wolgakinder“ zurück. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

Wer schon immer mal nach Russland wollte, es bisher aber nicht geschafft hat, die Reise in das größte Land der Erde anzutreten, der sollte am 22. Oktober unbedingt in das Havelrestaurant Schwedendamm kommen.

Dort ist die Autorin Gusel Jachina zu Gast, um ihren neuen Roman „Wolgakinder“ vorzustellen. Es ist bereits der zweite Besuch der jungen Frau aus Russland in Rathenow.

2017 stellte sie in der Buchhandlung Tieke ihr vielgelobtes Romandebüt „Suleika öffnet die Augen“ vor, das inzwischen in 31 Sprachen übersetzt wurde.

In einem Dorf an der Wolga im Jahr 1916

Schauspielerin Jennipher Antoni las die deutsche Fassung und Gusel Jachina gab den Gästen einen umfassenden Einblick in die Kultur und die Geschichte der Tataren, um die es in ihrem Buch geht.

Nun hat sie sich dem Schicksal der Wolgadeutschen gewidmet und erneut ein Werk geschaffen, das Dank seiner bildreichen Sprache und seiner atmosphärischen Dichte den Leser sofort an das Ufer der Wolga mitnimmt.

In „Wolgakinder“ erzählt Gusel Jachina die Geschichte von Jakob Bach. Ein schmächtiger Kerl Anfang 30, der in dem kleinen Ort Gnadental am Unterlauf der Wolga im Jahr 1916 den Mädchen und Jungen des Dorfes Goethe und Schiller näherbringt.

Die Geschichte holt Jakob Bach ein

Er verliebt sich in die Bauerntochter Klara, seine Schülerin vom anderen Ufer der Wolga. Monatelang kennen die beiden nur die Stimme des anderen, weil eine dünne Wand aus Stoff sie während des Unterrichts trennt – so will es Klaras Vater.

Als die siebzehnjährige nach Deutschland reisen soll, um dort verheiratet zu werden, flieht zu ihrem Lehrer nach Gnadental, der in der jungen Frau die Liebe seines Lebens findet.

Doch das junge Glück kann sich den Ereignissen nicht entziehen, die die Revolution und die Gründung der Deutschen Republik an der Wolga mit sich bringen.

Jennipher Antoni liest wieder

Der knapp 600 Seiten starke Roman erzählt am Schicksal berührender Figuren die Geschichte der Wolgadeutschen, die erst von Lenin geachtet und später von Stalin verfolgt werden.

Für ihren zweiten Roman erhielt die russische Autorin und Filmemacherin tatarischer Abstammung, die mit ihrer Familie in Moskau lebt, viel Lob von der internationalen Presse. Dass sie nun erneut in die havelländische Kreisstadt kommt, dürfte also alle Literaturfans freuen.

An ihrer Seite ist wieder die Schauspielerin Jennipher Antoni, die bereits 2017 mit ihrer Art zu lesen, die Rathenower begeisterte.

Karten gibt es in der Buchhandlung

Mit dabei ist auch Katarzyna Zorn vom Brandenburgischen Literaturbüro, dass die Veranstaltung gemeinsam mit der Buchhandlung Tieke im Rahmen der Literaturgespräche PremnitzRathenow ausrichtet.

Karten für die Lesung gibt es in der Buchhandlung Tieke in der Berlier Straße 4 oder können unter Telefon: 03385/51 02 32 reserviert werden.

Von Christin Schmidt

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