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Rathenow Stadtpark am Körgraben wird aufgeräumt
Lokales Havelland Rathenow Stadtpark am Körgraben wird aufgeräumt
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14:25 07.02.2019
Mit schwerem Gerät werden die zugewucherten Wege im Stadtpark am Körgraben wieder frei gelegt.
Mit schwerem Gerät werden die zugewucherten Wege im Stadtpark am Körgraben wieder frei gelegt. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Orange ist momentan die vorherrschende Farbe im Stadtpark am Körgraben. Die Schutzwesten der Betriebshofmitarbeiter leuchten überall durchs Dickicht. Außerdem wühlen sich orange Baufahrzeuge durchs Gelände.

Seit der vergangenen Woche gibt es einen regelrechten Großeinsatz auf dem Areal, das sich südlich der Straße „Am Körgraben“ über rund sechs Hektar erstreckt. Mit allen möglichen Schneid- und Fräswerkzeugen rücken die Grünexperten dem Park zu Leibe. „Wir haben bis zu sieben Mitarbeiter im Einsatz“, sagt Yves Reimer, Leiter des städtischen Betriebshofes. Bis Ende der kommenden Woche werden diese dort noch gut zu tun haben.

Seit der vergangenen Woche sind Mitarbeiter des städtischen Betriebshofes im Stadtpark am Körgraben in Aktion. Mit Sägen, Fräsen und schwerem Gerät wird die vernachlässigte Anlage in Schuss gebracht.

Der Arbeitsaufwand ist hoch, weil der Park seit Jahren vernachlässigt wurde. Zwar haben man sich um den vorderen, zur Straße gelegenen Teil regelmäßig gekümmert, so Reimer. Aber den gesamten hinteren Bereich habe man wegen fehlender Kapazitäten vernachlässigen müssen.

Erste Grundsäuberung nach Jahren

Dank des relativ milden Winters in diesem Jahr ist nun erstmals eine Grundsäuberung des Parks möglich. Weil das Personal des Betriebshofes momentan nicht im Wintereinsatz ist, kann es sich um die vernachlässigte Parkanlage kümmern.

Und das bedeutet jede Menge Arbeit. Im hinteren Teil habe man Wege komplett freischneiden müssen, berichtet Reimer. „Das sah aus wie im Urwald.“ Zuerst wurden Sträucher und Äste weggeschnitten, dann machten Bagger und Raupen aus den Trampelpfaden wieder begehbare Wege. Die riesigen Haufen Strauch- und Astwerk, die an den Wegen zum Abtransport aufgetürmt wurden, geben eine Ahnung vom Umfang des Einsatzes.

Wildromantische Natur mitten im Stadtgebiet

Viele, die bislang nicht über den vorderen Teil des Parks hinausgekommen sind, werden sich über die Weitläufigkeit desselben wundern. Denn plötzlich kann man, nachdem das Dickicht gelichtet wurde, auf einem kleinen Rundweg das gesamte Gelände umschreiten. Der Körgraben, der das Areal durchfließt, sorgt für wildromantische Stimmung – und das mitten im dicht besiedelten Stadtgebiet.

Schneiden, stutzen, fräsen: Dreikampf im Stadtpark am Körgraben. Quelle: Markus Kniebeler

„Der Park hat eine wichtige Naherholungsfunktion“, sagt Jens Hubald, Leiter des Sachgebietes Stadtentwicklung im Rathenower Bauamt. Für die Bewohner des Stadtzentrums sei er ohne Probleme fußläufig zu erreichen. Und biete mit seinem Rundweg und diversen Sitzbänken die Möglichkeit, entspannt die Natur zu genießen. Wer Lust auf mehr Bewegung habe, finde auf dem Rideplatz, der sich im Norden an den Stadtpark anschließe, vielfältige Möglichkeiten, den Körper in Form zu bringen.

Frische Luft fürs Stadtzentrum

Neben dieser Erholungsfunktion hat der Park nach Aussage Hubalds eine wichtige ökologische Bedeutung für den städtischen Lebensraum. Der Park sei Teil eines Grünzuges, der sich von der Schnellbahnlinie am Körgraben entlang bis zur Berliner Straße erstreckt.

Diese Grünschneise versorge die Innenstadt mit Frischluft. Sie mildere an stickigen Sommertagen den Hitzestau. Und weil die Flächen nicht versiegelt seien, nähmen sie bei starken Niederschlägen Regenwasser auf. „Die Funktion, die in Berlin der Tiergarten ausfüllt, wird bei uns im Kleinen von diesem Park übernommen“, sagt Hubald.

Ausbaufähiges Potenzial

Und das ökologische Potenzial ist sogar noch ausbaufähig. Folgt man dem Körgraben Richtung Innenstadt, passiert man die rechts gelegene Industriebrache an der Puschkinstraße. Würde die Stadt das Gelände erwerben, die Ruinen abreißen und die Fläche zu einem Park umgestalten, könnte die ökologische Wirkung des Grünzugs noch verstärkt werden. Aber das ist momentan noch Zukunftsmusik.

Von Markus Kniebeler