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Rathenow Unmut über vermülltes Grundstück
Lokales Havelland Rathenow Unmut über vermülltes Grundstück
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15:06 29.04.2019
Wahrlich kein schöner Anblick: Das vermüllte Grundstück im Falkenweg. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Wenn es darum geht, die schlimmste Dreckecke in Rathenow zu benennen, dann landet ein Grundstück im Falkenweg garantiert ganz weit vorne. Seit Jahren gibt es Klagen über Müll, der sich auf dem Grundstück an der Einmüdung zur Rhinower Landstraße türmt.

Unrat aller Art

Bei einem Ortsbesuch muss man nicht lange suchen, um den Unrat zu finden. Es ist erstaunlich, was dort alles abgeladen wird. Ein Waschbecken liegt herum, ein paar Meter weiter hat jemand eine Toilettenschüssel entsorgt. Eine komplette Polstermöbel-Garnitur steht auf der Wiese zwischen den verfallenden Wohngebäuden, garniert mit diversen Farbeimern. Teppichreste, Aktenordner, Plastikwannen, Kabelummantelungen – die Bandbreite des Gerümpels kennt keine Grenzen.

Warum Menschen genau diesen Platz aussuchen, um ihren Unrat auf dreiste Art und Weise loszuwerden, darüber kann man nur spekulieren. Wahrscheinlich fühlen sie sich am Stadtrand unbeobachtet. Und offenbar animiert Müll andere dazu, ihren Kram dazu zu legen.

Immer wieder ist das Grundstück Thema in den Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung. Im jüngsten Hauptausschuss kochte das Thema erneut hoch. „Wir können doch nicht tatenlos zusehen, wie dort eine Müllhalde entsteht, die von Tag zu Tag größer wird“, schimpfte der CDU-Abgeordnete Gerd Wollenzien. Und auch Horst Schwenzer (FDP) hat immer wieder darauf hingewiesen, dass es sich um einen unzumutbaren Zustand handelt.

Kaum Handlungsspielraum

Das sieht auch Rathenows Bauamtsleiter Matthias Remus so. Allerdings hat er wenig Möglichkeiten, an der Situation etwas zu ändern. „Es handelt sich nicht um eine städtische Fläche, sondern um ein Privatgrundstück“, sagt er. Deshalb seien der Verwaltung die Hände gebunden.

„Wir können den Eigentümer freundlich bitten, Ordnung auf seinem Grund und Boden zu schaffen“, sagt Remus. Damit sei der Handlungsspielraum der Stadt aber auch schon erschöpft.

Überall auf dem Gelände haben Menschen Unrat abgeladen. Quelle: Markus Kniebeler

Tatsächlich weiß man im Rathenower Rathaus, wem das Grundstück gehört. Es handele sich um eine alte Dame, die in Süddeutschland in einem Seniorenheim lebt, sagt Remus. „Wir haben die Eigentümerin in den vergangenen Jahren mehrfach auf den misslichen Zustand hingewiesen und um Abhilfe gebeten“. Ohne Erfolg.

Einzig wenn der Müll sich auf die Fahrbahn ausbreitet, kann die Stadt tätig werden – und tut dies auch. Als Straßenbaulastträger sei man dafür verantwortlich, den Falkenweg sauber und befahrbar zu halten, erklärt der Bauamtsleiter. Deshalb werde Müll, der sich auf der Fahrbahn ausbreite, von Mitarbeitern des Betriebshofes eingesammelt. In Absprache mit dem Kreis werde dieser „herrenlose Müll“ auf Kosten des Kreises entsorgt.

Allerdings ist es rechtlich nicht möglich, den Müll von dem Privatgrundstück herunterzuholen. Was jemand mit seinem Grundstück anstellt, ob er es sauber hält oder dort das Chaos regieren lässt, sei einzig und allein Sache des Eigentümers, sagt Remus.

Eingriff nur möglich bei Gefahren für das öffentliche Leben

Eine Ausnahme allerdings gibt es. Sobald von dem Grundstück eine Gefahr ausgeht, muss der Landkreis sich kümmern. Er könnte dann ohne Einwilligung des Eigentümers tätig werden und diesem den finanziellen Aufwand in Rechnung stellen.

Nach Auskunft aus der Pressestelle des Kreises wurde das Gelände schon mehrfach überprüft. Momentan sei keine Gefahr zu erkennen. Weder für die Verkehrssicherheit, noch für die Umwelt. Deshalb gebe es keinen Grund, tätig zu werden.

Also wird sich an der unbefriedigenden Situation wohl nichts Grundlegendes ändern. Es sei denn, die Eigentümerin entschlösse sich, das Grundstück zu veräußern. Doch die Chance, dass jemand das Gelände kauft und in Ordnung bringt, sind gering. Weil die Fläche sich im Außenbereich befindet, darf sie nicht bebaut werden. Damit dürfte das Kaufinteresse gegen Null gehen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: „Hände gebunden“

Von Markus Kniebeler

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