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Rathenow Visionen für die alte Brauerei
Lokales Havelland Rathenow Visionen für die alte Brauerei
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13:46 24.07.2019
Sebastian Wagner, Geschäftsführer der Braulab GmbH, und Gesellschafter Andreas Weigelt in der alten Mälzerei.
Sebastian Wagner, Geschäftsführer der Braulab GmbH, und Gesellschafter Andreas Weigelt in der alten Mälzerei. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

 Die Pläne zur Wiederbelebung der Rathenower Brauerei werden konkreter. Bei einem Ortstermin hat Stadtplaner Sebastian Wagner seine Visionen zur Gestaltung des stadtbildprägenden Ensembles erläutert.

Die Braulab GmbH hat die alte Brauerei erworben und will um sie herum ein neues Wohnquartier errichten. Beim Rundgang über das Gelände spürt man etwas vom besonderen Charme dieses traditionsbehafteten Ortes.

Wagner ist Geschäftsführer der Braulab GmbH, die im April das Gelände in der nördlichen Innenstadt erworben hat. In der alten Mälzerei, einem loftähnlichen Raum unter dem Dach, präsentiert er mit Andreas Weigelt, ebenfalls Gesellschafter der Braulab, die ersten Entwürfe.

Bei der Entwicklung des Geländes sollen zwei Schwerpunkte gesetzt werden. Die denkmalgeschützten Backsteinbauten sollen unter dem Oberbegriff Wellness und Gesundheit umgebaut werden.

Hotel mit individueller Note

So könnte sich die Mälzerei zu einem Boutique-Hotel verwandeln. Darunter versteht man kleine, persönlich geführte Hotels, die ihren Gästen einen angenehmen Aufenthalt bieten. Es gehe darum, die Reize der vorhandenen Architektur zu betonen und eine Unterkunft zu schaffen, die es so nicht noch einmal gibt, erklärt der Stadtplaner.

Dinge, die an frühere Zeiten erinnern, gibt es in dem Gebäude genug. Quelle: Markus Kniebeler

Flankiert werden soll die Herberge von gastronomischen und gesundheitsorientierten Angeboten: Ein Café mit großer Außenterrasse, ein Hofladen mit regionalen Produkten, eine Bad- und Saunalandschaft finden sich auf den ersten Plänen wieder.

Die Villa am Eingang des historischen Gebäudeensembles könnte zu einem medizinischen Zentrum werden – mit unterschiedlichen Angeboten: von der Yogaschule bis zur Physiotherapie.

Veranstaltungen in der Maschinenhalle

Die alte Maschinenhalle soll nach dem Umbau Veranstaltungen vorbehalten sein: hier könnten Ausstellungen, Konzerte, Lesungen über die Bühne gehen. Die verschiedenen Räumlichkeiten sollen auch von Privatpersonen gemietet werden können.

Neben der behutsamen Entwicklung der historischen Bausubstanz wird der zweite Schwerpunkt auf den Neubau gelegt. Auf dem nördlichen Teil des Grundstücks sollen bis zu 100 Eigentumswohnungen errichtet werden.

Freiflächen für Besucher und Bewohner

Die Blocks mit den Wohnungen werden so angeordnet, dass dazwischen hofartige Freiflächen entstehen, die von den Bewohnern genutzt werden können. Weil die Ökologie den Investoren am Herzen liegt, werden alle Dächer des Ensembles begrünt.

In den alten Gewölbekellern könnte der Bad-und Wellnessbereich eine Heimat finden. Quelle: Markus Kniebeler

Höfe spielen in dem Konzept eine tragende Rolle. Die heute bereits vorhandenen Freiflächen des Ensembles sollen öffentlich zugänglich bleiben. „Wir wollen, dass die Leute kommen, flanieren und die Angebote nutzen“, sagt Wagner. Der Wellnessbereich etwa solle frei zugänglich bleiben, ebenso Cafés, Hofladen und was sonst noch auf dem Grundstück entsteht.

Sauna im Gewölbekeller

Besonders ambitioniert klingen die Wellness-Pläne. Im riesigen Gewölbekeller der Brauerei, in dem früher das Bier kühl gelagert wurde, soll eine Sauna- und Bäderlandschaft entstehen. Man sei in Verhandlungen mit einem Betreiber, sagt Wagner.

Was die potenzielle Käufer der Eigentumswohnungen angeht, richten die Planer den Blick vor allem nach Berlin. Dort befinde sich der Wohnungsmarkt seit einigen Jahren in einem Prozess der Überhitzung, sagt Andreas Weigelt, der sich um die Vermarktung kümmert.

Alternativen zum Berliner Wohnungsmarkt

„Wir richten uns an Menschen, die diesem Druck nicht standhalten wollen oder können und nach qualitativ hochwertigen, bezahlbaren Wohnformen im schönen Umland suchen“, sagt Weigelt. Natürlich zählten auch Havelländer zu dieser Zielgruppe.

Wann die ersten Wohnungen bezogen werden, steht noch nicht fest. „Wir haben einen Plan“, sagt Sebastian Wagner. Mit dem Kauf der Brauerei sei der erste Schritt getan, die anderen würden jetzt folgen

Von Markus Kniebeler