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Rathenow In alten Handys steckt viel Wertvolles
Lokales Havelland Rathenow In alten Handys steckt viel Wertvolles
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20:18 07.02.2020
Alte Handys und Smartphones liegen noch in mancher Schublade. Recycling-Firmen übernehmen die Verwertung der Elektrogeräte. Quelle: dpa
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Rathenow

Ein neues Smartphone zu Weihnachten – darüber haben sich im vergangenen Monat sicher viele Potsdamer gefreut. Und damit sind sie nicht allein.

Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe kauft man hierzulande jährlich 24 Millionen neue Smartphones, das heißt im Durchschnitt alle zwei bis drei Jahre ein neues Gerät. Doch was passiert mit den ungenutzten Handys? In den Müll dürfen sie nicht. Die MAZ hat sich umgehört, wo und wie sie zu entsorgen sind.

Wohin gehören die alten Smartphones?

Im Westhavelland gibt es mehrere Möglichkeiten, Altgeräte loszuwerden. Seit 2016 sind Händler und Produzenten durch das Elektronikgerätegesetz verpflichtet, Altgeräte zurückzunehmen und sich um die sachgerechte Entsorgung zu kümmern.

Das gilt ab einer bestimmten Ladenfläche. Kleinere Geschäfte nehmen nicht zwingend Geräte zurück. Auch die Mobilfunkanbieter sind zur Annahme von Altgeräten verpflichtet. Entweder schicken Westhavelländer die alten Handys per Post oder geben sie direkt in einem Anbietershop ab.

Beim Mobilfunkanbieter angekommen, werden die Handys zunächst darauf geprüft, ob eine Reparatur und damit ein Weiterverkauf möglich ist, um die Nutzungsdauer zu verlängern. Sonst werden sie recycelt.

Eine andere Option ist es, das alte Gerät direkt beim Wertstoffhof abzugeben. Die Abfallbehandlungsgesellschaft Havelland mbH des Landkreises betreibt den Wertstoffhof Bölkershof.

Gibt es auch andere Optionen mit Mehrwert?

Der Naturschutzbund (Nabu) bietet Sammelstellen an. In Rathenow findet man diese im NABU-Projektbüro Untere Havelniederung in der Ferdinand-Lassale-Straße 10, im Optikpark Rathenow, Schwedendamm 1 sowie im NABU-Besucherzentrum in der Stremmestraße 10 in Milow.

Der Verband kooperiert dabei mit Telefónica Deutschland (O2). Zusammen mit der AfB (Arbeit für Menschen mit Behinderung) werden bestimmte noch verwertbare Geräte aufgearbeitet und verkauft, der Rest geht zum Recyceln an eine nachhaltige Schmelzanlage der Firma Unicore.

Ein Teil des Umsatzes, der von Telefonica durch die Gewinnung der teilweise wertvollen Rohstoffe gemacht wird, geht so direkt an den Nabu-Insektenschutzfonds. Wer keine NABU-Sammelstelle in der Nähe hat, kann sich sogar auf www.nabu.de kostenlos einen Versandschein herunterladen und sein altes Handy direkt an den Recycler AfB schicken.

Was muss man vor Abgabe des Handys beachten?

Wer sein Handy zur Entsorgung gibt, sollte darauf achten, dass alle Daten gesichert und vom alten Gerät gelöscht sind. Zwar vernichten zum Beispiel die Handyanbieter die Daten auf den Geräten auch, doch empfehlen Fachleute, die Löschung alter Daten trotzdem selbst vorzunehmen.

Nachdem das Handy auf Werkseinstellung zurückgesetzt ist, sollte man, sofern es geht, auch die Sim-Karte sowie Micro-SD-Karte entfernen.

Was passiert, nachdem man sein Handy abgegeben hat?

Egal wo man sein Handy zum Recyceln gibt, die danach folgenden Abläufe sind ungefähr gleich. Am Beispiel des Wertstoffhofes lässt sich der Weg des Handys gut nachvollziehen. Dort landen die Handys zunächst schlicht in einem Container.

Ist dieser voll, wird er beim Elektrogeräteregister zur Abholung gemeldet, woraufhin die Altgeräte zu einem Recyclingunternehmen gebracht werden. Übrigens können hier auch kostenlos alte CDs, DVDs und Blue-Rays abgegeben werden. Diese gehören nämlich nicht in den Hausmüll.

Im Recyclingunternehmen findet schließlich der entscheidende Teil des Prozesses statt. Das Smartphone durchläuft mehrere Schritte, bis es komplett zerlegt und recycelt ist.

Auch auf dem Wertstoffhof Bölkershof in Rathenow kann man ausrangierte Mobiltelefone abgeben. Quelle: Christin Schmidt

Im ersten Schritt werden Akkus aussortiert – diese können bei Kontakt mit einem Schredder oder auch schon geringeren Erschütterungen Feuer fangen und müssen daher getrennt vom Rest recycelt werden.

Danach durchläuft das restliche Material den Schredder und gelangt in ein Sortiersystem, durch das die verschiedenen Rohstoffe gesondert in Containern gesammelt werden. Diese können zu ungefähr 89 Prozent recycelt werden.

Eingeschmolzen für die Wiederverwendung werden die Metalle in der Schmelzanlage, die mit dem jeweiligen Recyclingunternehmen kooperiert. Somit können praktisch alle verarbeiteten Rohstoffe zurückgewonnen werden.

Wieso ist es wichtig, ein Handy fachgerecht zu entsorgen?

Werden Handys im Hausmüll entsorgt, besteht große Brandgefahr durch die Akkus, zum Anderen gehen die verwendeten wertvollen Rohstoffe verloren. Denn in Handys werden Materialen wie Gold, Silber und Kupfer verbaut, die leicht recycelt werden können.

Gewonnen werden diese Rohstoffe mit schwerer Belastung für die Umwelt und unter meist menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in Afrika. Auch werden alte Handys oder deren Bestandteile oft illegal deklariert und ins Ausland verschifft. Dort, insbesondere in Afrika, werden sie auf einfachen Müllhalden verbrannt und schaden damit den Menschen und der Umwelt.

Denn bei der Verbrennung entstehen giftige Gase, die stark krebserregend sind, und die geschmolzenen zum Teil giftigen Metalle landen im Wasser. Daher ist es umso wichtiger, sein Handy so lange zu nutzen und zu reparieren, wie es möglich ist und es anschließend fachgerecht zu entsorgen.

Von Louise Otterbein und Christin Schmidt

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