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Rathenow Auf der Suche nach einem Plan für Kultur
Lokales Havelland Rathenow Auf der Suche nach einem Plan für Kultur
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18:16 23.01.2019
Im Kulturzentrum diskutierten rund 30 Gäste über die Kultur in Rathenow und den geplanten Kulturentwicklungsplan. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

 Kultur ist der Stadt Rathenow wichtig. Immerhin gibt sie im Vergleich zu anderen Städten im Havelland vergleichsweise viel dafür aus. Während Nauen pro Einwohner 8,04 Euro in diesen Bereich investierte und Falkensee 27,76 Euro, gab Rathenow 47,70 Euro aus. Dem Landkreis war die Kultur etwas mehr als 17 Euro pro Kopf wert.

Die Zahlen stammen aus dem Jahr 2015. Sie dienten als Grundlage für den Kulturentwicklungsplan des Kreises. An einem solchen arbeitet auch Rathenow. Die Idee dazu, gibt es schon länger.

Bereits 2017 beschäftigte sich die Verwaltung mit dem Kulturentwicklungsplan des Kreises, um daraus ein eigenes Konzept zu stricken. Noch liegt das aber nicht vor.

17 Bands und acht Chöre

Einen Schritt näher ist man dem Ziel am Dienstagabend gekommen. Das Kulturamt hatte zur Diskussionsrunde ins Kulturzentrum eingeladen. Mehr als 30 Gäste, darunter Musiker, Maler, Vertreter aus Vereinen und Institutionen, zahlreiche Abgeordnete und Mitglieder des Kinder- und Jugendparlaments (KiJuPa), waren gekommen.

Mit der etwas provokanten Frage „Muss eine Stadt Kultur planen?“ stieg Hauptamtsleiter Jörg Zietemann ins Thema ein. „Wir wollen gemeinsam mit ihnen Ideen sammeln. Jeder ist hier gleichberechtigt und kann sich einbringen“, betonte Zietemann.

Franziska Rahn, Sachbearbeiterin im Bereich Kultur, überraschte die Gäste mit der Vorstellung des kulturellen Angebots. Dazu gehören unter anderem rund 17 Bands, acht Chöre und ebenso viele Kultureinrichtungen, je drei Blaskapellen, Künstlerkreise und Tanzschulen.

Weg vom „Hier ist nichts los“-Gemecker

„Ich wusste gar nicht, dass unsere Stadt so viel zu bieten hat“, gestand eine Vertreterin der Theatergruppe Lichtblick. Schnell war klar, es mangelt nicht so sehr an Kultur, sondern vielmehr an Informationen darüber. Eine Kulturbroschüre sowie wöchentliche oder monatliche Infos online und in gedruckter Form könnten helfen, meinten viele.

KiJuPa-Sprecherin Denise Jäkel sprach sich zudem für eine Info-Kampagne aus: „Wir müssen weg vom ,Hier ist nichts los’-Gemecker und das Kulturbewusstsein der Menschen wecken.“

Rund 1,3 Millionen Euro investierte die Stadt 2018 in die Kultur. Davon flossen je rund 600 000 Euro in den Optikpark und ins Kulturzentrum (KuZ), rund 115 000 Euro in die Bibliothek. 7500 Euro bekam das Heimatmuseum, rund 8000 Euro gingen fürs Stadtfest drauf. Für Vereinsförderung blieben 1500 Euro. Weil damit keine großen Sprünge möglich sind, soll Vorhandenes besser genutzt werden.

Optikpark und Kulturzentrum sollen sich öffnen

„Kulturzentrum und Optikpark müssen sich mehr öffnen. Warum spielen hier so wenig regionale Bands?“, gab ein Musiker zu bedenken. KuZ-Chefin Bettina Götze konnte nicht antworten, sie ist zurzeit nicht im Dienst.

Stattdessen erklärte Daniel Golze, Fraktionsvorsitzender der Linken, dass eine verstärkte Nutzung mit höheren Kosten verbunden ist, die wiederum die Stadt mittragen muss. Diskutieren sollte man das Thema aber allemal. Die Geschäftsführerin des Optikparks, Kathrin Fredrich, steht der Idee offen gegenüber: „Rathenower Bands im Park, warum nicht?“

Verwaltung könnte bei Förderungen unterstützen

Gabriele Knobloch von der Musik- und Kunstschule TonArt schlug angesichts des knappen Budgets vor, mehr Fördermittel zu nutzen: „Die Verwaltung könnte hier stärker unterstützen, in dem sie mehr über Fördermöglichkeiten informiert und selbst Anträge stellt.“

Eines wurde deutlich, das Interesse ist groß und der Weg zum Konzept noch weit. Nun ist es an der Verwaltung, die Ideen zusammenzufassen. Im März sollen sie Bildungsausschuss besprochen werden.

Von Christin Schmidt

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