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Rathenow Nur wenige zeigten ein Herz für Kinder
Lokales Havelland Rathenow Nur wenige zeigten ein Herz für Kinder
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19:10 28.12.2018
Petra Herbrich (l.) und Christiane Thielke (r.) übergeben Geld und Geschenke an Britta Brüggemann (2.v.l.) und Gudrun Zenke von der Rathenower Tafel. Quelle: Christin Schmidt
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Rathenow

Wenn es darum geht, für Kinder etwas Gutes zu tun, sind in der Regel viele Menschen bereit sich zu beteiligen. Das dachte sich auch Christl Schneewind, ehemalige Kinobetreiberin und engagierte Bürgerin Rathenows.

Deshalb rief sie im vergangenen Jahr anlässlich des 801. Geburtstags der havelländischen Kreisstadt zu der Aktion „Rathenow 800+1 zeigt Herz für seine Kinder“ auf und lud – damals noch als Kinochefin – Kinder zu einer kostenlosen Filmvorführung ein.

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Nun genießt Schneewind ihren Ruhestand, die Aktion will sie aber fortführen. Mit „Rathenow 800+2 zeigt Herz für seine Kinder“ erinnert sie zum einen die Menschen daran, in was für einer alten und ehrwürdigen Stadt sie leben und möchte zugleich so viele wie möglich ermuntern, sich für Kinder und damit für die Zukunft Rathenows einzusetzen.

2000 Flyer und 25 Plakate hat sie auf eigene Kosten drucken lassen, um für die Aktion zu werben. Sie stellte das Projekt unter anderem im Unternehmerverein und in der Stadtverordnetenversammlung vor, verteilte Plakate in den Geschäften und Flyer auf dem Weihnachtsmarkt. „Leider bin ich dabei auf ganz wenig Zustimmung gestoßen“, berichtet Christl Schneewind.

Christl Schneewind hat die Aktion „800+2“ ins Leben gerufen. Am Freitag warb sie dafür im City Center. Quelle: Christin Schmidt

Am Freitag, dem Tag, an dem die Stadt vor genau 802 Jahren erstmals urkundlich erwähnt wurde, zog sie noch einmal los und verteilte in der Innenstadt Flyer. Viele konnte sie aber nicht unter die Leute bringen. Nur wenige hörten ihr zu oder zeigten Interesse.

„Wir wollen zum Stadtgeburtstag etwas für die Kinder tun, machen Sie mit?“, fragte Schneewind unter anderem eine Frau im City Center. Statt einer Antwort bekam sie aber nur eine knappe Gegenfrage zurück: „Und was hab ich davon?“

Es gab aber auch Menschen, die Christl Schneewind am Freitag unterstützten und ein Herz für Kinder zeigten. Petra Herbrich und Christiane Thielke vom Seniorenrat hatten von der Aktion erfahren und besuchten am Mittag die Helfer der Rathenower Tafel.

Kino und Schwimmhalle beteiligen sich

„Wir finden die Idee wunderbar und wollten uns daran beteiligen. Deshalb bringen wir der Tafel Süßigkeiten und etwas Geld für die Kinder, die hierher kommen“, so Herbrich.

Britta Brüggemann vom Vorstand der Rathenower Tafel und ihre Helfer freuten sich über dieses Engagement. Die Süßigkeiten verteilten sie gleich an bedürftige Kinder.

„Da viele Familien mit Kindern zur Tafel kommen, haben wir uns entschlossen hier zu helfen. Vielleicht ist das ja auch ein Anreiz für andere, sich an der Aktion zu beteiligen“, erklärt die Seniorenratsvorsitzende Petra Herbrich. Sie hofft, dass sich das Projekt anlässlich des Stadtgeburtstags am 28. Dezember etabliert.

Neben dem Seniorenrat hat sich das Haveltorkino beteiligt und Kinder zu einer kostenlosen Vorstellung eingeladen. Die Rathenower Wärmeversorgung machte ebenfalls mit und spendierte einen Schwimmhallenbesuch. In einigen Geschäften hingen die Plakate und machten auf die Aktion aufmerksam.

„Ich hatte gehofft, dass die Unternehmer als Multiplikatoren das Ganze bekannt machen und sich selbst einbringen. Es gibt so viele kleine Dinge, die man tun kann für Kinder. Die Optiker könnten Brillenputztücher verteilen, die Bäcker kleine Kekse, jeder könnte sich auf seine Art beteiligen. Und wenn sie nur zu den Kindern sagen, Du bist ein toller Mensch und Du bist ein wichtiger Teil dieser Stadt. Leider war die Resonanz dennoch sehr dürftig“, so Christl Schneewinds Fazit.

Von Christin Schmidt