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Rathenow Auf dieses Geschenk hat die Kreisbibliothek gewartet
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13:04 20.05.2019
Wolfram Bleis übergibt einige Exemplare des Kalenders an Bibliotheksleiterin Martina Lenz. Quelle: Christin Schmidt
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Rathenow

Wer wissen möchte, welche Auswirkungen der letzte Vulkanausbruch in der Eifel vor rund 13.000 Jahren auf das Havelland hatte oder welche Rolle die Freimaurer in Rathenow spielten, der sollte im Rathenower Heimatkalender blättern.

Seit mehr als 60 Jahren erscheint Dank fleißiger Ehrenamtler jedes Jahr ein neues Exemplar, das gespickt ist mit spannenden Geschichten aus der Region.

Ob Bilder des ersten sozialistischen Wohngebiets in Rathenow, Anekdoten aus dem Ländchen Rhinow oder dem Milower Land – der Heimatkalender ist eine Fundgrube für die Geschichte des Westhavellandes.

Stadtarchivar entdeckt Lücke im Bestand

Und er ist natürlich auch fester Bestandteil der Kreisbibliothek Havelland. Immer wieder fragen Menschen nach dem Kalender, die an bestimmten regionalgeschichtlichen Themen arbeiten oder sich schlichtweg für diese interessieren.

Kürzlich machte sich auch Stadtarchivar Stefan Nitsche auf die Suche nach einer bestimmten Ausgabe und stellte fest, dass die Bibliothek längst nicht jeden Jahrgang vorrätig hat.

Das wird sich nun ändern. Die Leiterin der Kreisbibliothek Havelland Martina Lenz nimmt gerade 45 Ausgaben des Heimatkalenders in den Bestand auf. Die Hefte sind eine Spende des Rathenower Heimatbundes, seit 1991 Herausgeber der Hefte.

Ein Lexikon zum Heimatkalender ist in Arbeit

Stefan Nitsche hatte dem Vorsitzenden des Heimatbundes, Wolfram Bleis, von der Lücke im Bestand berichtet. Daraufhin ließ er sich eine Liste mit den fehlenden Jahrgängen geben und brachte am Montag einen ganzen Korb voll mit neuem Lesestoff in die Kreisbibliothek.

Bleis schreibt seit mehr als 30 Jahren am Kalender mit und ist in Sachen Regionalgeschichte ein wandelndes Lexikon. Wer nach bestimmten Geschichten und Themen sucht, kann ihn um Hilfe bitten.

Er kennt zwar nicht jede Ausgabe bis ins Detail, hat aber einen sehr guten Überblick. „Um den Lesern die Suche künftig zu erleichtern, arbeitet wir gerade an einem Lexikon für die Heimatkalender, die während der DDR-Zeit erschienen“, so Bleis.

Familie aus den Niederlanden bittet Rathenow um Hilfe

Gerade recherchiert er das Schicksal eines Mannes aus den Niederlanden, der 1944 ins KZ-Außenlager Rathenow gebracht worden war. Dessen Familie bat Bleis um Hilfe. Der ließ sich nicht lange bitten und wurde schnell fündig.

Wolfgang Bleis verfolgte die Spur des Mannes bis nach Sachsenhausen. „Wir konnten anhand von Unterlagen nachweisen, dass er am Todesmarsch teilnahm und diesen überlebte“, berichtet der Vorsitzende des Heimatbundes.

Es sind Geschichten wie diese, die ihn faszinieren und ihn antreiben unermüdlich weiter zu suchen. Unzählige Dokumente, Schiffs- und Gefallenenlisten sowie Beerdigungsscheine hat er studiert, Telefonbücher gewälzt und Hinterbliebene befragt.

Aus diesen Puzzleteilen ergibt sich nach und nach ein immer genaueres Bild von einer längst vergangenen Zeit, die Bleis und seine Mitstreiter für kommende Generationen bewahren wollen.

Noch sind die Recherchen zum Schicksal des Mannes aus den Niederlanden nicht abgeschlossen, eines steht aber schon jetzt fest: Auch diese Geschichte wird in einer der künftigen Ausgaben des Heimatkalenders erscheinen.

Von Christin Schmidt

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