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Rathenow So wollen Lokalpolitiker die Stadt Rathenow zukunftsfit machen
Lokales Havelland Rathenow So wollen Lokalpolitiker die Stadt Rathenow zukunftsfit machen
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17:03 09.04.2019
Die sieben Kandidaten (vordere Reihe) und die Organisatoren der Diskussionsrunde (hinten) im Blauen Saal. Quelle: Uwe Hoffmann
Rathenow

Wie wird sich die Stadt Rathenow in den kommenden Jahren entwickeln? Geht die Reise, zugespitzt formuliert, wegen der Überalterung in Richtung Seniorenpark? Oder besteht die Chance, die Bevölkerung durch Zuwanderung aus dem Berliner Raum aufzufrischen? Diese Frage kristallisierte sich am Montagabend im Blauen Saal des Kulturzentrums als das zentrale Thema einer lebhaften Debatte heraus.

Sieben Kandidaten im Kreuzverhör

Auf Einladung des Vereins „Unternehmer für Rathenow“ hatten sich sieben Kommunalpolitiker auf dem Podium versammelt: Corrado Gursch (CDU), Daniel Golze (Linke), Manfred Lenz (SPD), Uwe Hendrich (AfD), Horst Schwenzer (FDP), Klaus Reimann (Freie Wähler) und Christian Kaiser (Republikaner). Sie alle wollen am 26. Mai in die Rathenower Stadtverordnetenversammlung einziehen und nutzten die Gelegenheit, für sich und ihre Positionen zu werben.

Schnell wurde in der von Joachim Wilisch, Redakteur der Märkischen Allgemeinen in Rathenow, moderierten Diskussion klar, dass die Hoffnung auf eine Belebung der Stadt groß ist. „Wir brauchen den Zuzug, um eine lebendige Stadt zu bleiben“, sagte Daniel Golze. Und alle Kollegen auf dem Podium stimmten ihm zu. Alle? Christian Kaiser schwamm gegen den Strom. „Ich will nicht, dass Rathenow von Berlin überrannt wird“, sagte er. Man solle stattdessen mehr Energie aufwenden, um die „eigenen Leute“ in der Stadt zu halten.

Hoffnung auf Zuzügler

Mit dieser Meinung stand er alleine da. Alle anderen setzen auf die wachsende Anziehungskraft einer Stadt in der Zweiten Reihe. Und irgendwie hängt mit diesem Thema alles zusammen. „Wir müssen die Infrastruktur verbessern, sonst werden wir niemanden für Rathenow begeistern können“, sagte Corrado Gursch.

Manfred Lenz wies darauf hin, dass man als Stadt gut beraten sei, zwei geplante große privatfinanzierte Projekte – die Belebung der Askania-/Fielmann-Brache und die Entwicklung der Brauerei – konstruktiv zu begleiten. Diese Vorhaben würden die Lebensqualität in Rathenow erheblich steigern.

Die Zuhörer durften Fragen stellen. Quelle: Uwe Hoffmann

Von harten und weichen Faktoren war in der lebhaften Debatte immer wieder die Rede. Eine bessere Bahnanbindung nach Berlin wurde einhellig gefordert. Klaus Reimann ergänzte, dass man sich auch darum kümmern müsse, die Anbindung an die Autobahn zu verbessern.

Investitionen unerlässlich

Auch die Investitionen in Bildung, in Kitas und Schulen, wurden von allen als Voraussetzungen dafür benannt, die Attraktivität der Stadt zu erhöhen. Und schließlich müsse auch am äußeren Erscheinungsbild Rathenows gearbeitet werden.

Da war vor allem Horst Schwenzer in seinem Element. Wer gleich am Bahnhof mit Schmierereien empfangen werde, der könne sich schwerlich in die Stadt verlieben, so Schwenzer. Und auch Uwe Hendrich plädierte für Investitionen in Ordnung und Sicherheit. Wenn Bürger sich bedroht und belästigt fühlten, müssten Kontrollen verstärkt und die Verursacher der Verunsicherung zur Rechenschaft gezogen werden.

Moderator Joachim Wilisch fühlte den Kandidaten auf den Zahn. Quelle: Uwe Hoffmann

Nach der Podiumsdiskussion waren die rund 80 Zuhörer an der Reihe, den Kandidaten auf den Zahn zu fühlen. Alle Themen anzusprechen, die in der zweieinhalbstündigen Debatte aufs Tapet kamen, würde den Rahmen des Artikels sprengen. Mal ging es um die große Politik – Straßenausbaubeiträge, Kita-Gebühren, Ärztemangel – dann rückten lokale Themen wieder in den Fokus.

Mehr Transparenz gefordert

Corrado Gursch etwa ließ sich dazu hinreißen, die Verkehrslenkung in den Rathenower Kreisverkehren als Schwachsinn zu bezeichnen. Daniel Golze und Christian Kaiser warben dafür, die SVV-Sitzungen durch Videoübertragungen transparenter zu machen.

Auf die Frage, wie politikverdrossene Bürger wieder dazu animiert werden könnten, sich am politischen Geschehen zu beteiligen, gab es eine nahezu einstimmige Antwort der politischen Kontrahenten. Es müsse mehr mit den Menschen geredet werden – und zwar direkt und unverblümt. Die Debatte im Blauen Saal war das beste Beispiel dafür, wie lebhaft, engagiert und fair ein solcher Austausch sein kann.

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