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Rathenow Schülerin aus Rathenow will mit Straßenmusik todkranken Kindern helfen
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08:33 21.05.2019
Juliana Klaus beteiligt sich an der bundesweiten 72-Stunden-Aktion der Katholischen Landjugendbewegung. Am Freitag, dem 24. Mai gibt sie mit befreundeten Musikerin ein Konzert auf dem Märkischen Platz und sammelt dabei spenden für ein Kinderhospiz. Quelle: Privat
Rathenow

Wer am Freitagnachmittag über den Märkischen Platz schlendert, der wird vermutlich stehen bleiben und lauschen. Denn Jazz, irische, französische und lateinamerikanische Musik werden am 24. Mai ab 15 Uhr im Stadtzentrum erklingen und den Rathenowern den Tag versüßen.

Auf die Idee, die havelländische Kreisstadt mit Straßenmusik zu bereichern, kam Juliana Klaus. Die 17-jährige Schülerin will nicht nur ein Konzert unter freiem Himmel geben.

Sie hofft, dass möglichst viele Menschen stehen bleiben, zu hören, sich von der Musik berühren lassen und mit einer kleinen Spende bedanken.

Das jüngste Mitglied der Gemeinde

Das Geld sammelt die Schülerin nicht für die Abi-Feier. Sie will damit todkranken Kindern eine Freude machen.

„Wir übergeben alle Einnahmen an das Kinderhospiz Sonnenhof in Berlin. Unser Wunsch ist es, die Rathenower mit Musik zu erfreuen und mit ihren Spenden anschließend diese wichtige Arbeit im Sonnenhof zu unterstützen. Das ist unser Beitrag zur 72-Stunden-Aktion der Katholischen Landjugendbewegung“, erklärt Juliana Klaus.

Sie besucht die elfte Klasse der Rathenower Bürgelschule und ist das jüngste Mitglied der katholischen Gemeinde „St. Josef“ in Steckelsdorf. Der Glaube gehört für Juliana zum Leben dazu – auch wenn das nicht immer leicht ist.

Musik und soziales Engagement miteinander verbinden

„Ich habe schon manchmal das Gefühl, dass meine Religion bei anderen Unverständnis oder Verwirrung hervorruft. Ich kann das verstehen. Die Kirche muss peppiger werden, wenn sie junge Menschen erreichen will“, so die 17-Jährige.

Genau das will sie nun selbst tun. Die 72- Stunden-Aktion bietet dafür die perfekte Gelegenheit, denn sie ruft bundesweit Kinder und Jugendliche dazu auf, sich für einen guten Zweck zu engagieren. Die Religion steht dabei nicht im Vordergrund, sondern die Solidarität mit anderen, betont Juliana.

Weil die Musik seit ihrem fünften Lebensjahr eine wichtige Rolle für sie spielt, lag es nahe, etwas auf die Beine zu stellen, das beides miteinander verbindet – Musik und soziales Engagement für andere.

Die Eltern waren erst skeptisch

Seit einem dreiviertel Jahr bereitet Juliana das Ganze nun schon vor. Sie scharrte musikalische Freunde um sich, überlegte sich ein Programm, verteilte die Noten an alle Mitstreiter und meldete die Aktion bei der Stadt an.

Die 72-Stunden-Aktion

Vom 23. bis 26. Mai veranstalten die Katholische Landjugendbewegung gemeinsam mit dem Dachverband, dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend, und anderen katholischen Jugendverbänden bundesweit Sozialaktionen.

Tausende Kinder und Jugendliche setzen Projekte für und mit anderen um. Der Kreativität der Aktionsgruppen sind bei den Projekten keine Grenzen gesetzt.

Egal ob Engagement in der Geflüchtetenhilfe, in Seniorenzentren oder im Kindergarten; wichtig ist es, Solidarität mit anderen zu zeigen und mit vollem Einsatz dabei zu sein.

Kooperationen mit interkulturellen und interreligiösen Partnern sind bei den Projekten ausdrücklich erwünscht und auch internationale Projekte werden unterstützt.

„Meine Eltern waren zunächst skeptisch, aber inzwischen konnte ich sie überzeugen. Sie unterstützen mein Vorhaben und sind mir eine große Hilfe“, betont die Schülerin.

Ihr ist es auch gelungen, die Aktion in Kooperation mit der Gemeinde Blankenfelde zu organisieren. Es werden also neben Musikern aus Rathenow auch Gäste aus dem dortigen Pfarramt dabei sein.

Juliana bringt auch ins Seniorenheim Musik

Juliana kommt extra einen Tag früher von der Klassenfahrt zurück , um am Freitag ihre Bratsche zu spielen. Auch Geige, Saxofon, Hörner, Cajon, Trompete, Akkordeon und Gitarre werden erklingen.

Mit dabei ist sogar Annette Lapschies, die bis zum letzten Jahr an der Musikschule unterrichtete und lange Zeit Julianas Lehrerin war. Von der Idee, Straßenmusik zu spielen um Spenden für ein Kinderhospiz zu sammeln, war sie so begeistert, dass sie sofort zusagte.

Juliana Klaus aus Rathenow macht seit ihrem fünften Lebensjahr Musik. Heute spielt sie im Orchester der Musikschule. Quelle: Privat

Das Konzert ist längst nicht der einzige Einsatz, den Juliana erbringt. Sie hat außerdem einen gemeinsamen Abend mit Gästen aus Blankenfelde organisiert und am Samstag fährt sie mit Freunden nach Sandau in ein Seniorenheim.

„Wir wollen dort mit den Bewohnern Volkslieder singen, mit ihnen spazieren gehen und später noch Kaffeemusik für sie spielen“, erzählt die 17-Jährige. Sie hofft, dass sie den älteren Menschen damit eine Freude macht.

Allein im Land Brandenburg beteiligen sich 29 Gruppen an der 72-Stunden-Aktion.

Von Christin Schmidt

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