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Rathenow Stadtverordnete wollen Videoüberwachung
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19:27 04.07.2018
Der Märkische Platz soll eine Videoüberwachung bekommen. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Auf dem Märkischen Platz in Rathenow sollen Videokameras installiert werden, um die Gewalt- und Vandalismusauswüchse der vergangenen Monate einzudämmen. Das haben die Rathenower Stadtverordneten am Mittwochabend nach intensiver Debatte mit deutlicher Mehrheit beschlossen.

Bürgermeister Ronald Seeger wird nun einen entsprechenden Antrag bei der Polizeidirektion stellen. Die Entscheidung, ob Videokameras installiert werden und – wenn ja – wie aufgezeichnet wird, trifft das Innenministerium.

Hoffnung auf abschreckende Wirkung

Den Antrag, den Platz überwachen zu lassen, hatte die CDU-Fraktion gestellt. Deren Vertreter hoffen auf die abschreckende Wirkung der Kameras. „In anderen Städten wurden damit gute Erfahrungen gemacht“, sagte Fraktionschef Andreas Gensicke. Gegner der Überwachung wie Marcel Böttcher und Daniel Golze (beide Linke) bezweifelten die positiven Effekte. Vielmehr werde es zu einer Verdrängung der Straftäter an andere Orte kommen.

Vor der Debatte hatte Denise Jäkel vom Kinder- und Jugendparlament vehement gegen eine Überwachung argumentiert. „Die Menschen, die auf dem Märkischen Platz ihr Unwesen treiben, gehen nicht dorthin, weil sie glauben, unbeobachtet zu sein“, sagte sie. Videokameras und Überwachung seien keine Lösung des Problems. Vielmehr gehe es darum, mit den jungen Leuten ins Gespräch zu kommen.

Forderung nach mehr Präsenz

Neben der Videoüberwachung wird in dem Antrag auch die Erstellung eines Konzeptes für Ordnung und Sicherheit gefordert sowie eine stärkere Präsenz des Ordnungsamtes. Diese beiden Punkte wurden von allen Abgeordneten begrüßt.

Karsten Ziehm (FDP/Pro Rathenow) appellierte an die Verwaltung, beim Innenministerium darauf zu drängen, wieder mehr Polizisten auf die Straße zu schicken. „Da wird sich nicht von heute auf morgen etwas tun“, sagte Ziehm. Aber man müsse den Druck aufrecht erhalten, damit dieser Personalnotstand irgendwann ein Ende finde.

Hintergrund des Antrags sind Vorfälle von Gewalt und blinder Zerstörungswut auf dem Märkischen Platz. Seit rund zwei Jahren häufen sich die Fälle von Vandalismus. Häuserwände wurden beschmiert, Scheiben eingeworfen, Straßenleuchten zerstört. Auch körperliche Auseinandersetzungen hat es schon gegeben.

Von Markus Kniebeler

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