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15:41 18.04.2018
Britta Brüggemann (li.) und Henriette Meier-Ewert (re.) vom Vorstand der Rathenower Tafel im Tafelladen am Körgraben mit Helferin Christel Steinke. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Die Rathenower Tafel feiert in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag. Doch zum Feiern ist den Verantwortlichen derzeit nicht zumute. Weil die bescheidenen Einnahmen des Vereins nicht mehr ausreichen, um die Ausgaben zu decken, hat Henriette Meier-Ewert die Stadt um finanzielle Unterstützung gebeten. 6414 Euro sind als Zuschuss beantragt. „Das sind die jährlichen Kosten, die wir für den Tafelladen am Körgraben aufbringen müssen“, so die Vorsitzende des Tafel-Vereins. Ohne Unterstützung werde man das Angebot irgendwann nicht mehr in dieser Form aufrecht erhalten können.

Strukturelles Defizit

Für die finanzielle Krise gibt es keinen konkreten Anlass. „Es ist ein Grundproblem, dass wir die Ausgaben aus den Einnahmen nicht decken können“, sagt Meier-Ewert. Dass der Hilferuf an die Stadt nicht schon früher erfolgte, hat zwei Gründe. Zum einen lagen die Zuwendungen aus der städtischen Kasse schon einmal erheblich höher. Statt 650 Euro, die im vergangenen Jahr gezahlt wurden, habe der Betrag in früheren Jahren schon mal bei 3000 Euro gelegen. Zum anderen habe die Tafel vor Jahren einen größeren Betrag geerbt. Dieses Geld sei in den vergangenen Jahren verwendet worden, um die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben auszugleichen. „Aber nun ist das Geld verbraucht, und die Lücke muss auf andere Art und Weise geschlossen werden“, so Meier-Ewert.

Hilfe für über 600 Menschen

Rund 600 Personen aus 250 bis 300 westhavelländischen Haushalten nehmen die Möglichkeit wahr, sich im Rathenower Tafelladen mit günstigen Lebensmitteln zu versorgen, die durch Mitarbeiter der Tafel tagtäglich von Händlern und Supermärkten abgeholt werden. Britta Brüggemann ist die einzige hauptamtliche Angestellte des Vereins. Den Rest der Arbeit erledigen ehrenamtliche Helfer und geförderte Arbeitskräfte.

Die Einnahmen der Tafel halten sich naturgemäß in Grenzen. Ein paar hundert Euro kommt an Mitgliedsbeiträgen rein, der geringe Obolus der Kunden von 2 bis 3 Euro pro Einkauf summiert sich am Ende auch nur zu einem bescheidenen Betrag. Dem gegenüber stehen Ausgaben für die Miete, für das Gehalt der hauptamtlichen Mitarbeiterin, für das Kühlfahrzeug, mit dem die Waren abgeholt werden, für Beiträge zu diversen Kassen und Versicherungen. „Am Ende fehlt uns ziemlich genau der Betrag, den wir für den Laden im Körgraben aufbringen müssen“, so Meier-Ewert. An die Stadt habe sie sich gewandt in der Hoffnung, dass dort erkannt werde, wie wichtig die Arbeit sei, die von der Tafel geleistet wird.

Verständnis im Bildungsausschuss

Im Bildungsausschuss war am Montag das Verständnis für den Antrag der Tafel groß. Allerdings konnte noch keine Entscheidung über die gesamte beantragte Summe getroffen werden. Gleichwohl fiel der Entschluss, der Tafel schnell und unbürokratisch 2000 Euro zu überweisen, um mögliche finanzielle Engpässe zu überbrücken. Hans-Jürgen Lemle versprach, in der Verwaltung nach Mitteln und Wegen zu suchen, der Rathenower Tafel auch mittelfristig unter die Arme zu greifen.

Henriette Meier-Ewert hofft, dass das klappt. „Wenn wir die Lücke nicht schließen können, müssen wir das Angebot verringern und die Schließzeiten des Ladens verkürzen“, sagt sie. Dass darunter vor allem die Kunden leiden, ist klar. Und wenn das nicht helfe, müsse man über die Schließung nachdenken. So weit sei es zwar noch nicht. Aber natürlich könne ein Verein kein dauerhaftes Zuschussgeschäft betreiben

Von Markus Kniebeler

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