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Rathenow Helfer kehren tief beeindruckt aus Gambia zurück – und planen schon das nächste Projekt
Lokales Havelland Rathenow Helfer kehren tief beeindruckt aus Gambia zurück – und planen schon das nächste Projekt
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15:10 10.05.2019
Elke Dartsch mit Monika und Peter Schmidt - sie haben Orangen und Cashews aus Gambia mitgebracht. Quelle: Christin Schmidt
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Rathenow

 Wenige Tage nach ihrer Rückkehr standen Elke Dartsch, Monika und Peter Schmidt auf dem Märkischen Platz in Rathenow, boten Orangen und Cashews an und sammelten Spenden, um die Ausbildung für einen Lehrer in Gambia zu finanzieren.

160 Euro landeten im Spendentopf. „Damit können wir das erste Ausbildungsjahr für einen Lehrer bezahlen“, freut sich die Göttlinerin Elke Dartsch.

Mitte April flog sie gemeinsam mit den Schmidts und Mitgliedern des Vereins Hand in Hand nach Gambia, um sich ein Bild von den Hilfsprojekten zu machen, die viele Rathenower mit ihren Spenden unterstützen.

Die Göttlinerin Elke Dartsch besuchte zwei Wochen lang mit Monika und Peter Schmidt verschiedene Hilfsprojekte in Gambia.

Für Elke Dartsch war es die dritte Reise nach Gambia, für Monika und Peter Schmidt eine Premiere und ein Erlebnis, das sie nie vergessen werden.

„Es ist eine völlig andere Welt. Die Armut, mit der man konfrontiert wird, ist zunächst ein Schock. Aber die Begegnungen mit den Menschen hat die Reise zu einer einmaligen, wunderbaren Erfahrung gemacht“, berichtet Monika Schmidt.

Auch ihren Mann hat die Reise berührt: „Es ist erstaunlich, mit wie wenig man dort Kinderaugen zum Leuchten bringt. Ein Luftballon und ein Bonbon genügen“, so Peter Schmidt.

Dank der Hilfe aus Deutschland und der Arbeit der Menschen vor Ort wachsen die Pflanzen in den Gemeinschaftsgärten. Quelle: Privat

Begeistert sind die beiden auch, von den erfolgreichen Projekten, die sie und viele weitere Rathenower unterstützen. In den Gemeinschaftsgärten, die Dank des Vereins und vieler Havelländer angelegt werden konnten, wächst und gedeiht Obst und Gemüse.

Die Menschen vor Ort haben die Hilfe zur Selbsthilfe angenommen, sie pflegen die Beete und verdienen mit dem Verkauf ihrer Ernte Geld.

Natürlich stammen die Orangen und Cashewnüsse, die am Samstag verkostet wurden, auch aus einem Gemeinschaftsgarten.

Hilfslehrer werden mit Einnahmen aus Schulgarten bezahlt

19 Hilfsprojekte in verschiedenen Orten des Landes laufen inzwischen Dank des Engagements aus Deutschland. Dazu gehört auch der Ausbau der Schule in Sanyang, die von immer mehr Kindern besucht wird. Rund 250 Schüler sind es bereits. Unterrichtet werden sie von einem ausgebildeten Lehrer und sechs sogenannte Hilfslehrern.

Da der Staat nur ausgebildete Lehrer bezahlt, stemmt die Schule derzeit das Gehalt für die Hilfslehrer – 20 bis 25 Euro im Monat. Finanziert wird es aus dem Ertrag des Schulgartens und dem Schulgeld.

Nun bat die Schule um Hilfe bei der Finanzierung der Hilfslehrer. Um keine Abhängigkeit entstehen zu lassen und eine bessere Qualität der Bildung zu erreichen, haben sich Elke Dartsch und ihre Mitstreiter entschieden, nicht die Hilfslehrer zu finanzieren, sondern die Ausbildung der Lehrer.

150 Euro pro Jahr kostet die Ausbildung zum Lehrer

„Etwa 150 Euro pro Jahr kostet das dreijährige College-Studium. Wir sammeln in Rathenow das Geld für einen Lehrer. Einen weiteren Lehrer wird der Verein Hand in Hand unterstützen“, erklärt Elke Dartsch.

Dank der sofortigen Spendenbereitschaft der Rathenower kann die Ausbildung schon bald beginnen. Das erste Ausbildungsjahr ist gesichert. Ein Komitee entscheidet nun, welche zwei Hilfslehrer das College besuchen.

Ein weiteres Erfolgserlebnis gab es in der Augenklinik in Brikama. Dort konnte die Göttlinerin die dringend benötigten Untersuchungsgeräte überreichen. Gespendet hatten diese Rathenower Optiker.

Elke Dartsch überreicht die Untersuchungsgeräte an die Mitarbeiter der Augenklinik in Brikama. Quelle: Privat

Auch die vielen Zahnbürsten, die Havelländer spendeten, kamen zum Einsatz. Die Kinder lernten wie und vor allem warum sie Zähne putzen sollen.

Natürlich läuft nicht alles so reibungslos. Es gibt auch Rückschläge, aber die Vereinsvorsitzende Kerstin Gehardt beweist immer wieder aufs Neue, dass man mit Beharrlichkeit und einer gewissen Strenge, sehr viel erreicht.

Wer mehr über die Reise und die Hilfsprojekte erfahren will, wird auf der Internetseite des Vereins fündig: www.handinhand-africa.de. Außerdem lädt Elke Dartsch wieder zu einem Vortrag ein. Sobald ein Termin feststeht, wird die MAZ darüber berichten.

Von Christin Schmidt

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