Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rathenow Ronald Seeger legt Amtseid ab
Lokales Havelland Rathenow Ronald Seeger legt Amtseid ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:08 25.04.2018
Ronald Seeger, wiedergewählter Bürgermeister in Rathenow ist offiziell in seine dritte Amtszeit eingeführt worden. Quelle: Joachim Wilisch
Rathenow

Ronald Seeger ist ein vom christlichen Glauben geprägter Mensch. „So wahr mir Gott helfe“ – das sagte er am Mittwoch zum dritten Mal, nachdem er den Amtseid des Bürgermeisters der Stadt Rathenow abgelegt hatte. Der stellvertretende Vorsitzende der Stadtverordneten, Wolfram Bleis (CDU), hatte seinem Parteifreund die Eidesformel vorgesprochen.

In festlichem Rahmen hat der Bürgermeister der Stadt Rathenow für seine dritte Amtszeit den Amtseid abgelegt. Es gab warmherzige Worte, launige Ansprachen Musik und ein Versprechen des Bürgermeisters: Dies wird seine letzte Amtszeit sein.

Besonders bemerkenswert wäre die Einführung ins Amt nicht. In Rathenow wurde das in der Vergangenheit aber weniger feierlich abgehandelt. Der Bürgermeister legte den Schwur vor den Stadtverordneten ab und dann ging es weiter mit der Tagesordnung. Bebauungspläne, Satzungen, Haushalt.

Ein anderer Rahmen

Diesmal nicht. Diesmal begrüßte Wolfram Bleis Gäste aus Vereinen, Kirche, Verbänden, Wirtschaft, Sport, Verwaltung und Politik im Saal des Mühlengebäudes im Optikpark. Bleis mochte das Ambiente: „Ich denke, es ist guter Brauch, wenn man eine Amtseinführung heraushebt, auch das macht Demokratie aus.“

Es gab zahlreiche Ansprachen. Quelle: Joachim Wilisch

Seine Verbundenheit zur Bibel, zum Christentum wollte Ronald Seeger in diesem Bürgermeisterwahlkampf öffentlich demonstrieren. „Suchet der Stadt Bestes“ stand auf den Wahlplakaten und auf den anderen Kleinigkeiten, die man im Wahlkampf so herschenkt. Pfarrer Andreas Buchholz hatte es übernommen, die Fragen zu dem Wahlmotto zu erhellen. „Suchet der Stadt Bestes, in die ich Euch habe führen lassen.“ In der Bibel gehe es an dieser Stelle um Vertreibung. Es gehe um Menschen, die in der Fremde die neue Heimat suchen. Es gehe um Zusammenhalt und Auseinandersetzung. Ein großes Thema.

Weiter das wichtige Thema

Das große Thema Stadt wird Ronald Seeger weiter begleiten. Seine Stadt Rathenow, die sich in den vergangenen Jahren tatsächlich prächtig entwickelt hat. Wer wollte das bestreiten? Rund 40 Millionen Euro sind mit Landesgartenschau und Bundesgartenschau nach Rathenow geflossen. Und Seeger weiß wohl, dass es zu den Zeiten, als dazu in den Potsdam die Entscheidungen fielen, einer saß, den sie noch immer die „Graue Eminenz“ nennen. Klaus Eichler, inzwischen Ehrenbürger von Rathenow, hat sich immer wieder für die Stadt stark gemacht.

Der Wahlkampf hatte die Wochen seit Jahresbeginn geprägt. Den durchaus lautstarken Auftritt der Trommelgruppe aus der Förderschule Spektrum wollte Wolfram Bleis darum auch als Schlussakkord zum Wahlkampf verstanden wissen. Nun gehe es an die Arbeit, davon gibt es reichlich.

Dank an die Verwaltung

Die zu erledigen ist nicht alleine Sache des Bürgermeisters. „Ein Verwaltungschef ist nur so gut, wie seine Verwaltung“, sagte Seeger. „Ich bin froh, dass ich diese Mitarbeiter in meiner Verwaltung um mich habe, auf die kann ich mich verlassen.“ Den besonderen Dank ließ er aber seiner Sekretärin zukommen und verriet ein offenes Geheimnis: „Sie weiß mehr über mich, als meine Familie.“ Dafür gab es eine herzliche Umarmung und einen Blumenstrauß.

Auf die Verwaltung kann sich Ronald Seeger verlassen. Hier Matthias Remus (vorne links) und Alexander Goldmann (vorne Mitte). Quelle: Joachim Wilisch

Goldtaler und einen guten Tropfen hatte Lothar Möhding aus Rendsburg dabei. Er überbrachte die Glückwünsche der Partnerstadt. Die Goldtaler sind allerdings nicht der erhoffte Geldsegen, den Ronald Seeger schon aus kommunalrechtlichen Gründen nicht hätte annehmen dürfen. Im Inneren bestanden sie aus Schokolade. Die Rendsburger hatten sich für Nervennahrung entschieden.

Nochmal acht Jahre

Ronald Seeger bleibt Chef im Ring. Und er will es acht Jahre bleiben. Das bekräftigte er am Mittwoch: „Ich bin angetreten, um acht Jahre Bürgermeister zu sein. Nur wenn meine Gesundheit nicht mehr mitspielt, dann werde ich auf die Bremse treten und nach Hause gehen.“

Auf seine Gesundheit solle er achten, hatte Pfarrer Andreas Buchholz gesagt. Und das mit Bedacht. Denn Seeger und Buchholz sind Motorrad-Kumpels. Ronald Seeger hatte allerdings im August vergangenen Jahres einen Unfall mit seinem Motorrad zu verkraften. „Ich hatte Glück“, sagte er am Mittwoch. Pfarrer Buchholz mahnte darum: „Sei nicht schneller, als der Schutzengel fliegen kann.“

Die Trommelgruppe der Förderschule Spektrum sorgte für den schwungvollen Auftakt. Quelle: Joachim Wilisch

Da war er wieder, der Bezug zur Kirche und zur Christenheit. Aus diesem Verständnis ist Ronald Seeger in der CDU gelandet. Der Partei hat er die Treue gehalten, auch wenn er sich immer wieder im kommunalpolitischen Alltag über sie geärgert hat. Immer wieder. Aber Ronald Seeger wäre nicht er selbst, wenn er darüber nicht hinwegsehen könnte. Vergebung – ganz so, wie es die Bibel will.

Mario Lienig ist in der Stadt als Narr bekannt. Der Präsident des RCC verlas ein hintersinniges Gedicht von Rathenows Ehrenbürger Günther Thonke. Und er merkte verschmitzt an: „Im RCC muss Ronald auf mich hören, denn da ist er Mitglied und ich bin der Präsident.“

So, wie er es wollte

Es war der Abend des Ronald Seeger: „Ich habe diese Zeremonie so gewollt, weil ich hier verspreche, dass dies meine letzte Amtszeit ist.“ Nicht nur die Trommelgruppe sorgte für den richtigen Ton. Musikschüler präsentierten ihr Können und der frisch vereidigte Bürgermeister verriet, dass er Klavierunterricht nimmt. Das Abschlusslied sollte für die Art und Weise stehen, wie Ronald Seeger die Stadt regiert. „My Way“, das legendäre Stück von Frank Sinatra.

Von Joachim Wilisch

Die Tage des Rewe-Marktes in der Fehrbelliner Straße sind gezählt. Das alte Gebäude soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Während der Bauzeit könnte der Verkauf in ein Zelt verlegt werden.

25.04.2018

Am 14. Juli findet im Rathenower Optikpark das Jugendfestival „Laut und Bunt“ zum zehnten Mal statt. Das Line-Up steht bereits, allerdings fehlt es noch an Geld, um die Veranstaltung zu finanzieren.

25.04.2018

Der Wasser- und Abwasserverband Rathenow wird noch in diesem Jahr eine marode Regenwasserleitung im Stadtzentrum erneuern lassen. Die Stadt beteiligt sich an den Kosten. Ihr Anteil: 180 000 Euro.

24.04.2018