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Rathenow Sandra Burmeister lebt den Traum im Drachenboot
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09:08 27.11.2018
Sandra Burmeister aus Rathenow holte bei den Drachenboot-Weltmeisterschaften in Atlanta (USA) im September drei Gold- und drei Silbermedaillen.
Sandra Burmeister aus Rathenow holte bei den Drachenboot-Weltmeisterschaften in Atlanta (USA) im September drei Gold- und drei Silbermedaillen. Quelle: Uwe Hoffmann
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Rathenow

„Man kann seine Träume verwirklichen!“ – so lautet Sandra Burmeisters Erkenntnis aus ihren Erfahrungen des Jahres 2018. Vom 13. bis 16. September nahm die Rathenowerin an der Drachenboot-Weltmeisterschaft der International Canoe Federation im olympischen Atlanta/USA teil.

Bei ihrem ersten Start bei einem internationalen Wettkampf errang die Drachenboot-Amateurin in der Kategorie „Masters 40+“ im A-Frauen-Nationalkader des Deutschen Kanuverbands über jeweils drei verschiedene Strecken in zwei verschiedenen Booten drei Gold- und drei Silbermedaillen.

Auftakt beim Drachenbootrennen am Wolzensee

Sandra Burmeister mit dem Team „Schnabeltassen“ beim Drachenbootcup 2001 am Rathenower Wolzensee. Quelle: Uwe Hoffmann

„Ansonsten habe ich nie viel Sport betrieben. Seit letztem Jahr November laufe ich regelmäßig in der Laufgruppe des Sport- und Relaxzentrums in Rathenow. Am Anfang fiel mir gerade dieses Ausdauer-Lauftraining schwer. Aber mit meinen Zielen vor Augen kann ich mich dazu motivieren. So laufe ich sogar im Urlaub.“

Zweimal in der Woche läuft die Sportlerin, drei Mal betreibt sie Krafttraining und dazu kommt bis zu zwei Mal pro Woche das Training im Drachenboot. Dazu trainiert die Rathenowerin beim Wassersportverein Brandenburg (WSV). „Jeanette Röhe, eine Freundin aus der Sauna, half mir sehr bei einer bewussteren Ernährung. Ich esse weniger Kohlenhydrate und als ‚Nebeneffekt’ habe ich innerhalb eines Jahres zwölf Kilo abgenommen“, so Sandra Burmeister weiter.

Burmeister fährt für Vereine in Brandenburg und Magdeburg

Auch Sandras Bruder, Silvio Heit, machte ihr immer wieder Mut. „Er hat immer an mich geglaubt. ‚Man muss ein Ziel vor Augen haben, dann schafft man es auch’, sagte er.“

Insgesamt regnete es drei Gold- und drei Silbermedaillen. Quelle: Uwe Hoffmann

„Die Drachenbootrennen in Rathenow hatten einen tollen Eventcharakter und sind gut für den Zusammenhalt unter den Kollegen. Aber aus sportlicher Sicht haben diese Rennen nichts mit den Wettkämpfen auf nationaler und internationaler Ebene zu tun“, erzählt Sandra Burmeister. „Um in den deutschen A-Kader aufgenommen zu werden, musste ich mehrere Tests absolvieren: Lauf, Fitness, Kraft sowie ein Test im Boot. Als mich dann der Bundestrainer nominierte, konnte ich es zuerst gar nicht richtig fassen.“

Trikottausch mit amerikanischer Sportlerin

Vom 8. bis 17. September hielt sich Sandra Burmeister mit dem rund 30-köpfigen Nationalkader in Atlanta auf. Vor der WM lag noch ein intensives Trainingslager. Gestartet ist die Rathenowerin im 10er-Boot über 200/500 Meter und war zudem im 2000-Meter-Team Ersatzsportlerin. Im 20er-Boot fuhr sie die drei Strecken im „Masters 40/50+“ mit.

Sandra Burmeister tauschte ein Trikot mit einer US-amerikanischen Sportlerin. Quelle: Uwe Hoffmann

Übrigens wurde mit Nicole Hindenberg eine zweite Rathenowerin in Atlanta ebenfalls dreifache Welt- und dreifache Vizeweltmeisterin im Drachenboot. Sandra Burmeisters Freundin aus der Zeit der Drachenbootrennen in Rathenow saß bei fünf Läufen mit Sandra gemeinsam im Boot.

Nächstes Ziel: EM in Moskau

„Wenn man einmal damit angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören. Es ist ein bisschen wie eine Sucht.“ Die erfolgreiche Teilnahme an der Drachenboot-EM im nächsten Jahr in Moskau sei Burmeisters nächstes Ziel.

„Den Drachenbootsport kann man lange betreiben. Ich kenne die 82-jährige Irene Zappe aus Wittenberg, die auch noch an internationale Wettkämpfen teilnimmt“, so Sandra Burmeister. „Ich bin stolz auf meine Leistungen. Die Erfolge haben mich selbstbewusster gemacht. Und ich möchte auch andere Menschen motivieren, ihre Ziele zu verfolgen.“

Von Uwe Hoffmann