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Rathenow Sanierung unter Wahrung der Totenruhe
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14:19 08.01.2019
Der Weg, der über den Jüdischen Friedhof im Rathenower Stadtteil Neufriedrichsdorf führt, soll saniert werden. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Der Friedhof hat im Judentum einen ganz besonderen Stellenwert. Im Gegensatz zur christlichen Religion dürfen jüdische Gräber weder aufgelöst noch neu belegt werden. Auch werden Grabstätten nicht bepflanzt, um die Ruhe der Toten nicht zu stören.

Bettina Götze, Geschäftsführerin der Kulturzentrum Rathenow GmbH und Kennerin der regionalen jüdischen Geschichte, hat im Zusammenhang mit den Sanierungsarbeiten auf dem jüdischen Friedhof in Neufriedrichsdorf auf diese besondere Bedeutung der Totenruhe im jüdischen Glauben hingewiesen. Der Regelung liege die religiöse Vorstellung zugrunde, dass die Toten am jüngsten Tag aus ihren Gräbern erweckt werden. Deshalb dürften die Gräber weder aufgelöst noch überbaut werden.

Im Zuge einer bereits gestarteten Sanierung soll der zentrale Weg, der vom Eingangstor bis zur östlichen Begrenzungsmauer führt, erneuert werden. Nach Informationen aus dem Rathenower Bauamt wird das alte Erdreich in den kommenden Tagen bis in 30 Zentimeter Tiefe aufgenommen und ein Weg mit einer wassergebunden Decke angelegt.

Absprache mit dem Landesverband

Das könnte problematisch sein, wenn dadurch die Totenruhe gestört würde. Das ist aber offenbar nicht der Fall. „Wir haben uns vor den Arbeiten mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden Land Brandenburg abgestimmt“, sagt Susan Petrat, im Rathenower Rathaus zuständig für den Bereich Friedhöfe und Grünanlagen. Dort habe man gegen die geplanten Sanierungsarbeiten keine Einwände gehabt.

Insgesamt 58 000 Euro hat das Land Brandenburg für die Sanierung der Ruhestätte bereitgestellt, die im Jahr 1906 von der jüdischen Gemeinde Rathenow erworben wurde und auf der bis zum Jahr 1941 Bestattungen stattfanden.

Arbeiten haben bereits begonnen

Von dem Geld soll die gemauerte Umfriedung der Anlage in Ordnung gebracht werden. Bereits vor Weihnachten hat eine Fachfirma mit der Ausbesserung der Fugen und der Fixierung lockerer Steine begonnen. Außerdem soll das metallene Eingangstor aufgearbeitet werden. Und schließlich wird der genannte Weg, der über das Gräberfeld führt, saniert.

Übrigens wurde die Totenruhe bereits mehrmals empfindlich gestört. Nach der letzten Bestattung im Jahr 1941 wurden einer Untersuchung der Uni Potsdam zufolge sämtliche Grabsteine umgestoßen beziehungsweis demoliert. Nach dem Krieg geriet der Friedhof in Vergessenheit und wurde jahrelang als Müllabladeplatz missbraucht. In den 1970er Jahren wurden die Grabsteine gesichert und in einem Halbkreis angeordnet. Später stellte man diese in Absprache mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden an der östlichen Begrenzungsmauer auf, wo sie heute noch stehen.

Von Markus Kniebeler

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