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Rathenow Trafobrand auf Gelände der Solaranlage
Lokales Havelland Rathenow Trafobrand auf Gelände der Solaranlage
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14:41 22.08.2018
Das brennende Trafohäuschen auf dem Gelände der Photovoltaikanlage.
Das brennende Trafohäuschen auf dem Gelände der Photovoltaikanlage. Quelle: privat
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Rathenow

Die Rauchsäule war zeitweise vom Rathenower Zentrum aus zu sehen. Ursache war ein Feuer auf dem Gelände der Photovoltaik-Anlage in der Semliner Straße. Nach Auskunft von Andreas Mertens, dem stellvertretenden Rathenower Ortswehrführer, der den Einsatz leitete, war ein Trafohäuschen in Brand geraten. Die Ursache des Feuers ist bislang ungeklärt.

Meterhohe Flammen, schwarzer Rauch

Alarmiert wurden die Feuerwehrleute um 11.44 Uhr. Als sie das Gelände erreichten, schlugen bereits Flammen aus dem Häuschen. Um 12.25 habe es dann eine so genannte Durchzündung gegeben – mit meterhoch schlagenden Flammen und einer enormen Rauchentwicklung.

Vorsorglich habe man die Bewohner der angrenzenden Straßen gebeten, Türen und Fenster geschlossen zu halten, so Mertens. Eine Schadstoffbelastung der Luft habe man nicht ausschließen können. Autofahrer auf der B 102 und dem Falkenweg wurden gebeten, wegen möglicher Sichtbehinderung durch den dichten Rauch vorsichtig zu fahren.

Einsatzleiter Andres Mertens. Quelle: Markus Kniebeler

Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, weil in dem Trafohäuschen 500 bis 600 Liter Öl lagerten. Ein Löschen mit Wasser war deshalb unmöglich. Und weil noch Strom auf der 20000-Volt-Anlage war, konnten die Flammen auch nicht mit Löschschaum erstickt werden.

Die Einsatzkräfte konzentrierten sich anfangs darauf, ein Ausbereiten der Flammen zu verhindern. Zwar hatten die Flammen bereits einige Solarmodule der Anlage erfasst. Aber ein Ausbreiten auf weitere Module konnte verhindert werden. Auch gelang es, ein Übergreifen der Flammen auf das trockene Gras zu verhindern, das unter der Anlage wuchert.

Rund 40 Einsatzkräfte der Rathenower Feuerwehr waren im Einsatz. Sie sperrten den Brandort großräumig ab, um die Löscharbeiten nicht zu behindern.

Gegen 13 Uhr war das Feuer unter Kontrolle. Quelle: Markus Kniebeler

Die rund acht Hektar große Photovoltaikanlage an der Semliner Straße wurde Ende 2016 in Betrieb genommen. Die rund 9-Millionen-Euro Investition war ein Projekt mit Hindernissen. Der Abriss der militärischen Bauten auf dem Gelände des ehemaligen Tanklagers wurde teurer als ursprünglich berechnet, weil die Schadstoffbelastung höher war als erwartet. Außerdem mussten geschützte Zauneidechsen per Hand von der Fläche aufgesammelt und umgesiedelt werden, was die Kosten zusätzlich in die Höhe trieb.

Seit Inbetriebnahme der Anlage vor knapp drei Jahren lief sie störungsfrei. Bis Mittwoch.

Von Markus Kniebeler