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Rathenow Dauerbaustelle auf dem Gehweg
Lokales Havelland Rathenow Dauerbaustelle auf dem Gehweg
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15:39 27.12.2018
Dieser Bauzaun versperrt den Geh- und Radweg. Quelle: Foto: Christin Schmidt
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Rathenow

Wer auf dem Gehweg in der Fehrbelliner Straße in Richtung Curlandstraße unterwegs ist, muss vor dem Haus Nummer 12 einen Bogen machen oder die Straßenseite wechseln und das schon seit etwa drei Jahren.

Der Grund ist ein Bauzaun, der direkt vor dem maroden Wohnhaus den Geh- und Radweg versperrt. Der Zaun steht aber nicht, weil das Gebäude wird, sondern weil es inzwischen so baufällig ist, dass Dachziegel herunterfallen und Passanten verletzen könnten.

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Der bekannte Grundsatz „Eigentum verpflichtet“ scheint in diesem Fall nicht zu wirken. Der Landkreis Havelland konnte zwar nach aufwendigen Ermittlungen die Eigentumsfrage und damit die Verantwortlichkeit für das Objekt klären. Allerdings gelang es bisher nicht, den Eigentümer in die Pflicht zu nehmen.

Der Landkreis ist für die Sicherung des Gebäudes zuständig

Der Eigentümer hat seinen Wohnsitz im europäischen Ausland. Immer hatte und hat die Behörde Schwierigkeiten eine zustellungsfähige Adresse zu ermitteln und eine ordnungsgemäße Zustellung der Ordnungsverfügungen zu erreichen, erklärte Bianca Lange, Mitarbeiterin in der Pressestelle des Landkreises Havelland im Juli.

Da der Eigentümer des Hauses Nummer 12 sich seit Jahren nicht um das Objekt kümmert, ist laut Bauordnung des Landes Brandenburg nun der Landkreis für die Sicherung des Gebäudes zuständig, da von diesem eine Gefahr für den öffentlichen Raum ausgeht.

Um dieser Pflicht nachzukommen, hatte die Behörde den erwähnten Bauzaun aufstellen lassen, der Passanten vor herabstürzenden Teilen des Wohnhauses schützen soll.

Feuerwehr entfernte mehrfach lose Bauteile

Dieser steht nun aber zum Ärger viele Bürger schon seit etwa drei Jahren. Immer wieder beschweren sich Passanten, dass sie teilweise auf die Straße ausweichen müssen, um an dem Haus vorbeizukommen. Auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr waren hier bereits mehrfach im Einsatz, um lose Bauteile des Objekts zu entfernen.

Im Sommer hatte der Landkreis versprochen, den Bauzaun so schnell wie möglich durch ein Netz zu ersetzen, um die Absperrung auf dem Gehweg zu verringern. Aufgrund der hohen Auftragslage im Bausektor hatte die Behörde Schwierigkeiten, eine Fachfirma zu finden, die diesen Auftrag ausführen kann. Bis zum Jahresende ist noch immer nichts passiert.

Ein Unternehmen, das die Notsicherung ausführen kann, hatte die Landkreisverwaltung nach langem Suchen schließlich gefunden. Allerdings hat die Firma den Auftrag nicht angebotsgerecht ausgeführt. „Aus diesem Grund musste der Auftrag zur Sicherung entzogen und neue Angebote eingeholt werden“, heißt es aus der Pressestelle des Landkreises.

Inzwischen wurde ein erneuter Auftrag zur Notsicherung erteilt. Die Ausführung hat das beauftragte Unternehmen für Januar 2019 geplant.

Von Christin Schmidt