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Rathenow Späte Anerkennung für fünf Ehrenamtler
Lokales Havelland Rathenow Späte Anerkennung für fünf Ehrenamtler
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17:30 30.12.2018
Das Helferteam: Eleonore Golze, Edeltraud Gutschmidt, Gisela Hoffmann, Ingrid Rösicke und Reinhard Gundermann. Quelle: Uwe Hoffmann
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Rathenow

Mit einer Enttäuschung schien für fünf engagierte Rathenower, die ehrenamtlich mit Grundschülern arbeiten, das Jahr zu enden. Vom Kompetenzzentrum für bürgerschaftliches Engagement, unter dessen Dach das Projekt mit dem Titel „Entspannungsübungen – ein Beitrag zur Gewaltprävention“ angesiedelt ist, fühlen sie sich im Stich gelassen.

Die Rathenowerin Ingrid Rösicke, die das vor acht Jahren ins Leben gerufene Projekt koordiniert, macht aus ihrer Enttäuschung keinen Hehl. „Anfangs fühlten wir uns gut betreut“, sagt sie. „Aber nach dem Wechsel der Leitung des Kompetenzzentrums fiel unser Projekt dort leider unter den Tisch. Die Übungsleiter wurden weder zur jährlichen Ehrungsveranstaltung noch zur Weihnachtsfeier eingeladen.“

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Keine Rückmeldung

In den letzten zwei Jahren sei die Gruppe vom Kompetenzzentrum gar nicht mehr wahr genommen worden, ergänzt Reinhard Gundermann, der an den Schulen immer wieder zusätzlich Tai-Chi-Übungen zur Entspannung anbietet.

Um die Arbeit ihrer vier Mitstreiter trotzdem zu würdigen, bedankte sich Ingrid Rösicke bei ihnen jüngst mit Blumen und lobenden Worten. „Ich wollte Ihnen zum Jahresende einfach Danke sagen und Gisela Hoffmann, die aufhört, würdig verabschieden“, sagte sie.

Projekt startete vor acht Jahren

Im Frühjahr 2010 war das Projekt zur Gewaltprävention, das sich an Schüler der 2. bis 4. Klasse richtet, an fünf westhavelländischen Grundschulen gestartet. Derzeit gibt es das Angebot noch an der Jahngrundschule. An der Seeger-Schule bietet künftig eine Yoga-Lehrerin ein ähnliches Angebot als AG an. Sie ersetzt Übungsleiterin Gisela Hoffmann, die einmal in der Woche die Entspannungsübungen in der Grundschule in Rathenow-West anbot, und zum Jahresende aufhört.

Ziel des Programms ist es, Spannungen bei Schülern abzubauen. Dazu absolvieren die Ehrenamtler mit den Grundschülern ein Programm, dass aus Entspannungstechniken, Atemübungen und anderen Bausteinen besteht. „Manche Kinder müssen lernen, einfach mal eine Weile nur ruhig, mit geschlossenen Augen, auf der Matte zu liegen“, sagt Gisela Hoffmann. „Die lautesten Jungs wurden während der Übungen ganz ruhig“, erzählt Edeltraud Gutschmidt, die 2010 in der Weinberg-Schule begann und nach insgesamt drei Jahren wegen einer Erkrankung aufhörte

Übrigens hat die unrühmliche Geschichte doch noch ein versöhnliches Ende gefunden: Das Kompetenzzentrum hat den fünf Ehrenamtlern als Dankeschön Dauerkarten für den Optikpark geschenkt.

Von Uwe Hoffmann