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Rathenow Was wird aus dem Steckelsdorfer Campingplatz?
Lokales Havelland Rathenow Was wird aus dem Steckelsdorfer Campingplatz?
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19:27 31.01.2019
Steht zum Verkauf: Der Campingplatz Steckelsdorf. Quelle: Markus Kniebeler
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Steckelsdorf

Die Nachricht, dass der Campingplatz am Steckelsdorfer See zum Verkauf steht, hat für Diskussionen in der Bevölkerung und in den sozialen Netzwerken gesorgt.

Der mehrfach auf Facebook geäußerten Hoffnung, die Kommune möge die Anlage kaufen und dann verpachten, erteilte Rathenows Wirtschaftsamtsleiter Alexander Goldmann eine klare Absage. Abgesehen davon, dass die Stadt das Geld für einen Kauf derzeit nicht aufbringen könne, sei es nicht die Aufgabe der Kommune, sich auf privatwirtschaftlichem Felde zu betätigen.

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Gleichwohl sagte Goldmann allen Kaufinteressenten die Unterstützung der Stadt zu. „Wenn wir irgendwo helfen können, werden wir das in unserer Macht Stehende tun“, sagte er. So habe er einem Investor, der sich bereits im Sommer nach einem Camping-Objekt erkundigt hatte – da war von dem Verkauf des Steckelsdorfer Platzes noch nicht die Rede – gleich den Link zur Ebay-Seite, auf welcher der Platz angeboten wird, weitergeleitet.

Reibungsloser Besitzerwechsel gewünscht

„Wir als Stadt würden es sehr begrüßen, wenn es einen reibungslosen Besitzerwechsel gäbe“, sagte Goldmann. Der Steckelsdorfer Campingplatz sei von großer touristischer Bedeutung für die Region. Eine Schließung werde nicht nur dem Dorf, sondern dem gesamten Westhavelland schaden.

Über die Gründe für den Verkauf wird weiterhin gerätselt. Das Ehepaar Fiedler, das den heruntergewirtschafteten Platz im Jahr 2008 erworben und seitdem konsequent modernisiert hatte, war auch am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Auch der Steckelsdorfer Ortsvorsteher Corrado Gursch hat bislang noch keinen Kontakt zu den Betreibern herstellen können.

Debatten in der Bürgerschaft

Gursch berichtete auf MAZ-Anfrage, im Dorf habe sich die Nachricht vom beabsichtigten Verkauf der Anlage am Montag wie ein Lauffeuer verbreitet. „Die Menschen hoffen, dass sich bald ein neuer Eigentümer findet“, sagt er. „Und sie hoffen, dass dieser die Anlage so betreibt, dass sie sich belebend auf das Dorf und die Region auswirkt.“

Blick auf die Einfahrt zum Campingplatz. Quelle: Markus Kniebeler

„Ideal wäre es, wenn der künftige Besitzer zu bestimmten Anlässen enger mit der Bürgerschaft zusammenarbeiten würde als die jetzigen Betreiber“, sagte Gursch. Davon könnten beide Seiten – Betreiber und Bürgerschaft – profitieren. „Warum keine Seefestspiele gemeinsam organisieren oder einen Seerundlauf gemeinsam veranstalten?“, sagte er. „Das Dorf, die Vereine und Einwohner wären mit viel Engagement und Leidenschaft dabei.“

Von Markus Kniebeler