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Rathenow Gemeindemitglieder spielen die Weihnachtsgeschichte
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18:23 26.12.2019
18 Darsteller führten in Steckelsdorf das Krippenspiel auf. Natürlich waren auch die drei Weisen aus dem Morgenland dabei. Quelle: Uwe Hoffmann
Steckelsdorf

Zur Christvesper an Heilig Abend führten die Steckelsdorfer in ihrer Dorfkirche nach einigen Jahren wieder ein Krippenspiel auf. 18, zumeist erwachsene Steckelsdorfer, führten kostümiert die Geschichte von der Geburt Jesu Christi, wie sie im Lukas-Evangelium des Neuen Testaments überliefert ist, vor dem Altar auf.

„Mitte September trafen wir uns das erste Mal. Danach haben wir jeden Dienstag, außer in den Herbstferien, geprobt. Zwei Tage vor Aufführung war Generalprobe“, erzählte Irmhild Blackstein, die die Proben leitete.

„Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen“, lautete die zentrale Botschaft des Abends.

Internationale Gäste in Steckelsdorf

Während des Krippenspiels sangen die rund 150 Steckelsdorfer in der voll besetzten Kirche unter anderem gemeinsam „Vom Himmel hoch“ und „Euch ist heut' der Heiland geboren“.

Musikalisch begleitet wurden sie dabei von Nicola Stauch, die auf der Lütkemüller-Orgel aus dem Jahr 1859 spielte. Außerdem musizierten ihre Töchter Anna Magdalena und Johanna sowie Irmhild Blacksteins Tochter Elisabeth Blackstein, auf der Violine.

Am Gottesdienst nahmen auch zwei Flüchtlingspaare mit ihren kleinen Kindern teil. Sie sind Christen aus Eritrea, die in Premnitz wohnen. „Ich habe sie im Interkulturellen Familiencafé kennengelernt. Wir sind seit eineinhalb Jahren befreundet. Nach dem Gottesdienst feiern wir bei mir zuhause gemeinsam Weihnachten“, erzählte die Rathenowerin Amkelina Kegel, die einen der drei Hirten spielte.

Zur Christvesper an Heiligabend führten 18 Gemeindemitglieder kostümiert vor dem Altar das Krippenspiel auf.

Mit Andreas Kubales Schwiegertochter, einer gebürtigen Israelin aus Tel Aviv, nahm auch eine jüdisch gläubige Berlinerin am Gottesdienst teil.

Übrigens hängt seit 1978 in der Dorfkirche eine Gedenktafel mit der Aufschrift „Zum Gedenken: Juden im Landwerk Steckelsdorf“, die an die jüdische Umschulungsorganisation im Rahmen der Hachschara-Bewegung im Horstweg in Steckelsdorf-Ausbau erinnert.

In der Ausbildungsstätte konnten jugendliche Auswanderer dort landwirtschaftliche Berufe erlernen. Am 9. November 1938 verschleppten die Nationalsozialisten den Ausbildungsleiter Friedrich Löwenthal und mehrere Mitarbeiter ins KZ Buchenwald. 1942 deportierten sie 52 Juden nach Auschwitz.

Pfarrerin Katrin Brandt leitete an Heilig Abend vier der sechs Gottesdienste in der Evangelischen Hoffnungskirchgemeinde Elb-Havel-Winkel. Quelle: Uwe Hoffmann

Das Krippenspiel mit Steckelsdorfer Gemeindegliedern ist etwas Besonderes“, so Katrin Brandt. Die Pfarrerin leitete an Heilig Abend in vier der sechs zur Evangelischen Hoffnungskirchgemeinde Elb-Havel-Winkel gehörenden Orte die Christvesper: in Göttlin, Steckelsdorf, Buckow und Großwudicke.

„Mein Vater und Pfarrer im Ruhestand, Joachim Brandt, unterstützt mich mit der Leitung der Gottesdienste in Grütz und Neue Schleuse. Seit einigen Jahren besuchen mich meine Eltern zu Weihnachten in Göttlin. Gemeinsam sitzen wir an Heilig Abend unterm Baum, erzählen, singen Weihnachtslieder und lesen Post von Freunden, die wir lange nicht gesehen haben“, so Pfarrerin Brandt.

„Die Botschaft des Lukas-Evangeliums '...denn euch ist heute der Heiland geboren...' ist für mich, auch privat, die zentrale Botschaft zu Weihnachten.“

Am 31. Dezember findet um 17 Uhr der Altjahresabend mit Andacht in der Kirche Steckelsdorf statt.

Von Uwe Hoffmann

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