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Rathenow Theater „Lichtblick“ lässt es klingeln
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18:23 19.05.2019
Ehemann Max Huber (Stefan Schulz-Raupach) kann am Ende alles aufklären und seine Frau Anna (Dörte Radicke) verträgt sich wieder mit ihm. Quelle: Uwe Hoffmann
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Rathenow

 „Wenn der Nachbar dreimal klingelt“ hieß es zum diesjährigen Erwachsenenstück von Theater „Lichtblick“. Der Theatersaal im Kulturzentrum war ausverkauft. Und die rund 450 Zuschauer konnten sich auf drei boulevardeske Kurzstücke freuen, die den Amateur-Schauspielern ausgiebig Möglichkeiten boten, dem Affen so ordentlich Zucker zu geben.

Das Theater „Lichtblick“ hat im Kulturzentrum unter dem Motto „Wenn der Nachbar dreimal klingelt“ drei Kurzstücke gezeigt.

In „Mary und Mike“ des Autors Lukas Bühler trifft Mieterin Mary (Merllen Uebe) eines Morgens einen fremden Mann schlafend auf ihrem Sofa. Es ist „Messer-Mike“ (Anja Bürger), ein Gewohnheitsverbrecher, der mit dem Bankraub und 150.000 Euro Beute tags zuvor einen großen Coup gelandet hat und sich Marys Wohnung, unweit der Bank, zufällig aussuchte, um sich dort vor der Polizei zu verstecken.

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Alte Liebe wieder da

Mary erkennt in Mike ihren ehemaligen Mitschüler Michael. Ihre damalige Schwärmerei für Mike hat sich über all die Jahre noch nicht abgekühlt und Mary kann Mike überreden, sich mit ihr und der Beute abzusetzen. Doch da sind noch Diakonie-Schwester Elisabeth (Emely Strehmel) und Reinemachfrau Frau Biondi (Nannett Strehmel).

So kommt es zu einigen ungewollten und ebenso erheiterten Verwicklungen. An denen sind auch die beiden Polizisten Bruno Hösle (Stefan Schulz-Raupach) und Eugen Schmutz (Maria Kusay) nicht ganz unschuldig. Zur Freude des Publikums, das nach 55 Minuten sehr erheitert in die Pause geschickt wurde.

Drei Männer im Schrank

Ordentlich viele Verwicklungen gab es auch im zweiten Stück des Autors Helmut Grämmer: „Drei Männer im Schrank“. Im Büro von Herta Feldmann (Franziska Rahn) gehen die Menschen, davon die wenigsten als Kunden und vor allem Männer, zur Verwunderung der Immobilienmaklerin ein und aus. Reinfried Zuhm (Jan Bremges) möchte eigentlich nur seine Eigentumswohnung verkaufen. Doch als unerwartet seine Frau auftaucht, die ihm nie Ruhe lässt, will er sich im Kleiderschrank verstecken. Doch da sind schon andere Männer, jeder aus seinem ganz eigenen Grund.

Nach 30 Minuten wird gefragt: „Was wird bloß aus der Silberhochzeit“. In Maya Gmürs Stück geht um Verwicklungen in der Wohnung von Anna Huber (Dörte Radicke) und ihrem Ehemann Max (Stefan Schulz-Raupach) sowie einer „gewissen“ Dame mit zunächst ungeklärter Absicht. Nach 40 Minuten kann Max alle Missverständnisse aufklären und auch hier kommt es noch zum Happy End, die Silberhochzeit kann kommen.

Starker Schlussapplaus

„Schön gemacht“, „Wunderbar“, War wirklich sehr geil“, hieß es zum Schlussappalaus in den Reihen der Zuschauer, die sich durch die drei Stücke mit viel Situationskomik und nahezu pausenlosem Lachen sehr kurzweilig unterhalten fühlten.

Das verrückte Haus, in dessen Wohnungen sich die drei Stücke abspielten, steht irgendwo in Rathenow. „Wir wollten schon immer mal so ein Stückpotpouri bekannter Theaterautoren spielen“, erklärt „Lichtblick“-Chef Stefan Schulz-Raupach, der die bisherigen Erwachsenenstücke immer schrieb und sich dabei als Grundidee auch von Theaterklassikern inspirieren ließ. So war auch Platz für Anspielungen mit Lokalkolorit, die das Publikum immer besonders erheiterten.

Von Uwe Hoffmann

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