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Rathenow Virtuose Bleistiftbilder im Kulturzentrum
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16:21 27.08.2018
Ralf Wilhelm Schmidt an seinem Lieblingsmotiv, dem Bartkauz. Ein schönes Tier, sehr detailliert gezeichnet, aber ohne fotografische Treue. Quelle: Bernd Geske
Rathenow

 Große Wirkung aus der Ferne, noch größere Wirkung aus der Nähe. Für seine nächste Ausstellung hat das Kulturzentrum Rathenow einen ganz besonderen Künstler verpflichten können. Ralf Wilhelm Schmidt, der sein Atelier im Potsdamer Stadtteil Caputh hat, entwickelte das Zeichnen mit dem Bleistift zu einem eigenen Stil, den man schnell wiedererkennt.

Er zeichnet Tiere, Pflanzen und Landschaften sehr genau und bevorzugt dabei das Großformat. Seine Anregungen holt er sich bei stundenlangen Aufenthalten in der freien Natur. Dabei fotografiert er die Motive, für die er sich interessiert, und macht auch Skizzen. Anschließend im Atelier strebt er aber nicht danach, sein Werk möglichst fotografisch genau aufzuzeichnen. Er kombiniert viel lieber seine aus verschiedenen Blickwinkeln gewonnenen Kenntnisse neu und schafft dadurch ein ganz individuelles Werk.

Unterarm am Wasserfall: Optimismus sieht anders aus. Quelle: Bernd Geske

Der Bartkauz ist sein Lieblingsmotiv. Diese dekorative Eule hat sich schon zum Markenzeichen von Ralf Wilhelm Schmidt entwickelt. Er hat ihn in einem mittleren Großformat nach Rathenow mitgebracht. Sein größter Bartkauz ist etwa doppelt so groß, zwei Meter hoch und 1,50 Meter breit.

Zwei Blicke auf die Zeichnung des Tieres erklären den Stil. Aus der Ferne zieht der Bartkauz die Blicke an, weil er wie eine Fotografie wirkt, aber doch zu erkennen ist, dass hier wohl jemand mit einem Stift viel Handarbeit gehabt hat. Der zweite Blick aus der Nähe offenbart eine schier unglaubliche Detailtreue. Der Betrachter mag sich nicht satt sehen an den vielen tausend feinen Strichen, die sich zu einem großen Ganzen formen.

Nackter Mann am steinigen Meeresufer: Was will die Hand aus den Wolken? Quelle: Bernd Geske

Mehrere Monate lang arbeitet er meist an einem Großformat, beantwortet der Künstler die unvermeidliche Frage. Er zeichnet daran vier bis acht Stunden am Tag. Manchmal sitzt er auch abwechselnd an zwei Bildern.

Er könnte es doch leichter haben, könnte viel schneller fertig sein, wenn er nicht so klein-klein-versessen wäre. Das war für den Künstler nie eine Frage. „Ich liebe es, so detailliert zu zeichnen“, erklärt Ralf Wilhelm Schmidt, „das sehe ich nicht als Arbeit an, es macht mir Freude.“

Atelierbesucher gern gesehen

Gern lässt er sich in seinem Atelier, Straße der Einheit 91 in Caputh, bei der Arbeit über die Schulter schauen, teilt er mit. Er bittet nur um Anmeldung, seine Webseite heißt www.ralfwilhelmschmidt.de.

Am Donnerstag, dem 30. August, wird seine Ausstellung „Gezeichnet! Faszinierend, pur, authentisch“ um 19 Uhr im Kulturzentrum eröffnet. Die Laudatio hält Sylvia Wetzel vom Kulturzentrum, für Begleitung sorgt die Musik- und Kunstschule Havelland.

Der knackscharfe Weißkopfseeadler, die Wiese mit der alten Eiche und dem kleinen Grünspecht ganz vorn, ein Käfer auf einer Blüte, ein Baum auf zwei Beinen, der Reiher auf dem Steg, der sich putzt – viele seiner Werke hat er kreativ nach der Natur gezeichnet.

Realismus und Surrealismus

Ralf Wilhelm Schmidt hat aber noch eine andere Seite. Zwischen dem Realismus hängen auch zwei surrealistische Werke. Man muss dazu wissen, dass der 1969 in Luckenwalde geborene Mann schon schwere Zeiten durchgestanden hat. Nach fast 20 Jahren Tätigkeit in der Forstwirtschaft hatte er sich 2008 aus gesundheitlichen Gründen neu orientieren müssen. Da fing er mit dem Zeichnen an.

So zeigt er auch den Unterarm eines wohl liegenden Mannes, der über einen Wasserfall ragt. Optimistische Stimmung ist anders. Oder der nackte Mann, der in sich versunken im Sonnenuntergang am steinigen Ufer des Meeres sitzt: Die Hand, die da aus den Wolken auf ihn zukommt – will sie Gutes oder Böses?

Von Bernd Geske

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