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Rathenow Vorbereitung auf die letzte Nacht des Jahres
Lokales Havelland Rathenow Vorbereitung auf die letzte Nacht des Jahres
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16:35 30.12.2019
Süßes muss sein, zum Jahreswechsel: Christin Huff, Mitarbeiterin der Konditorei Möhring, mit einem Blech voller Pfannkuchen. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Die Weihnachtstage sind gerade vorbei, schon steht mit dem Jahreswechsel das nächste große Ereignis an. Und die Menschen im Havelland haben offenbar keine Probleme, von der Festtagsstimmung auf den Partymodus umzuschalten.

Michael Henke kann das nur recht sein. Der Mann ist beim Feuerwerksverkauf eine feste Größe in Rathenow. Seit der Wende breitet der Mann am Jahresende sein Sortiment an Raketen und Böllern aus. Und das Geschäft läuft.

Feuerwerk geht immer

Am Samstag haben Henke und seine Kollegen ihren Stand in einem leeren Ladenlokal im City-Center aufgebaut. „Wir haben bislang sehr gut verkauft“, sagt Henke. Und das, obwohl die Rufe nach einer Begrenzung der Knallerei auch in diesem Jahr unüberhörbar waren. „Die Leute wollen sich nichts verbieten lassen“, sagt Henke. Diese Haltung sei in diesem Jahr vielleicht sogar noch ausgeprägter als in den Vorjahren.

Übrigens können Kurzentschlossene sich noch am Silvestertag im City-Center zwischen 8 und 12 Uhr mit Feuerwerk und Böllern eindecken. Allerdings kann es sein, dass bestimmte Artikel schon ausverkauft sind.

Michael Henke (re.) und Sven Diederichs verkaufen im City Center Silvesterfeuerwerk. Quelle: Markus Kniebeler

Dass die Pfannkuchen alle werden, muss indes niemand befürchten. „Wir haben nach Weihnachten mit der Produktion begonnen“, sagt Konditormeister Ingo Möhring. Und gleich am 27. Dezember habe der Verkauf angezogen.

„Die Kerzen sind noch nicht ausgepustet, und schon wird von Gebäck auf Pfannkuchen umgeschaltet“, sagt Möhring. Rund 5000 süße Bollen produziert er in diesen Tagen. Und obwohl die übliche Palette um ausgefallene Kreationen erweitert wird, ist der gute alte Pflaumenmus-Pfannkuchen immer noch der Renner. Übrigens sind am Silvestermorgen Pfannkuchen auch ohne Vorbestellung zu haben. „Wir sind für den Ansturm gerüstet“, sagt Möhring.

Karpfen blau oder in Bierteig

Auch Benno Schöpp hat für den Jahreswechsel vorgesorgt. In einem Frischwasserbassin bietet der Fischer aus Hohennauen seit Samstag lebendige Karpfen an. Karpfen blau oder in Bierteig, diese Traditionsgerichte zum Jahreswechsel, kommen offenbar auch im Havelland noch auf den Tisch.

Die 1,5 bis 2,5 Kilogramm schweren lebenden Karpfen bezieht Schöpp von der Seefischerei Angermünde. Noch am heutigen Dienstag können sich Kurzentschlossene bis 12 Uhr am Stand auf dem Märkischen Platz mit frischer Ware eindecken.

Fischer Benno Schöpp verkauft auf dem Märkischen Platz Silvesterkarpfen. Quelle: Markus Kniebeler

Während Michael Henke, Ingo Möhring und Benno Schöpp sich am 31. Dezember ab Mittag, wenn die letzten Geschäfte getätigt sind, entspannt auf den Jahreswechsel im Kreise von Freunden und Verwandten freuen können, steigt bei den Einsatzkräften der Feuerwehren die Spannung.

„Bei der Rathenower Feuerwehr halten sich 28 Kameraden in Bereitschaft“, berichtet Rathenows Ortswehrführer Oliver Lienig. Zwar müssen diese nicht auf der Wache ausharren, sondern können den Abend – ohne Alkohol – im Kreise ihrer Familie verbringen. Aber sobald der Pieper geht, haben sich die Feuerwehrleute unverzüglich zur Wache zu begeben.

Feuerwehrleute in Bereitschaft

Die Herausforderung der Silvesternacht ist, dass es in relativ kurzer Zeit zu vielen Einsätzen kommen kann. Manchmal gibt es auch schon vor Mitternacht böllerbedingte Alarmierungen. Aber erfahrungsgemäß findet der Großteil der Einsätze in den zwei, drei Stunden nach dem Jahreswechsel statt.

Im vergangenen Jahr rückten die Rathenower Brandschützer zwischen 0.43 und 1.53 Uhr elf Mal aus. Meistens musste brennende Pyrotechnik gelöscht werden. In der Curlandstraße hatte eine Rakete einen Balkonbrand verursacht, der schnell gelöscht werden konnte.

Appell des Ortswehrführers

In diesem Zusammenhang appelliert Oliver Lienig an alle Mieter und Wohneigentümer, brennbare Gegenstände in der Silvesternacht vom Balkon zu holen. Ebenfalls rät er, die Fenster zu schließen. Denn auch durch ein angekipptes Fenster könne eine fehlgeleitete Rakete in die Wohnung gelangen. Schnell gerate dann ein Vorhang in Brand, der sich im schlimmsten Falle auf die Wohnung ausbreiten könne. Dieses Risiko könne man durch Schließen der Fenster ausschließen.

Von Markus Kniebeler

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