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Rathenow Wölfe streifen immer wieder durchs Revier
Lokales Havelland Rathenow Wölfe streifen immer wieder durchs Revier
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10:07 14.12.2019
Hartmut Badtke ist Vorsitzender der Hegegemeinschaft Rhinower Ländchen . Quelle: Norbert Stein
Rathenow/Rhinow

Brandenburg ist bundesweit das Land mit den meisten Wölfen. Angaben des Landes- und Umweltministeriums zufolge wurden in Brandenburg in diesem Jahr 41 Wolfsrudel nachgewiesen. Dazu kommen acht Wolfspaare.

Gespräche mit Landwirten

Hartmut Badtke zweifelt. Der Vorsitzende der Hegegemeinschaft Rhinower Ländchen meint, es sind mehr Wölfe. Mit Zahlen kann er seine Einschätzung nicht belegen. Sie stützt sich vielmehr auf viele Gesprächen mit Jägern und Landwirten aus verschiedenen Landesteilen.

Frage der Zeit

Das Gebiet der Hegegemeinschaft Rhinower Ländchen erstreckt sich auf einer Fläche von 15 000 Hektar. Ein nachgewiesenes Wolfsrudel gibt es für das Gebiet bisher nicht. Für Hartmut Badtke ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis das erste Rudel in das Gebiet bei Rhinow kommt.

Vereinzelt durchstreifen Wölfe immer wieder Wälder in der Region. Quelle: Zentralbild

Einzelne Wölfe oder kleine Gruppen sichten Jäger schon seit längerer Zeit und immer wieder in der Region. „Etwa alle drei bis vier Wochen streifen Wölfe einzeln oder in kleinen Gruppen durch die Reviere in der Hegegemeinschaft“, fasst Hartmut Badtke das Ergebnis zusammen.

Ein kurzer Weg

Es basiert auf Beobachtungen der Jäger aus der Region. Die gesichteten Wölfe sind Einzelgänger. Sie kommen aus Wolfsrudeln auf dem Truppenübungsplatz Klietz oder dem Gebiet um Havelberg in Sachsen- Anhalt, ist sich Badtke ziemlich sicher. Und weiter erklärt er: „Aus beiden Gebieten auf anhaltinischer Seite ist es bis ins Ländchen Rhinow in Brandenburg nur einige Kilometer. Für Wölfe keine Entfernung.“

Schäden durch Rotten

Die Tiere können an einem Tag bis zu 60 Kilometer zurücklegen. Der Vorsitzende der Hegegemeinschaft sieht noch ein weiteres Indiz für die regelmäßige Wolfspräsenz in den heimischen Wäldern. „Hirsche, Wildschweine und weitere Tierarten schließen sich zum Schutz gegen Wolfsangriffe in großen Gruppen zusammen.“ Das hat Folgen. „Die Wildschweinrotten und Hirschrudel richten in großen Gruppen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen erhebliche Schäden an.“

Dieser Wolf wanderte Ende 2015 durch Rathenow-West. Quelle: Privat

Gelegentlich finden Jäger in den Wäldern um die Dörfer im Rhinower Gebiet auch von Wölfen gerissenes Wild oder sie erlegen Wild mit Wolfsbissen. Badtke berichtet, dass erst vor kurzer Zeit ein Jäger ein Wildtier mit Wolfsbissen in den Hinterläufen erlegt habe. „Der Wolf ist da und sorgt für zunehmend Probleme“, sagt der Vorsitzende der Hegegemeinschaft.

Einen Wolf gesehen

Hartmut Badtke sagt aber auch, der Wolf werde das heimische Wild nicht ausrotten. Der Wildbestand in der Region sei noch weitgehend in Ordnung. Ein Verkehrsunfall mit einem Wolf im Raum Rhinow und Umgebung ist Badtke nicht bekannt. Er selbst hat bisher seinem Revier einmal einen Wolf gesehen.

Klagen der Landwirte

Vor allem Landwirte haben immer wieder Tierverluste infolge von Wolfsattacken zu beklagen. So hat auf einer Weide eines Kleßener Landwirtschaftsbetriebes in diesem Jahr ein Wolf zwei Kälber gerissen und in Vehlgast mehrere Schafe.

Wolfsriss auf einer Weide in der Region. Quelle: Margrit Hahn

Bei Schönholz haben sich im Spätsommer in einem Stall einige Rinder verletzt. Landwirte vermuten, dass durchziehende Wölfe die Rinder im Stall stark beunruhigt haben. 2018 haben Wölfe auf Weiden der Agrargenossenschaft Gülpe mehrere Kälber gerissen.

Neuer Weidezaun

Zum Schutz der Tiere vor Wolfsangriffen hat die Agrargenossenschaft Gülpe im Frühjahr 35 Hektar Weide mit einem speziellen Stromzaum vor Wolfsattacken gesichert.

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