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Rathenow Wahlkampftour: Hausaufgaben für Woidke
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16:47 12.07.2019
Diter Luft Luftmann (l.) übergibt Landesvater Dietmar Woidke einen Brief mit Themen, die dem Rathenower am Herzens liegen. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

Bratwurst, Bier, Blasmusik und Gespräche mit Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) – all das wurde rund 70 interessierten Gästen am Donnerstagabend geboten.

SPD-Landtagskandidatin Katja Poschmann und Woidke hatten zum Bürgergespräch im Restaurant Am Schwedendamm geladen, um zwei Monate vor der Landtagswahl am 1. September über Themen zu sprechen, die die Menschen bewegen.

Katja Poschmann nutzte den Termin, um sich vorzustellen und zu erfahren, was den Bürgern ihrer Heimat unter den Nägeln brennt.

Landtagskandidatin Katja Poschmann (SPD) und Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) plauderten am Havelufer in Rathenow mit Bürgern über Steuern, Klimawandel und die Herausforderungen der Zukunft.

Die 39-Jährige Mögelinerin kam durch ihr Engagement in der Initiative „Eltern für Rathenow“ zur Politik. Erfolgreich hatte sie sich gegen hohe Kita-Gebühren eingesetzt. Seit einem Jahr ist das letzte Kita-Jahr in Brandenburg beitragsfrei.

Nun will die studierte Betriebswirtin sich im Landtag für ihre Heimat stark machen und dafür sorgen, dass der ländliche Raum gestärkt und damit noch attraktiver wird. „Ich bin davon überzeugt, dass unsere Region in den nächsten Jahren weiter aufblüht. Die Zeichen stehen auf Aufbruch“, so Katja Poschmann.

Der Landesvater warf einen Blick zurück und stellte fest: Brandenburg hat sich in den letzten 29 Jahren toll entwickelt“. Das sei vor allem dem Engagement und dem Zusammenhalt der Brandenburger zu verdanken.

Die Gesundheitsversorgung muss besser werden

Über 25 Jahre war Beschäftigung das Thema Nummer Eins. Heute stehen der Klimawandel, aber auch die Gesundheitsversorgung ganz oben auf der Agenda.

Vor allem bei Letzterem müsse Brandenburg besser werden, räumte Woidke ein. Zudem würden sich viele Menschen Sorgen machen, dass die Stabilität und Sicherheit der letzten Jahre am 1. September in Frage gestellt werden könnte.

„Das ist eine sehr wichtige Wahl. Es geht nicht darum, wer Ministerpräsident wird, sondern darum, dass Brandenburg weiterhin ein Land des Zusammenhalts ist und nicht einen Stempel bekommt, der uns massiv schaden würde“, macht der SPD-Mann deutlich.

„Die AfD will das Land spalten“

„Die bürgerliche Maske der AfD verschwindet. Es gibt eine klare Richtung und die heißt rechts außen und in Teilen auch rechtsextrem. Diese Partei will das Land spalten und sie wird ihm massiv schaden“, so Woidke weiter.

Mehr als zwei Stunden nahm er sich Zeit, um an den Tischen mit den Gästen persönlich zu sprechen. Dabei ging es häufig um Renten und Ost-West-Gehälter, auch das Thema Klimaschutz wurde mehrfach angesprochen.

Catrin Seeger, Mitarbeiterin im einzigen Frauenhaus des Landkreises und Sprecherin des Netzwerks Brandenburgischer Frauenhäuser, nutzte die Chance, um nach der Umsetzung der Istanbul Konvention zu fragen.

Brandenburg ist in der Pflicht

Dahinter steckt das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt. „Hier ist auch Brandenburg in der Pflicht“, betonte Seeger.

Woidke gab zu, dass er das Papier nicht kennt, versprach aber, sich damit zu befassen. Rathenows jüngste Abgeordnete, Frederike Timme, wollte wissen, was die SPD gegen Rechtsextremismus unternehmen will?

„Das ist die größte Bedrohung für die Gesellschaft. Wir haben deshalb kürzlich 30 zusätzliche Stellen beim Verfassungsschutz geschaffen“, lautete die Antwort.

Kritische Fragen blieben unbeantwortet

Auf die Frage, ob er Angst vor dem Ergebnis am 1. September hat, erklärte der Landesvater: „Ich bin zuversichtlich, dass die Menschen klug genug sind, zu wissen, was hinter gewissen Parteien und Personen steckt.“

Nach drei Stunden intensiver Diskussionen verabschiedete sich Dietmar Woidke aus Rathenow. „Es war ein netter Abend. Der Ministerpräsident hat wichtige Themen angesprochen. Allerdings hätte ich mir mehr Antworten auf kritische Fragen gewünscht“, so das Fazit von Dieter Luftmann.

Auch Dietmar Woidke schien der Abend gefallen zu haben. Er blieb eine Stunde länger als geplant und wirkte recht entspannt. Das konnte er auch sein, immerhin saßen um ihn herum größtenteils Mitglieder der SPD.

Von Christin Schmidt

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