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Rathenow Zwischenbilanz zum Grundwasser
Lokales Havelland Rathenow Zwischenbilanz zum Grundwasser
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15:31 07.01.2019
Neben dem Grundwasser wird auch der gestaute Riesenbruchgraben und dessen Einfluss auf die umliegenden Flächen untersucht. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Die extreme Dürre des vergangenen Sommers hat sich naturgemäß auch auf den Grundwasser-Spiegel in Rathenow ausgewirkt. „2018 war ein ausgeprägtes Trockenjahr“, sagt der Diplom-Geologe Stephan Hannappel, der im Auftrag der Stadt Rathenow ein Grundwasser-Gutachten erstellt. Von April bis November habe es so gut wie keinen Niederschlag gegeben. In dieser Zeit sei der Grundwasser-Pegel um 50 bis 75 Zentimeter gesunken.

Seit Dezember aber verharren die Pegel auf einem Niveau. Zuletzt habe es wegen der Regenfälle Ende des Jahres sogar einen leichten Anstieg gegeben. „Das System ist allerdings relativ träge“, sagt Hannappel. Für einen nennenswerten Pegelanstieg brauche es kontinuierliche Niederschläge über einen längeren Zeitraum hinweg.

Keine Gefahr für die Keller

Die Bürger aus den östlichen Rathenower Stadtteilen werden das erleichtert zur Kenntnis nehmen. Im Winter 2010/2011 waren wegen hoher Grundwasserstände etliche Keller abgesoffen. Der Rathenower Wärmeversorgung entstand wegen gefluteter Leitungskanäle ein immenser wirtschaftlicher Schaden.

Das Gutachten, das derzeit erarbeitet wird, soll Aufschluss über den Zusammenhang zwischen Niederschlag und Grundwasserstand geben. Aus diesen Erkenntnissen, so die Hoffnung, lassen sich dann möglicherweise Maßnahmen zum Schutz vor einer erneuten Grundwasserflut ableiten.

Daten noch nicht repräsentativ

Natürlich sind die Daten, die bislang ermittelt wurden, alles andere als repräsentativ. Vielmehr markieren sie ein Extrem. „Immerhin wissen wird jetzt, wie sich extreme Trockenheit auf die Pegel auswirkt“, sagt Hannappel. Und dann sagt er etwas, was der gemeine Rathenower bestimmt nicht unterschreiben würde: „Ich wünsche mir ein richtig feuchtes Frühjahr mit überdurchschnittlich hohen Niederschlägen.“ Nur so werde man ein vollständiges Bild über die Wechselwirkung von Niederschlag und Grundwasser erhalten.

Seit Anfang des vergangenen Jahres sammelt der Geologe Stephan Hannappel Daten über die Wassersituation im Rathenower Stadtwald.l Quelle: Markus Kniebeler

Übrigens hat es in dem nahezu regenfreien Sommer einen eklatanten Ausreißer gegeben. Am 2. August gab es ein Gewitter, bei dem bis zu 70 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen wurden. Danach stieg der Grundwasserpegel um rund zehn Zentimeter. Sank dann aber an den Folgetagen wieder auf das Vor-Niveau zurück.

Weitere Messungen in diesem Jahr

In diesem Jahr wird die Untersuchung fortgesetzt. Um die Veränderungen des Grundwasserpegels dokumentieren zu können, werden 48 Messstellen in und um Rathenow einmal monatlich kontrolliert. Die meisten Kontrollpunkte befinden sich im Stadtwald, weil das der Bereich ist, der die Pegel in den östlichen Rathenower Stadtgebieten entscheidend beeinflusst.

Hannappel hat aber nicht nur das unterirdische Geschehen im Blick. Ein besonderes Augenmerk richtet er außerdem auf den Riesenbruchgraben. Im Auftrag des Wasser- und Bodenverbandes beobachtet er, wie sich die vom Kreis festgelegten Stauhöhen des Riesenbruchgrabens auf den Wasserhaushalt in den umliegenden Gebieten, insbesondere im Riesenbruch, auswirkt.

Ein abschließendes Urteil könne er noch nicht fällen, sagt Hannappel. Aber so viel kann er schon sagen: Die von einigen Vertretern der Bürgerinitiative Grundwasser vorgebrachte Befürchtung, dass eine Überstauung der Wiesen im Riesenbruch den Grundwasserpegel bis in das Stadtgebiet hochtreibe, sei wohl unberechtigt.

Die Untersuchung Hannappels soll im Dezember enden. „Allerdings könnte es sinnvoll sei, Daten noch länger zu sammeln, um ein möglichst vollständiges Bild der Grundwassersituation zu erhalten“, sagt der Geologe. Aber das müssten die Vertreter der Stadt entscheiden.

Von Markus Kniebeler

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