Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Rathenower begrüßen 2018 mit dem Neujahrskonzert
Lokales Havelland Rathenower begrüßen 2018 mit dem Neujahrskonzert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:23 11.07.2018
Neujahrskonzert in Rathenow mit dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode.  Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild
Anzeige
Rathenow

 Das hat Tradition. Auch das Kulturjahr 2018 begann für zahlreiche Rathenower erst richtig mit dem Neujahrskonzert auf der Bühne des Kulturzentrums. Unter der Leitung von Christian Fitzner spielte das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode zwei Konzerte – am Nachmittag und am Abend.

Festlich und unterhaltsam

Das festliche und nicht minder unterhaltsame Konzert begann mit einer Ouvertüre des italienischen Komponisten Rossini. Danach gab es gleich einen „Liebestrank“ mit Tenor Patrick Vogel. Nach diesem recht melancholischen Stück gestaltete sich sein zweites Solo im ersten Teil vor der Pause, aus Puccinis Oper „Tosca“, sehr dramatisch. Für den italienischen Klassiker „O sole mio“ erhielt Patrick Vogel wohl den stürmischsten Applaus. Der gebürtige Berliner ist derzeit in Leipzig engagiert. Der Solist war kurzfristig für den erkrankten, brasilianisch-stämmigen Tenor Ewandro Stenzowski eingesprungen.

Anzeige
Auch in diesem Jahr begann das neue Jahr für rund 850 Rathenower erst richtig mit dem traditionellen Neujahrskonzert. Seit über 20 Jahren gastiert das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode – wiederum waren es die ersten Künstler des Jahres auf der Bühne des Kulturzentrums. Und es trat auch wieder ein Überraschungsdirigent auf.

Nach italienischen Komponisten im ersten Teil ging es nach der Pause traditionell mit temperamentvoll beschwingten Operettenmelodien der österreich-ungarischen Doppelmonarchie, einer großen musikalischen Blütezeit, weiter. Zu den wichtigsten Vertretern der Wiener Operette zählt Franz Lehár. Der populäre Komponist wurde 1870 in der Slowakei geboren und starb 1948 in Österreich. Sopranistin Anja Kaesmacher startete mit „Hör ich Zymbalklänge“ aus Lehárs „Zigeunerliebe“.

Solistin wird gefeiert

Die gebürtige Triererin gastierte als diesjährige Solistin. Zehn Jahre nach Abschluss ihres Gesangsstudiums schloss die Opernsängerin ein weiteres Studium an und unterrichtet seit dem Zweiten Staatsexamen in ihrer hessischen Wahlheimat unter anderem Musik an einem Gießener Gymnasium. Lehárs romantische Operette „Zigeunerliebe“ wurde am 8. Januar 1910 in Wien uraufgeführt.

Zigeunerliebe von Léhar

Das 33-köpfige Orchester spielte, mit der Ouvertüre der „Zigeunerliebe“, dem Marsch aus dem „Räubermarsch“ und dem „Wolgalied“ („Zarewitsch“) und noch drei weitere Stücke des vor 70 Jahren verstorbenen Komponisten. Natürlich durften auch zwei beschwingte Polkas von Johann Strauss nicht fehlen. Als erste Zugabe, die das begeisterte Publikum forderte, folgte der „Donauwalzer“ des Walzerkönigs Strauss.

Zur zweiten Zugabe gab Musikdirektor Fitzner, der das Orchester seit 1994 leitet, den Taktstock ab und Franz Fischers Stunde schlug. Gleich vor der Bühne stehend, dirigierte er den Radetzky-Marsch, der auch beim traditionellen Neujahrskonzert der Wiener Philharmonie als Zugabe gespielt wird. Am 30. November feierte der Premnitzer seinen 89. Geburtstag. Zu seinem 80. Geburtstag erfüllte sich dem langjährigen Chorleiter und Dirigenten mit dem Auftritt beim Neujahrskonzert im Jahr 2009 ein Geburtstagswunsch.

Daraus wurde eine Tradition

Daraus wurde eine jährliche Tradition. „Ich mache jetzt seit 76 Jahren Musik“, sagt Franz Fischer. „Ich habe Christian Fitzner die Noten für das neue Havellandlied mitgegeben. Vielleicht spielt er es zum nächsten Neujahrskonzert.“ Das Lied, das von Chören der Regionen gesungen wird, komponierte Fischer, nachdem er 1976 aus seiner thüringischen Heimat nach Premnitz zog. Bereits zum Neujahrskonzert 2014 und 2015 führte das Orchester zwei neu arrangierte Kompositionen von Franz Fischer auf.

Neujahrskonzert in Rathenow: Der Premnitzer Franz Fischer (89) dirigierte zum zehnten Mal das letzte Stück. Quelle: Uwe Hoffmann

Fans klassischer Musik, auf unterhaltsame Weise dargebracht, können sich auf den diesjährigen Beginn einer weiteren Tradition im Kulturzentrum freuen. Am 4. Februar startet die erste Veranstaltung der diesjährigen Reihe „Klassik populär“. Karten gibt es unter Telefon 03385/51 90 51

Von Uwe Hoffmann