Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Reiter sorgen in Paretz für Ärger
Lokales Havelland Reiter sorgen in Paretz für Ärger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:32 08.05.2015
Reiter sorgen in Paretz für erheblichen Unmut.
Reiter sorgen in Paretz für erheblichen Unmut. Quelle: Tanja M. Marotzke
Anzeige
Ketzin/Havel

Pferdeäpfel im Parkring und vor dem Paretzer Schloss, Schäden an den Banketten in der Werderdammstraße und am Königsweg. Der historische Ortskern von Paretz gibt kein schönes Bild ab. Schuld sind die Reiter, sagen einige Anwohner und die Ketziner Stadtverwaltung. Sie hat deshalb einen Vorstoß unternommen, um dem "Chaos Einhalt zu gebieten", wie Bauamtsmitarbeiter Frank Piper formulierte. "Wir können es nicht länger zulassen, dass öffentliche Straßen und Wege, die teils sogar mit Fördermitteln gebaut wurden, durch Pferde zerstört oder beschädigt werden." Es würden sogar immer wieder Reiter gesehen, die verbotenerweise die Wege durch den Schloss- und im Rohrhauspark benutzen. Hinzu komme das Ärgernis mit nicht weggeräumten Pferdeäpfeln.

Als ersten Schritt will die Stadtverwaltung nun eine Kennzeichnungspflicht für alle Pferde einführen, egal ob sie zu einem der Reiterhöfe in Paretz oder Privatpersonen gehören. So könne man uneinsichtige Reiter feststellen und bestrafen. "Zusätzlich denken wir darüber nach, eine Pferdesteuer zu erheben", sagt Bürgermeister Bernd Lück (FDP).

Aber soweit ist es noch nicht. Vorher soll es einen runden Tisch geben, an dem sowohl Verwaltungsleute, Reiter, Reiterhofbesitzer und Anlieger aus Paretz sitzen. Dafür haben sich die Mitglieder des Ketziner Bauausschusses ausgesprochen.

"Die Idee finden wir gut, aber die Sache darf nicht einseitig auf Einschränkungen für Reiter hinauslaufen", sagt Sebastian Unger, Vorsitzender des Reitvereins Luisenhof Paretz. Es sei auch für eine Kennzeichnung der Pferde, er sehe auch ein, dass sich Leute über Pferdeäpfel vor der Haustür aufregen. "Aber wir werden mit unseren Tieren nicht lange Strecken auf Kopfsteinpflaster oder Rasengittersteinen wie auf dem Königsweg reiten, weil das nicht artgerecht ist und den Pferden schadet", sagt der 36-Jährige und ergänzt: "Es gibt in der Umgebung von Paretz keinen einzigen Reitweg. Das muss sich ändern."

In die gleiche Kerbe schlägt Verena Weidemann-Bingel, Mitinhaberin des Luisenhofes: "Bei uns stehen derzeit 56 Pferde auf dem Hof. Natürlich reden wir mit den Eigentümern, sagen, dass sie die Äpfel wegräumen und nicht durch den Schlosspark reiten sollen. Aber kontrollieren können wir das nicht. Es fehlen alternative Wege zum Kopfsteinpflaster." Aber eine Kennzeichnungspflicht und den runden Tisch begrüßt sie sehr. Reiterin Jamila Wichniarz aus Paretz ist auch für eine Markierung der Pferde - bezogen auf die Eigentümer. "Dann hört die Pauschalverurteilung der Reiter vielleicht auf." Sie selbst sei nach ihren Ausritten, die oft auf Kopfsteinpflaster beginnen, hinterher mit der Rad unterwegs, um die Hinterlassenschaften ihres Pferdes einzusammeln.

Von Jens Wegener

Havelland Zeiten seit Buga-Beginn mehr als verdoppelt - Eine-Welt-Laden öffnet an allen Tagen
05.05.2015
Havelland Neuer Förderverein für die Döberitzer Kirche - Andrang beim ersten Konzert
05.05.2015
Havelland Umgestaltung am Standort Weinberg - Schulsanierung für drei Millionen Euro
05.05.2015