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Havelland Rewe will in Rathenow neuen Markt bauen
Lokales Havelland Rewe will in Rathenow neuen Markt bauen
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16:59 16.01.2017
Das Grundstück in der Fehrbelliner Straße: Die Garagen am oberen Bildrand sollen abgerissen werden, um Platz für den neuen Markt zu schaffen.
Das Grundstück in der Fehrbelliner Straße: Die Garagen am oberen Bildrand sollen abgerissen werden, um Platz für den neuen Markt zu schaffen. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Der Rewe-Konzern will in der Fehrbelliner Straße einen neuen, größeren Einkaufsmarkt errichten. Die Pläne gibt es schon seit Längerem, eine schnelle Umsetzung scheiterte bislang an dem Körgraben, der unter dem Baugrundstück verläuft und nicht überbaut werden darf. Doch nun ist eine Lösung in Sicht.

Der Rewe-Markt in der Fehrbelliner Straße ist in die Jahre gekommen. Vor allem die Verkaufsfläche ist im Vergleich zum heutigen Standard zu klein. Deshalb beabsichtigt der Konzern schon seit Längerem, auf dem Grundstück einen Neubau zu errichten, der mit über 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche fast doppelt so groß werden soll wie der alte Markt auf der gegenüberliegenden Seite. Entstehen soll der Neubau auf der Nordseite des Grundstücks in der Fehrbelliner Straße, das dem Rewe-Konzern gehört. Der Abriss der dort befindlichen Garagen ist beschlossene Sache.

Die Stadtverordneten haben mit dem B-Plan-Aufstellungfsbeschluss bereits die baurechtlichen Grundlagen für das Vorhaben geschaffen. Derzeit läuft die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange. Es läuft also rund – wenn da nicht der Körgraben wäre, der quer unter dem Parkplatz verläuft, auf dem der neue Markt errichtet werden soll. Diese unterirdische Entwässerungsgraben, über den fast das gesamte Regenwasser der Rathenower Innenstadt in den Stadtkanal abgeleitet wird, ist marode und muss dringend saniert werden. Die Stadt Rathenow und der Wasser- und Bodenverband streiten derzeit vor Gericht darüber, wer für die Kosten in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro aufkommen muss. Und blockieren damit jede Entwicklung.

Doch nach Auskunft von Jens Hubald, dem stellvertretenden Bauamtsleiter der Stadt Rathenow, ist eine Lösung in Sicht. Trotz des Gerichtsstreits seien sich Stadt und Verband grundsätzlich einig, dass mit dem Körgraben etwas passieren müsse. Und zwar so, dass der Bau des Marktes nicht behindert werde.

Der Graben soll umgeleitet werden. Und zwar so, dass er das Grundstück nicht mehr diagonal unterquert. Stattdessen sollen die unterirdischen Rohre an der nördlichen Kante des Geländes – dort wo jetzt die Garagen stehen – vorbeigeführt werden. Der Einlauf in den Stadtkanal könnte bleiben, wo er jetzt ist: in der nordwestlichen Ecke des Grundstücks. Der Vorteil dieses Lösung: Rewe könnte ohne Einschränkung bauen. Die Rohe des verlegten Grabens würden zwar auch unter der Erde verlegt. Aber sie blieben, weil über ihnen nichts errichtet werden soll, leicht zugänglich.

Läuft alles nach Plan, könnte im Frühjahr mit der Neuverlegung des Körgrabenstücks begonnen werden. Die Garagen kämen vorher weg. Sobald der neue Graben angeschlossen wurde und das dann überflüssig gewordene Teilstück verfüllt ist, könnte mit dem Bau des neuen Marktes begonnen werden. Sobald der neue Markt steht, sollen die Vorbauten des alte Marktes auf der gegenüberliegenden Seite – in denen sich ein Blumenladen und ein Fotogeschäft befinden – abgerissen werden. Den eigentlichen Markt will der Rewe-Konzern vermieten.

Graben mit Bedeutung

Der Körgraben verbindet den Rathenower Wolzensee mit dem Stadtkanal.

Er dient dazu, bei hohem Pegelständen im Wolzensee Wasser abzuführen, das über den Stadtkanal in die Havel gelangt.

Außerdem hat der Graben, der im letzten Abschnitt unter der Erde verläuft, eine wichtige Entwässerungsfunktion. Über ihn wird ein Großteil des im Stadtzentrum anfallenden Regenwassers abgeführt.

Von Markus Kniebeler