Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rhinow Eine Brücke zwischen zwei Ländern
Lokales Havelland Rhinow Eine Brücke zwischen zwei Ländern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
14:22 19.11.2018
Die Havelland-Brücke bei Strodehne verbindet die Länder Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Vor 20 Jahren wurde der Grundstein gelegt. Quelle: Norbert Stein
Anzeige
Strodehne

Der Ortsbeirat und der Heimatverein Strodehne möchten mit vielen Gästen im kommenden Jahr am Freitag vor dem traditionellen Havelfest (26. Juli 2019) das Jubiläum „20 Jahre Havelland-Brücke“ feiern. Christian Freitag ist der Mann im Dorf, bei dem alle organisatorischen Fäden zusammenlaufen. „Mein Opa war einmal Fährmann“, sagte Freitag, als er der Gemeindevertretung Havelaue erste Ideen für das Brückenfest vorstellte und dafür die Unterstützung der Abgeordneten zugesichert bekam.

Brücke verbindet Brandenburg und Sachsen-Anhalt

Majestätisch spannt sich die 98 Meter lange Brücke aus Beton und Stahl über die Havel bei Strodehne. Sie verbindet die Länder Brandenburg und Sachsen-Anhalt, bringt die Menschen beiderseits der Havel öfters zusammen, beflügelt die Wirtschaft und den Tourismus. Ohne die Brücke wäre wohl 2015 eine Bundesgartenschau im Havelland gemeinsam mit Havelberg nicht möglich geworden. „Die Brücke verbindet allseitig“, sagt Guido Quadfasel, Bürgermeister der Gemeinde Havelaue.

Anzeige

In Strodehne wird noch oft von dem Brückenbau und seiner Vorgeschichte erzählt. Die Brücke hat für Dorfgeschichte gesorgt und vereinte die Einwohner in einem festen Willen. Dafür gründeten sie sogar einen Brückenverein, der erst nach Vollendung des Bauwerkes aufgelöst wurde.

Der ehemalige Brandenburger Agrarminister Edwin Zimmermann hatte angekündigt, man könne eine Brücke bei Strodehne errichten. Quelle: Michael Hübner

Besonders gern erinnert man sich im Dorf auch an die Vorgeschichte, verbunden mit einer Veranstaltung Mitte der 1990er-Jahre mit dem damaligen Landwirtschaftsminister Edwin Zimmermann. Das Land könne für Fährleute keine Planstellen mehr bereitstellen, hatte Zimmermann den Einwohnern von Strodehne erklärt. Geld für einen Brückenneubau könne das Land aber geben, sagte Zimmermann damals.

Erst Holzbrücke, dann Fährbetrieb

Damit begann ein neues Kapitel in der wechselvollen Geschichte zur Überquerung der Havel am Ortsrand. Früher führte eine Holzbrücke über die Havel. Sie war alt und marode. 1971 wurde die Holzbrücke gesperrt und dafür eine Fährverbindung eingerichtet. Fast 28 Jahre brachten Fährleute Menschen und Fahrzeuge über die Havel.

1997 erklärte das Land, den Fährbetrieb einzustellen ohne zunächst eine neue Lösung anzubieten. Damit wollten sich Einwohner nicht abfinden und bekamen Unterstützung aus der Region. Sie organisierten Protestveranstaltungen und hatten schließlich Erfolg.

Direkt an der Brücke informiert eine Infotafel über Interessantes aus dem Ländchen Rhinow. Quelle: Norbert Stein

Am 26. Juni 1998 wurde der Grundstein gelegt. Errichtet wurde die Brücke an jener Stelle, an der einmal die alte Holzbrücke über die Havel führte. Der Landkreis Havelland war Bauherr. Das Land gab rund sechs Millionen D-Mark Fördermittel für das Vorhaben.

Im Spätherbst 1999 wurde das Bauwerk eingeweiht, für den Verkehr freigegeben und auf den Namen „Havelland-Brücke“ getauft. Dazu kamen viele Besucher, Erbauer, Helfer und von beiden Seiten der Havel. Mit ihnen und gemeinsam mit dem Landkreis Havelland als damaligen Bauherren möchte Strodehne das Brückenfest feiern.

Von Norbert Stein

Anzeige