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Rhinow So feiern Tausende Festivalbesucher die 24. Antaris
Lokales Havelland Rhinow So feiern Tausende Festivalbesucher die 24. Antaris
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15:27 15.07.2018
Mit Gummipuppe und Taucherbrille tanzt dieser Antarier in den Sonnenuntergang. Auch die 24. Antaris in Stölln ist ein friedliches Festival. Quelle: Christin Schmidt
Stölln

Tanzende Zebras und grüne Fabelwesen, Pistolen aus denen Seifenblasen statt Kugeln schießen. Dazu tausende grinsende Männer und Frauen, die über die Wiesen am Fuße des Gollenbergs zu schweben scheinen. Und über allem liegt der Duft von Sommer, exotischem Essen und Marihuana. Die 24. Antaris ist in vollem Gang und das Ländchen Rhinow für vier Tage das reinste Paradies für Liebhaber elektronischer Musik.

Seit Freitag bearbeiten auf dem vermutlich ältesten Flugplatz der Welt wieder Menschen aus aller Welt den Boden im Takt zur Musik. Für viele führte der Weg zum Bass-Spektakel am Freitagabend aber erst einmal durch eine intensive Polizeikontrolle.

Etwa einen Kilometer vor dem Gelände an der sonst so stillen Apfelallee hatten sich zahlreiche Beamte positioniert, um einen Blick in Wohnwagen, Kofferraum und Gepäck zu werfen.

Diese Prozedur hatte ein aufgeblasenes Einhorn längst erfolgreich hinter sich gebracht, um sich frühzeitig in mitten des großen Festivalareals einen Platz auf einer hohen Rüstung zu sicheren. Von hier aus genoss es den idyllischen Blick aufs Ländchen, während die ersten Antarier mit seligem Blick in den ersten von drei wunderbaren Sonnenuntergängen tanzten.

Tausende Besucher aus aller Welt tanzen wieder drei Tage lang am Stöllner Gollenberg und beleben das sonst so stille Ländchen Rhinow.

Für Antaris-Neuling Maxim verlief der Freitag noch ziemlich ruhig. Er versorgte abseits der Tanzfläche die Gäste mit veganem Eis. Am Samstag hatte der junge Mann aus Jekaterinenburg schon deutlich mehr zu tun. „Wir stehen hier etwas versteckt, aber inzwischen findet man uns“, so Dada Devarainjan, der Geschäftsführer von „Yogi-Eis“.

Dada kommt aus Südafrika und lebt genau wie Maxim derzeit in Frankfurt/Main. Nach Stölln ist er aber nicht nur gekommen, um seine gesunden Eiskreationen zu verkaufen. Der Yoga Mönch lädt die die Antarier zur gemeinsamen Meditation ein.

„Es geht darum Körper und Seele in Einklang zu bringen“, erklärt Maxim, der selbst seit einem Jahr Yoga praktiziert. Und das geht mitten im Bass-Gewummer? „Naja, es ist schon eine Herausforderung, aber wir wussten auf was wir uns einlassen“, erklärt Dada mit einem entspannten Lächeln.

Fabelwesen bringen die Besucher zum Lächeln

Runterfahren nach einer durchtanzten Nacht, sicher nicht die schlechteste Idee. Möglichkeiten dazu gibt es auf dem etwa 20 Hektar großen Gelände gleich mehrere. Wer tanzen möchte, es aber etwas ruhiger mag, fühlte sich in dem Zelt wohl, das das Team von Elphame aufgebaut hatte. Hier konnten sich die Gäste in den kühleren Abendstunden sogar an einem Lagerfeuer wärmen.

Die dreißigköpfige Elphame-Crew ist ebenfalls zum ersten mal auf der Antaris und jedes einzelne Mitglied ein absoluter Hingucker. Alle hatten sich mit grüner oder blauer Farbe und viel Fantasie in Fabelwesen verwandelt, um die Festivalbesucher mit energiereichen Getränken und Speisen und herzlichem Lächeln bei Laune zu halten.

Ebenso fantastisch wie die Kostüme der Elphame-Crew war wieder die Dekoration der zwei großen Tanzflächen. Selbst Antaris-Skeptiker können nicht leugnen, dass sie beim Anblick dieses riesigen Zelts aus grellbunten, fluoreszierenden Tüchern, das Gefühl haben, auf einem anderen Planeten gelandet zu sein.

Weniger idyllisch ist dagegen der Toilettenbesuch, aber wer echtes Antaris-Feeling will muss das Dixi in Kauf nehmen. Zugegeben, ein bisschen verrückt sind hier alle. Auffällt, wer normal ist und das ist vielleicht auch das Geheimnis der Antaris – hier darf jeder vier Tage lang seine verrückte Seite in vollen Zügen ausleben. Einzige Bedingung, es muss friedlich bleiben. Denn das Motto der Antaris hat sich auch in 24. Jahren nicht verändert: Gegen Krieg –Für Freundschaft, Frieden und Freiheit“.

Am Dienstag ist dann wieder alles vorbei und auch der letzte Antarier muss irgendwann wieder in den Alltag zurück. Das Motto der Antaris 365 Tage im Jahr zu leben, dürfte aber keineswegs schaden!

Von Christin Schmidt

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