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Rhinow Auch der zweite Gasthof hat geschlossen
Lokales Havelland Rhinow Auch der zweite Gasthof hat geschlossen
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14:37 29.01.2020
Erlend Korb-Klemke sucht für das Restaurant und Hotel „Schwalbennest“ am Fuße des Gollenbergs  einen Käufer.
Erlend Korb-Klemke sucht für das Restaurant und Hotel „Schwalbennest“ am Fuße des Gollenbergs  einen Käufer. Quelle: Norbert Stein
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Stölln

Der Flugpionier Otto Lilienthal (1848-1896) ist für das Ländchen Rhinow und insbesondere Stölln ein Touristenmagnet. Tausende Besucher kommen jedes Jahr in das idyllisch gelegene Dorf. Sie besichtigen die IL 62 „Lady Agnes“ auf dem Gollenberg und die Ausstellungen im Lilienthal-Centrum.

Wanderungen im Bürgerpark

Sie informieren sich über die Geschichte des Flugpioniers Otto Lilienthal und seine erfolgreichen Flugversuche in den Rhinower Bergen und auf dem Gollenberg. Sie wandern über den Gollenberg und durch den Bürgerpark, der früher ein Gutspark war.

Keine Einkehrmöglichkeit

In eine Gaststätte einkehren, können sie aber nicht mehr. Die Gastronomie in Stölln ist auf einem Tiefpunkt. Schon kurz nach die Bundesgartenschau 2015 wurde die Traditionsgaststätte „Zum ersten Flieger“ geschlossen. Nun sind auch in der zweiten Gaststätte im Dorf die Lichter ausgegangen. Das Restaurant „Schwalbennest“ am Fuße des Gollenbergs beendete zum Jahreswechsel den Betrieb.

In guter Lage

Zum „Schwalbennest“ gehört auch ein kleines Hotel mit sechs Zimmern. Im Jahr 1996 wurden das Restaurant und Hotel eröffnet – in guter touristischer Lage. Zehn Jahre danach erwarb der heutige Eigentümer, Erlend Korb-Klemke das Hotel samt Restaurant. 2007 übernahm Andreas Rehberg als Pächter den Gaststätten- und Hotelbetrieb.

Die Lady Agnes auf dem Stöllner Gollenberg ist eine Attraktion. Quelle: Edith Wernicke

Rehbergs Engagement für die Gastronomie in Stölln war durchaus erfolgreich. „Es war schön zu sehen, wie sich das Restaurant mit einer großen Außenterrasse und das Hotel unter Leitung des Pächters entwickelt haben“, sagt Erlend Korb- Klemke. „Umso trauriger war ich über die Kündigung, die ich im letzten Sommer von Herrn Rehberg bekommen habe.“

Inzwischen zu alt

Korb-Klemke zeigt aber auch Verständnis, weil die Gastronomie mit Küchenbetrieb einen intensiven Arbeits- und Zeitaufwand erfordert. Verbunden sei damit eine hohe Belastung, besonders im zunehmenden Alter, so der Eigentümer. Für Erlend Korb-Klemke, der selber 67 Jahre alt ist, sind das genau die Gründe, den Betrieb nicht allein weiterzuführen.

Ein italienisches Lokal?

Er wird das Haus verkaufen. Veräußern würde er am liebsten an einen Käufer, der sowohl das Restaurant als auch das Hotel weiter führen möchte. Eine italienische Küche könnte er sich gut vorstellen. Es wäre auch für das Dorf und die Region schön, wenn es weitergeht im „Schwalbennest“.

Auf Suche

Die Gaststätte war in den Vorjahren auch für Familienfeste gut gebucht worden. Mehrere Interessenten haben sich schon das Haus angeschaut. Mehr ist aber noch nicht passiert. „Leider haben alle bisherigen Bemühungen für eine Veräußerung noch zu keinem Erfolg geführt“, so Korb-Klemke.

Auch die Gaststätte „Zum 1. Flieger“ ist geschlossen. Quelle: Norbert Stein

Bis Ende März steht das Restaurant mit Hotel zum Verkauf. Sollte sich bis dahin jedoch kein Käufer finden, müsse man über eine andere Nutzung nachdenken, sagt der Eigentümer. In welche Richtung eine solche Umnutzung gehen könnte, kann er noch nicht sagen. Ferienwohnungen wären wohl eine Möglichkeit.

Unklar ist auch, wie es mit der Immobilie weitergeht, in der einst das Gasthaus „Zum 1. Flieger“ war. Wie bekannt hatte hier auch Otto Lilienthal viel Zeit verbracht.

Von Norbert Stein