Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rhinow Blühstreifen für mehr Vielfalt in der Natur
Lokales Havelland Rhinow Blühstreifen für mehr Vielfalt in der Natur
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:36 07.04.2019
Praktische Landschaftspflege: Blühstreifen soll es auch bald im Ländchen Rhinow geben. Quelle:  
Havelaue

Da scheint etwas in Bewegung zu kommen. Die Regionalgruppe „Blühendes Ländchen“ im Netzwerk „Blühende Landschaften“ sorgt für frischen Wind im Frühling.

Nach einer Informationsveranstaltung in Prietzen haben Mitte März 31 Akteure die Regionalgruppe gegründet. Auch wenn diese noch in den „Kinderschuhen“ steckt, hat sie doch schon einiges bewirkt.

Zunächst einmal haben die Mitglieder eine rege Diskussion ausgelöst zum Thema: vielfältigere Natur in den Dörfern. Sogar erste Aktionen zum Anlegen von Blühstreifen im Ländchen Rhinow hat die Gruppe schon angestoßen.

Unterschiedliche Meinung prallen aufeinander

Denn Bienen, Hummeln , Schmetterlingen und Co sind unersetzlich für eine intakte Natur, so die einhellige Meinung der Mitglieder. Als Blütenbestäuber sorgen die Insekten für Vielfalt in Flora und Fauna.

Auf den Feldern und Wiesen, öffentlichen Flächen und in Gärten würde aber immer weniger blühen, erklären Akteure der Regionalgruppe um Udo Schäfer und Christina Wolff. Damit würden die Insekten auch immer weniger Nahrung finden.

Die Regionalgruppe möchte nun dafür sorgen, dass in und um die Dörfer im Ländchen Rhinow Blühflächen und Blühstreifen angelegt werden als Wohlfühloasen für Insekten. Das Ansinnen stößt allerdings nicht auf ungeteilte Zustimmung in den Dörfern.

Blühstreifen passen nicht ins direkte Dorfbild

Diskutiert wird vor allem auf welchen Flächen es künftig blühen soll und ob solche Blühstreifen überhaupt ins Ortsbild passen.

Dazu führten Akteure der Regionalgruppe und die Gemeindevertreter von Havelaue am Mittwochabend in Strodehne einen lebhaften, aber durchaus konstruktiven Meinungsaustausch.

Dabei ging es auch darum, unter welchen Voraussetzungen die Flächen angelegt werden können. Blühstreifen passen nicht ins direkte Dorfbild, meint Gemeindevertreterin Dorit Stawecki aus Wolsier.

Zustimmung der Ortsbeiräte erforderlich

„Auf jeden Fall ist immer die Zustimmung des Eigentümers notwendig und für die Flächen der Gemeinde eine Abstimmung mit den jeweiligen Ortsbeiräten“, sagte Bürgermeister Guido Quadfasel (CDU). Die Gemeinde wolle die Initiative unterstützen, so Quadfasel weiter.

Solche Absprachen seien auch schon mit einigen Ortsbeiräten geführt worden, teilte Sabine Haase für die Regionalgruppe mit. In Gülpe einigte man sich auf eine Fläche zwischen den Bäumen vor dem Gemeindehaus. „Dort könnte so ein Blühstreifen hinpassen“, bestätigte Ortsvorsteher Wolfgang Radtke.

Die Agrargenossenschaft Gülpe sorgt am Ortsrand auf einen Hektar für blühende Vielfalt. Auch in anderen Dörfern der Gemeinde Havelaue sollen Blühstreifen angelegt werden.

In Gülpe will man Erfahrung sammeln

In Rhinow haben Schüler der Arbeitsgemeinschaft „Wald und Wiesen“ bereits gemeinsam mit der Aktionsgruppe vor der Turnhalle Samen in die Erde gebracht.

In Prietzen wurde eine gemeindeeigene Fläche in Richtung Gülper See dafür auserkoren. „Wir wollen die Fläche nutzen um Erfahrungen zu sammeln“, so Ortsvorsteher Bill Neubüser.

Erfahrungen sind auch der Gemeindevertretung wichtig, weil solche Streifen für mehrere Jahre angelegt werden. Das ist wichtig für einen blühenden Artenreichtum und schafft Voraussetzungen für Insektennachwuchs.

Abstimmung noch vor den Kommunalwahlen

Die Blühstreifen dürfen also auch im Sommer nicht gemäht werden. Weil Grundstückseigentümer den Ortssatzungen zufolge aber zur Pflege der Grünflächen vor ihren Anwesen verpflichtet sind, hat die Regionalgruppe eine Ausnahmeregelung für Blühstreifen beantragt.

Voraussichtlich auf ihrer kommenden Sitzung und damit noch vor den Kommunalwahlen werden die Abgeordneten über den Antrag entscheiden.

Von Norbert Stein

Die Landwirte haben nach drei schwierigen Jahren kaum noch Reserven. Darum fordern sie zu Recht Hilfe ein, die auch auskömmlich sein muss. Ein Kommentar.

03.04.2019

Bei der Agrargenossenschaft Stölln ließ sich Finanzminister Christian Görke (Linke) über Schwierigkeiten der Bauern nach dem Dürrejahr 2018 informieren. Zuvor beutelten bereits die Milchkrise und ein Regenjahr die Landwirte.

03.04.2019

„30 Jahre Mauerfall in der Kunst“ ist der Titel der Ausstellung, die Marina Prüfer aus Berlin zusammen mit weiteren Akteuren im Herbst im Kulturzentrum Rathenow zeigen wird. Dazu werden auch Überraschungen vorbereitet.

02.04.2019