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Rhinow Brücke über die Dosse wird erneuert
Lokales Havelland Rhinow Brücke über die Dosse wird erneuert
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17:05 25.03.2019
Die alte und marode Behelfsbrücke über die Dosse bei Rübehorst muss durch einen Neubau ersetzt werden.
Die alte und marode Behelfsbrücke über die Dosse bei Rübehorst muss durch einen Neubau ersetzt werden. Quelle: Norbert Stein
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Großderschau

Die Gemeindevertretung Großderschau hat mit dem Haushalt für das Jahr 2019 auch den Weg für die Erneuerung der Dosse-Brücke freigemacht. Die Brücke in der Nähe des Ortsteils Rübehorst muss dringend saniert werden. Bereits vor einem Jahr war in der Gemeindevertretung über das Thema geredet worden. Und eigentlich gingen die Kommunalpolitiker von einem Baubeginn im Sommer 2018 aus.

Doch erst im November lag eine belastbare Kostenplanung vor und die sorgte für Unruhe. Amtsdirektor Jens Aasmann eröffnete den Gemeindevertretern, dass die Brücke nicht rund 950 000 Euro kosten würde, sondern über zwei Millionen Euro. „Der Brückenneubau wird deutlich teuer als angenommen. Die Kosten verdoppeln sich“.

Noch nie geschultert

Eine finanzielle Herausforderung in dieser Größenordnung musste Großderschau noch nie schultern. Drei Gründe gab es für die Kostensteigerung: Die Planer haben den Baugrund untersucht, mit dem Ergebnis, dass für die Errichtung der Brücke eine Tiefengründung notwendig wird. Dafür müssen kostenaufwendig Pfähle tief in das Flussbett gerammt werden. Bei den Vorbereitungen sei man davon ausgegangen, dass eine Flachgründung genügen würde. Ebenfalls notwendig wird eine ökologische Begleitung während der gesamten Bauzeit. Auch das war so nicht vorgesehen. Steigende Baupreise sind die dritte Ursache.

Großen Entscheidungsspielraum hatten die Gemeindevertreter nicht. Denn die Brücke wird gebraucht. Nun hat das Amt mit dem Haushalt die Details geplant. Es bleibt bei einem Kostenaufwand von 2,04 Millionen Euro. Das Land gibt 1,53 Millionen Euro Fördermittel aus dem Fonds „Gemeinschaftsaufgabe Küstenschutz“.

Bei genauem Hinsehen erkennt man, dass die Brücke Rübehorst in schlechtem Zustand ist. Quelle: Norbert Stein

Die Lokale Arbeitsgruppe Havelland, die Geld aus dem Leader-Fonds der EU verteilt, hat ebenfalls zugestimmt, das Vorhaben zu unterstützen. Wenn 75 Prozent der Kosten gefördert werden, verbleiben noch 511 700 Euro, die Großderschau als Eigenanteil aufzubringen hat.

Aus dem gemeinsamen Investitionstopf der Gemeinden im Amt Rhinow, mit dem die Kommunen ihre Schlüsselzuweisungen zusammenlegen, kann Großderschau ebenfalls Geld abrufen. Bereits 2017 und 2018 standen jeweils 100 000 Euro aus dem Topf bereit. Nun kommen noch einmal 100 000 Euro dazu. Allerdings muss der Amtsausschuss dem am Donnerstag noch zustimmen.

Vergabe wird vorbereitet

Kommen alle diese Zuschüsse, dann muss die Gemeinde im kommenden Jahr noch 173 000 Euro als Eigenanteil absichern.

Das Bauamt bereitet derzeit die Ausschreibung zur Vergabe der Bauleistungen vor. Bauamtsleitertin Birgit Schmidtke hofft auf gute Angebote von Firmen, die bereit sind, das Vorhaben zu realisieren. Verläuft alles nach Plan, soll die Brücke in diesem und kommenden Jahr gebaut werden.

Für Zivilfahrzeuge endete die Nutzungsdauer eigentlich im Jahr 2004. Quelle: Norbert Stein

Die 20jährige Nutzungsdauer ist längst überschritten. Die Behelfsbrücke ist nun endgültig kaputt und muss durch einen Neubau ersetzt werden. Die Brücke ist Teil der Ortsverbindungsstraße zwischen Rübehorst und Rhinow. Schulbusse, Landwirtschaftsfahrzeuge und Touristen nutzen die Dosse-Überquerung intensiv. Im Falle eines Hochwassers kommt man über die Brücke zu Hochwasserschutzanlagen.

Da fraf es sich gut, dass die Gemeindevertreter von Großderschau nach vielen Jahren für den Gemeindehaushalt 2019 erstmals nicht die kommunale Finanzrücklage greifen mussten. Unterm Strich der Ausgaben für Pflichtaufgaben, Umlagen und kommunalen Arbeiten in dem rund 450 Einwohner zählenden Dorf steht ein Plus von 24 000 Euro.

Nicht so üppig

So fiel den Kommunalpolitikern die Zustimmung zu dem Haushaltsentwurf relativ leicht. Einen Wermutstropfen gibt es dennoch. Die Gemeinde muss in diesem Jahr 13 000 Euro Gewerbesteuerzuweisungen zurück zahlen. Das sagte Ellen Schütt, Kämmerin im Amt Rhinow. Dadurch wird das Haushaltsplus nicht ganz so üppig ausfallen, wie gedacht. „Wie gewonnen, so zerronnen“, sagte darum der stellvertretende Bürgermeister, Roland Specht.

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Von Norbert Stein

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