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Rhinow Freud und Leid eines havelländischen Agrarbetriebs
Lokales Havelland Rhinow Freud und Leid eines havelländischen Agrarbetriebs
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17:39 11.08.2019
Enrico Voigt, Geschäftsführer der AG Gülpe (li.), erläutert Sebastian Steineke (re.) und Dieter Dombrowski die Herausforderungen, vor denen Landwirte bei der Bewirtschaftung der Großen Grabenniederung stehen. Quelle: Norbert Stein
Gülpe

„Nah am Wasser – Leben an Flüssen und Seen im Wahlkreis“ – so lautet das Motto der diesjährigen Sommertour des CDU-Bundestagsabgeordneten Sebastian Steinecke, die ihn jüngst auch ins Ländchen Rhinow führte.

Der Bundestagsabgeordnete für das nördliche Havelland informierte sich zunächst gemeinsam mit Dieter Dombrowski, Vizepräsident des Landtages und Kandidat der CDU für das Direktmandat bei den Landtagswahlen am 1. September im Wahlkreis 4, auf einer Bootstour zum aktuellen Stand der Havelrenaturierung.

Probleme und Chancen

Anschließend besuchten die beiden CDU-Politiker in Gülpe die ortsansässige Agrargenossenschaft (AG). Bei mit Wurst aus eigener Produktion der AG belegten Brötchen erörterten sie mit Geschäftsführer Enrico Voigt Entwicklungstendenzen und landwirtschaftliche Probleme.

Die Themenpalette war breit gefächert, es ging von der aktuellen Ernte bis zu den Wölfen, die auch schon auf Weiden um Gülpe Kälber gerissen haben.

Erfolgreiche Direktvermarktung

Die AG Gülpe beschäftigt derzeit 43 Mitarbeiter und ist ein Betrieb mit erfolgreicher Direktvermarktung. 15 bis 20 Schweine und ein oder zwei Rinder aus eigener Produktion gehen wöchentlich als Fleisch oder Wurst über Ladentische in Rathenow, Rhinow und Wolsier.

 Enrico Voigt informierte die Gäste über den bevorstehenden Um- und Ausbau eines neuen Geschäfts in Rhinow. Die Direktvermarktung sei für die AG ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, sagte der Geschäftsführer.

Grundgeschäftsidee der AG sei seit ihrer Gründung, die hier erzeugten Produkte auch in der eigenen Region zu vermarkten, erklärte Voigt. So soll es auch bleiben, versicherte er, auch wenn die Kosten steigen für Schlachtung, Transport und Vermarktung.

Absage an höhere Mehrwertsteuer

Eine von Tierschützern ins Gespräch gebrachte Mehrwertsteuer für Fleisch stößt bei Steinecke, Dombrowski und Voigt auf konsequente Ablehnung. Eine höhere Mehrwertsteuer würde das Verbraucherhalten unwesentlich beeinflussen und erst recht nicht für mehr Tierwohl sorgen, sind Geschäftsführer und Politiker einheitlicher Auffassung.  

Viele Flächen, die von der AG Gülpe bewirtschaftet werden, liegen im Feuchtgebiet der Unteren Havelniederung. Allein in der Kernzone Große Grabenniederung sind es 350 Hektar Grünland, die zumeist bis in den Sommer unter Wasser stehen und deshalb bei weitem nicht jedes Jahr gemäht werden können.

Mitarbeiter des Wasser- und Bodenverbandes beräumen einen Böschungsabschnitt des Großen Grabens. Quelle: Norbert Stein

2019 wird das indes auf Grund geringer Niederschläge möglich sein. Auf 80 Prozent ihrer Flächen in der Großen Grabenniederung hat die AG bereits das Gras gemäht. Die restlichen 20 Prozent werden in den nächsten Wochen folgen, sobald der Untergrund ein Befahren der Wiesen mit Traktoren und Technik zulässt.

Ernte unter erschwerten Bedingungen

Geerntet wird zumeist nur minderwertiges Futter für die Tiere oder grobes Gras, das sich lediglich als Silage für Biogasanlagen oder zur Humusrottung eignet. Das Bewirtschaften der Flächen erfolge in enger Abstimmung mit der Naturparkverwaltung Westhavelland, erklärte Enrico Voigt den CDU- Politikern auf der Wolsierer Steinbrücke mit gutem Ausblick in die Große Grabenniederung.

Am Großen Graben selbst hatte der Wasser- und Bodenverband gerade mit Pflegearbeiten mit der Beseitigung von Verwallungen begonnen. „Damit im Graben das Wasser besser fließen kann“, erläuterte Voigt die Arbeiten.

Grabenpflege unerlässlich

In Abstimmung mit der Naturparkverwaltung werde man in den nächsten Jahren weitere Pflegearbeiten in der Großen Grabenniederung vornehmen, so Voigt weiter. Dafür werde auch im Rahmen der Havelrenaturierung investiert für einen besseren Wasserfluss in der Großen Grabenniederung.

Notwendig sei aber, so Voigt, auch eine konsequentere Einhaltung der vereinbarten Stauhöhen. Die Winterstaus sollten nach seiner Auffassung früher abgesenkt werden.  

Von Norbert Stein

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