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Rhinow Im Zeichen nachhaltiger Bewirtschaftung
Lokales Havelland Rhinow Im Zeichen nachhaltiger Bewirtschaftung
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15:35 08.09.2019
In Gülpe erläutert Enrico Voigt, geschäftsführender Vorstandsvorsitzender der AG, verschiedene Anbaumethoden und Feldanalysen. Quelle: Norbert Stein
Hohennauen

Die Landwirte stecken mitten in der Maisernte. Die Wintersaat muss auch in die Erde. Es gibt derzeit reichlich Arbeit auf den Feldern im Havelland. Dennoch nahmen sich am Freitag 25 Landwirte Zeit für einen Feldtag.

Der Landreis Havelland und der Kreisbauernverband hatten zur Schulung unter freiem Himmel nach Gülpe und Hohennauen eingeladen. Es war bereits der dritte Feldtag mit Erfahrungseffekten zu Methoden der Humus-Regeneration und der natürlichen Steigerung der Bodenfruchtbarkeit.

Nach 2018 hat auch der Sommer 2019 deutlich gemacht: Der Klimawandel ist kein Thema für künftige Generationen, er ist schon gegenwärtig und erfordert ein Umdenken im Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Klimaschutzprojekt des Landkreises

Besonders im Westhavelland wirtschaften Landwirte oft auf kargen, sandigen Böden, die für Folgen des Klimawandels anfällig sind.

Dürreperioden schmälern die Ernteerträge, verlangen einen bewussteren Umgang mit dem Boden und eventuell auch veränderter Anbaukulturen.

Im Westhavelland stellen sich konventionelle und biodynamisch wirtschaftende Landwirte dieser Herausforderung im Rahmen eines Klimaschutzprojektes des Landkreises.

Henning Kellner (l.), Landwirtschaftsdezernent des Landkreises, im Gespräch mit Enrico Voigt und Kai Holger Dech (r.). Quelle: Norbert Stein

Der Landkreis arbeitet dabei insbesondere mit der Agrargenossenschaft Gülpe und dem Bio-Hof Dech in Hohennauen erfolgreich zusammen.

„Ziel ist die Verbesserung des Humusgehalts, eine höhere Bodenqualität mit stabilen Ernteerträgen und die Bindung von Kohlenstoff im Boden“ so der Landwirtschaftsdezernent des Landkreises, Henning Kellner, zum Auftakt des Feldtages.

Auch die Leiterin der Naturparkverwaltung Westhavelland, Ilona Langgemach, und Dietmar Näser nahmen daran teil. Näser ist Agraringenieur und begleitet als selbstständiger Berater für regenerative Landwirtschaft, das Klimaprojekt.

10 bis 15 Tonnen Gemüse pro Woche

Kai Holger Dech bewirtschaftet mit seiner Frau Christine einen 150 Hektar großen Biohof mit Milchkühen und Gemüseanbau.

Auf den Feldern ernten sie im dreijährigen Wechsel andere Kulturen insbesondere verschiedene Kohlsorten, aber auch Möhren, Zwiebeln, Kürbis und anderes Gemüse. Derzeit gehen pro Woche zwischen 10 bis 15 Tonnen Gemüse über den Ladentisch.

Rund 95 Prozent der Ernte wird in den Großhandel nach Berlin geliefert. Auch Hokkaidokürbisse ernten Dechs derzeit. „Ich hätte nicht gedacht, dass hier einmal Kürbis wächst“, sagte Kai Holger Dech auf einem Feld gegenüber dem Hof.

Auf dem Kürbisfeld begutachtet Kai Holger Dech (l.) mit den Feldbesuchern die Lockerheit des Bodens. Quelle: Norbert Stein

Dazu wesentlich beigetragen habe die Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit durch den Anbau von Zwischen- und Winterfrüchten, aber auch Untersaaten.

Dietmar Näser hatte inzwischen mit dem Spaten etwas Erde ausgehoben. Er verwies auf eine gute Krümelstuktur des Bodens und bemerkte, dass der Boden möglichst wenig bearbeitet werden sollte. Vor dem Zuckermais verwies der Gastgeber auf Humustee als natürliches Düngemittel.

Im Nachbardorf führt der geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der AG Gülpe Enrico Voigt auf ein 18 Hektar großes Maisfeld.

Pflanzen benötigen mindestens 16 Nährstoffe

Der Mais ist streifenweise unterschiedlich gewachsen. Die AG hat auf dem Schlag verschiedene Anbaumethoden getestet, auch unter Nutzung von Zwischenfrüchten und Düngung.

Auf dem Streifen ohne Dünger ist der Mais nur mickrig gewachsen. Voigt erläuterte Feldanalysen und an einen ausgehobenen Loch die Bodenbeschaffenheit.

„Die Pflanzen benötigen mindestens 16 Nährstoffe“, so Voigt. Er betonte auch, dass der Schwefelgehalt als Bestandteil einer guten Bodenfruchtbarkeit nicht zu vernachlässigen ist.

Von Norbert Stein

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