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Rhinow Geschichten rund um die „Lady Agnes“
Lokales Havelland Rhinow Geschichten rund um die „Lady Agnes“
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22:11 23.05.2018
Horst Schwenzer  war  an den Vorbereitungen der Landung der IL62  am 23. Oktober 1989  in Stölln maßgeblich beteiligt. Jetzt hat er ein Buch zur Geschichte der Lady Agnes geschrieben, das er zusammen mit Johanna Schulze (Grafikerin) vorstellte. Quelle: Norbert Stein
Stölln

„Dem menschlichen Gedächtnis entschwindet schnell das, was nicht durch Schrift und Stimme von Zeugen dauernd bewahrt wird.“ Diese treffende Worte äußerte im Jahr 1256 Günther von Arnstein aus dem Adelsgeschlecht Lindow-Ruppin, der im Ruppiner Land und damit unweit von Stölln im Havelland, seine Besitztümer hatte.

Die Motivation

Erinnerungen bewahren – das motivierte auch Host Schwenzer, ein Buch mit dem Titel „Die Geschichte der Lady Agnes“ zu schreiben. Nun hat er sein Werk in Zusammenarbeit mit Johanna Schulze (W& M Grafikatelier Rathenow) vollendet und am Dienstag an einem Ort vorgestellt, der dafür am besten geeignet war und ist: vor der IL 62 „Lady Agnes“ auf dem Gollenberg.

Horst Schwenzer war an den Vorbereitungen der Landung der IL 62 am 23. Oktober 1989 in Stölln maßgeblich beteiligt. Er war zu dieser Zeit Hauptbuchhalter der Milchviehanlage Stölln und verantwortlich für die Finanzierung des spektakulären Vorhabens auf dem Gollenberg.

Tollkühne Idee

Sybille Heling war damals Bürgermeisterin in Stölln. Sie hatte die tollkühne Idee, ein Flugzeug nach Stölln zu holen und fand damit Gehör bei der DDR-Fluggesellschaft Interflug, deren Chefs eben zu dieser Zeit nach einem Projekt suchten, das die Leistungen von Otto Lilienthal als Flugpionier würdigte. „So kamen zwei Interessen zueinander“, erinnert sich Horst Schwenzer, der seit 2002 Vorsitzender des Otto-Lilienthal-Vereins ist. Er würdigt in dem Buch das Engagement von Sybille Heling und ihren Helfern, insbesondere aber auch die Leistungen von Flugkapitän Heinz-Dieter Kallbach und seiner Crew.

Die Lady Agnes auf dem Stöllner Gollenberg aus der Vogelperspektive Quelle: Wernicke, Edith

Zitate von eifrigen Verfechtern und Mitstreitern, aber auch von Skeptikern, machen das Buch zusätzlich lesenswert und interessant. Zeitzeugen erinnern sich an die geglückte Landung und schildern ihre Erinnerungen. Das Buch ist aber weit mehr als nur die Geschichte der IL 62 und wie sie zu ihren Namen „Lady Agnes“ kam.

Die 118 Seiten sind durchzogen von Dorfgeschichte, von Wissenswertem zu den Fliegerdenkmälern auf dem Gollenberg, zu erfolgreichen und weniger gelungenen Otto-Lilienthal-Festen, von den Ereignissen rund um den Aufbau des Lilienthal-Centrums in der alten Brennerei Stölln und von den zahlreichen Investitionen zur Bundesgartenschau 2015 in Stölln.

Traditionen gewahrt

Horst Schwenzer berichtet von Erfolgen zur Wahrung von Traditionen im Sinne von Otto Lilienthal und der Gestaltung des Flugzeugumfeldes auf dem Gollenberg zum Fliegerpark. Auch Rückschläge einer insgesamt doch sehr erfolgreichen Entwicklung benennt er in dem Buch. Horst Schwenzer schildert, wie er sich in diesen Entwicklungsprozess eingebracht hat.

Weggefährten, wie Hans-Peter Hirsch, Fritz Schulze, Heinz-Dieter Kallbach und Peter Bley bescheinigen ihm positive Hartnäckigkeit im Umsetzen von Ideen und Vorhaben zur touristischen Entwicklung von Stölln. Das Buch beschreibt Dorfgeschichte und „streift“ dabei auch immer wieder die Entwicklung der Landwirtschaft.

Historische Daten

Und das Buch bietet noch mehr: vier Seiten sind historischen Daten von Stölln gewidmet, angefangen von der ersten urkundlichen Erwähnung des Dorfes im Jahre 1441 bis zum 28. Jahrestag der Landung der IL 62 auf dem Gollenberg im Jahr 2017.

Erhältlich ist das Buch für 10 Euro im Lilienthal-Centrum und im Besucherpavillon auf dem Gollenberg. Das Geld aus dem Buchverkauf fließt in die Finanzierung der Sanierung der Lady Agnes.

Von Norbert Stein

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