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Rhinow Abgeordnete sehen Wiedereröffnung der Kita skeptisch
Lokales Havelland Rhinow Abgeordnete sehen Wiedereröffnung der Kita skeptisch
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16:35 30.10.2019
In diesem Haus in Großderschau befand sich bis 2014 die Kita „Dossespatzen“ Quelle: Norbert Stein
Großderschau

Das Namensschild „Dossespatzen“ der ehemaligen Kita Großderschau ziert auch fünf Jahre nach Schließung der Einrichtung noch die Außenwand des Hauses, in dem einst Kinder aus dem Dorf und der Umgebung betreut wurden.

Weil immer weniger Kinder geboren wurden, war der Betreuungsbedarf rückläufig. Die Gemeinde musste jährlich ein wachsendes Finanzierungsdefizit in fünfstelliger Höhe stopfen. 2014 kamen noch neun Kinder in die Kita.

Die Abgeordneten zogen die Reißleine. Das Namensschild an der Außenwand blieb als Erinnerung. Nun könnte sich eine neue Chance für die Kita bieten, weil in Großderschau und dem Umland wieder mehr Kinder leben.

Das Namensschild erinnert noch immer an die Kita, die 2014 geschlossen wurde. Quelle: Norbert Stein

Ein gemeinnütziger Träger, der einer Kita in Rathenow West betreibt, hat Interesse bekundet, die ehemalige Kita Großderschau als Außenstelle nutzen zu wollen. Der Vorschlag sieht eine Kita für 20 bis 25 Kindern vor.

Der Antrag beschäftigte erstmals auch die Großderschauer Abgeordneten auf der Gemeindevertretersitzung am Montagabend. Helga Klein und Anja Bellin sagten, es gäbe einen Betreuungsbedarf und eine wieder eröffnete Kita würde der Dorfentwicklung guttun. Sie plädierten für den Antrag.

Die Mehrheit der Abgeordneten teilte den Optimismus nicht und sieht eher Probleme, die einer Wiederbelebung entgegenstehen. Sie meinen, mit der Reaktivierung würden auf die Gemeinde Kosten zukommen, deren Finanzierung Großderschau sich nicht leisten kann.

Abgeordnete zweifeln Bedarf an

Auch der Bedarf einer Einrichtung für 20 bis 25 Kindern wird angezweifelt. Zudem könnten die Betreuungsräume nicht reichen.

„Nach der Schließung wurde die Kita teilweise umgebaut in eine Wohnung, die in jedem Fall bleibe“, sagte Bürgermeisterin Yvonne Ratzmer und verwies auf ungewisse Auswirkungen auf den Gemeindehaushalt.

Den konnte Großderschau ohne Kita von 2014 bis 2017 ohne jährliche Verluste abschließen. Die Gemeinde hat zudem in den folgenden Jahren mit der Sanierung der Dosse-Brücke bei Rübehorst ein millionenschweres Vorhaben zu stemmen und könne sich zusätzliche Kosten nicht leisten.

Bürgermeisterin Yvonne Ratzmer steht dem Vorhaben skeptisch gegenüber. Quelle: Norbert Stein

Von Seiten des Amtes kann Großderschau kaum Unterstützung erwarten. Im Amt Rhinow gibt es derzeit drei Kitas, alle sind in Trägerschaft des Amtes und Jens Aasmann (SPD) zufolge könne damit der Betreuungsbedarf abgesichert werden.

Der Amtsdirektor kann sich deshalb eine zusätzliche Kita in Trägerschaft des Amts nicht vorstellen. Sollten zusätzliche Plätze nötig werden, würde Aasmann für eine Erweiterung einer der derzeitigen Einrichtungen plädieren.

Für Großderschau könnte er sich eine Tagesmutter vorstellen. Diesen Vorschlag wird die Gemeinde prüfen. Die Bürgermeisterin wird zudem die Antragstellerin einladen. Noch im November wird die Gemeindevertretung über die weitere Verfahrensweise entscheiden.

Von Norbert Stein

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