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Rhinow Dieser Satz soll das Naturschutzgebiet in Gülpe schützen
Lokales Havelland Rhinow Dieser Satz soll das Naturschutzgebiet in Gülpe schützen
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08:59 29.07.2019
Erfolgreiches Hinweisschild vor der Wiese zwischen Gülper Havel und dem Weg zur Nadelwehr Gülpe. Quelle: Norbert Stein
Gülpe

Mit einer originellen Aktion schützt die Agrargenossenschaft Gülpe ihre landwirtschaftlichen Flächen. „Wir fahren auch nicht durch Ihren Garten !“ steht auf Hinweisschildern vor einer rund zehn Hektar großen Wiese zwischen der Gülper Havel und dem Weg zum Nadelwehr Gülper Havel.

Außerdem wird darauf hingewiesen, dass es sich um eine landwirtschaftliche Nutzfläche der Agrargenossenschaft handelt, die zudem in einem Naturschutzgebiet liegt. Kraftfahrer werden gebeten den öffentlichen Weg zu benutzen.

Das ist offenbar nicht selbstverständlich. Das Umfeld des Nadelwehrs ist für Gäste und Einheimische ein beliebtes Ausflugsziel. Der Weg dorthin ist allerdings alles andere als komfortabel. Tiefe Löcher machen die Passage zur Tortur.

Autofahrer fuhren Wiese kaputt

Viele Kraftfahrer seien deshalb auf die Wiese ausgewichen, erklärt Enrico Voigt, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Gülpe eine sich in der letzten Zeit häufende Praxis. Damit verbunden war die Gefahr einer Spurenbildung auf der Wiese, die der Agrargenossenschaft Probleme und finanzielle Verluste bereiten könnte.

Wie andere Betriebe erhält auch die Agrargenossenschaft Gülpe für eingeschränktes Wirtschaften auf Naturschutzflächen und im Rahmen der Agrarförderung finanzielle Zuschüsse. Voraussetzung dafür ist eine vollständige Nutzung der Flächen im Sinne der Förderung. Zur Kontrolle jedes Jahr im Frühjahr werden auch Luftaufnahmen genutzt.

Enrico Voigt, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Gülpe (re.), erläuterte Naturschützern und Landwirten im Frühjahr die Besonderheiten bei der Bewirtschaftung von Feucht - und Moorwiesen. Quelle: Norbert Stein

Die Fahrspuren auf der Wiese wären also auf der nächsten Luftaufnahme zu erkennen, sagt Enrico Voigt. Die Folge wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Reduzierung der Förderung für die Fläche der Fahrsuren, insgesamt etwa 1500 Quadratmeter, inklusive Ärger mit den Bewilligungsstellen.

Appell mit Wirkung

Doch soweit wird es nicht kommen. Die Schilder haben ihre Wirkung nicht verfehlt. „Die Kraftfahrer fahren nicht mehr über die Wiese“, sagt Enrico Voigt.

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Der Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft erwägt nun, auch auf der Wiese auf der anderen Seite des Weges zum Gülper Wehr solche Schilder aufstellen zu lassen, damit sich Kraftfahrer hier keinen neuen Ausweichweg suchen. „Wir sollten mehr für Aufklärung tun“, meint Voigt „Wenn Schilder dabei helfen, sollten wir weitere aufstellen“.

Weitere Schilder denkbar

Vorstellen könnte er sich ein solches Schild auch vor der Brücke über die Gülper Havel. Das könnte erklären, warum im Frühjahr die Schranke vor der Brücke drei Monate aus Gründen des Naturschutzes geschlossen bleibt – unter anderem um das Brutgeschäft der Wat- und Wasservögel nicht zu stören.

Auch Hinweisschilder vor den Feucht- und Moorwiesen könnten zum besseren Verständnis von Landwirtschaft und Naturschutz beitragen. Die Agrargenossenschaft Gülpe bewirtschaftet solche Flächen zwischen Havel, Großer Grabenniederung und Gülper See – insgesamt sind es 740 Hektar.

Von Norbert Stein

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