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Rhinow Historischer Friedhof wird wieder hergerichtet
Lokales Havelland Rhinow Historischer Friedhof wird wieder hergerichtet
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18:51 11.07.2019
Der historische Friedhof in Stölln. Der hintere Teil der Anlage soll auch wieder hergerichtet werden. Quelle: Norbert Stein
Stölln

Das Eingangstor zum historischen Friedhof in Stölln klemmt, lässt sich aber mit einem kräftigen Druck öffnen. Besucher können nun wieder zumindest den vorderen Teil der Friedhofsanlage besichtigen. Der hintere Teil des historischen Friedhofs ist aber weiter für Besucher gesperrt. „Aus Sicherheitsgründen“ , erklärt Hardy Enseleit.

Schwerer Sturm

Als Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Rhinower Ländchen ist er auch für den alten Friedhof in Stölln zuständig. Er hatte auch die Sperrung veranlasst, nachdem im Herbst 2017 ein schwerer Sturm die Anlage beschädigt hatte.

Schild wurde entfernt

Besonders im hinteren Teil wütete der Sturm und riss starke Äste von den Bäumen. Der historische Friedhof wurde gesichert, musste aber dennoch geschlossenen werden und wucherte zunehmend zu. Auch das Schild „Historischer Friedhof“ wurde von der Kirchhofsmauer genommen.

Der Grabstein von Rudolf Niendorf. Er war Sanitätsrat und betreute Otto Lilienthal bei seinen Flugversuchen in Rhinow und Stölln. Quelle: Norbert Stein

Die Anlage, auf der schon lange Zeit keine Beisetzungen mehr erfolgen, liegt unmittelbar am Weg vom Lilienthal-Centrum in der Dorfmitte zur Lady Agnes auf dem Gollenberg. 2015 zur Bundesgartenschau im Havelland, bei der Stölln Mitgastgeberort war, wurde die alte Friedhofsanlage hergerichtet und für Besucher geöffnet.

Viele Besucher

Auch in der Folgezeit besichtigten viele Touristen den historischen Friedhof, der auf seine Weise zur Flieger-und Dorfgeschichte von Stölln gehört. Deshalb hat auch der Otto-Lilienthal-Verein ein besonderes Interesse an den historischen Friedhof.

Termin vor Ort

Um zu erörterten, wie es weitergehen kann, trafen sich der Vereinsvorsitzende Horst Schwenzer und Pfarrer Hardy Enseleit mit Vertretern der Gemeinde auf dem historischen Friedhof. Im Ergebnis der Beratung wurde zunächst der vordere Teil der Anlage wieder grob hergerichtet. Auch der Weg ist wieder begehbar und der historische Friedhof wurde wieder für Besucher geöffnet.

Das Eingastor zum historischen Friedhof in Stölln. Quelle: Norbert Stein

Horst Schwenzer lobt die gute Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde. Derzeit hätten noch andere Arbeiten Vorrang, sagt Hardy Enseleit. „Aber im Herbst und den Wintermonaten wird auch der hintere Teil des historischen Friedhofs wieder hergerichtet“, so der Pfarrer. Der Otto-Lilienthal-Verein wird die Kirche dabei unterstützen. Nächstes Jahr dann die komplette Anlage offen sein und auch das Schild „Historischer Friedhof“ wird wieder den Eingang zieren.

Eng verbunden

Auf dem historischen Friedhof sind zum Beispiel Rudolf Niendorf (1869- 1946), Minna Herms (1856-1940) und Anna Krumrey (1887- 1965) beigesetzt. Ihre Grabsteine stehen noch. Sie waren zu Lebzeiten auf unterschiedliche Weise mit Otto Lilienthal verbunden.

Gut bewirtet

Bei seinen Aufenthalten in Stölln bezog der Flugpionier im Gasthof „Deutsches Haus“ Quartier und wurde von der Wirtin Minna Herms beköstigt. Den Saal und die Scheune auf dem Hof der Gastwirtschaft konnte Lilienthal nutzen, um seine Flugapparate und Geräte unterzustellen. Im höheren Altar führte Minna Herms den Gasthof gemeinsam mit ihrer Schwiegertochter Anna Krumrey. Die Gaststätte wurde später unter dem Namen „Zum 1. Flieger“ weiter geführt. Derzeit ist sie geschlossen.

Der Grabstein von Minna Herms. Sie beherbergte Otto Lilienthal. Quelle: Norbert Stein

Rudolf Niendorf war Sanitätsrat mit einer Praxis in Rhinow. Er betreute als Arzt Otto Lilienthal bei seinen Flugversuchen in den Rhinower Bergen und ab 1993 auf dem Stöllner Gollenberg. Rudolf Niendorf wurde auf dem Friedhof in Rhinow beerdigt. 2014 wurde das Grab eingeebnet. Den Grabstein holte der Otto-Lilienthal-Verein mit Einverständnis der Nachfahren nach Stölln und stellte ihn auf dem historischen Friedhof zu den Grabsteinen von Minna Herms und Anna Krumrey.

Landräte und Offiziere

Ihre letzte Ruhestätte auf dem historischen Friedhof haben zudem Mitglieder der Familie von der Hagen, sowie ehemalige Landräte und Offiziere. Sie alle haben sich für die Region eingesetzt.

Von Norbert Stein

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