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Rhinow Jugendparlament lud Kandidaten zum Wahlspiel
Lokales Havelland Rhinow Jugendparlament lud Kandidaten zum Wahlspiel
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09:41 30.08.2019
Wahlspiel des Kinder- und Jugendparlaments Rathenow Quelle: Uwe Hoffmann
Rathenow

Zur Landtagswahl am kommenden Sonntag haben im Wahlkreis 4 (Gemeinde Wusterhausen/Dosse, Amt Neustadt/Dosse und Gemeinde Milower Land, Amt Rhinow, Städte Rathenow und Premnitz) sieben der elf zur Wahl stehenden Parteien einen Direktkandidaten aufgestellt. Sechs von ihnen folgten am Mittwoch der Einladung des Rathenower Kinder- und Jugendparlaments zum Wahlforum in den Blauen Saal des Kulturzentrums zu einem Wahlspiel.

AfD-Landebeschluss

„Es gibt einen AfD-Beschluss auf Landesebene, dass die Direktkandidaten der Wahlkreise nicht an Wahlforen teilnehmen“, stellte Dieter Dombrowski (CDU) zum Fehlen des AfD-Direktkandidaten Kai Berger fest. Katja Poschmann (SPD), Finanzminister Christian Görke (Die Linke), Stefan Behrens (Bündnis 90/Die Grünen), Uwe Litfin (BVB/Freie Wähler) und Christian Engelland (FDP) nutzen ebenfalls die Chance, ihre politischen Ideen den potenziellen Erstwählern näher zu bringen.

Zwei Schulen fehlten

Mit etwas über 50 Schülern konnte das Kinder- und Jugendparlament allerdings deutlich weniger Erstwähler für ihr Wahlforum interessieren, als eingeladen waren. Die Duncker-Oberschule antwortete auf die Einladung gar nicht. Die Schüler der Bürgel-Gesamtschule konnten aus organisatorischen Gründen nicht als Klassen geschlossen kommen.

Christian Görke beim Wahlspiel. Quelle: Uwe Hoffmann

So mussten sich die Direktkandidaten nur den Fragen der Moderatorin Frederike Timme und der Schüler des Jahn-Gymnasiums stellen. Neben einer kurzen Vorstellungsrunde – mit Hilfe der Darstellung im Bild auf einem Whiteboard stand – das durch das Wahlspiel, auf Basis von „Mensch ärgere Dich nicht“ im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Wählen ist wichtig

„Mit ‚Wähler ärgere dich nicht prüfen wir die politischen Ziele und Visionen der Kandidaten für unser Land“, so die Vorsitzende des Kinder- und Jugendparlamentes Frederike Timme, die im Mai in die Stadtverordnetenversammlung gewählt wurde. „Zudem wollen wir Erstwähler ab 16 Jahre motivieren, zur Wahl zu gehen.“

Was ist Demokratie?

Zusätzlich wurde in kurzen Videos der Wahlprozess und der Begriff „Demokratie“ erklärt. Für jede der Fragen hatten die Kandidaten jeweils nur eine Minute Zeit. Die wurde mittels Sanduhr kontrolliert und mit einer Glocke, oder stärkerem Nachdruck per Hupe, konsequent durchgesetzt.

Juma Missfelder bediente die Eieruhr. Quelle: Uwe Hoffmann

Die Schüler konnten sich nicht nur mit persönlichen Fragen, innerhalb des Wahlspiels, an die Kandidaten wenden, sondern auch mittels roter, gelber und grüner Karten ihre Meinung kund tun. Beim Wahlspiel, das die Kandidaten mit Würfeln für ihre Spielfigur spielten, gab es außerdem verschiedene Felder mit politischen Fragen an den oder alle Kandidaten. Die Fragen betrafen die sechs Wahlprogramme ihrer Parteien und ein Aktionsfeld, auf dem der Kandidat ein politisches Thema analog des Spiels ‚Tabu’ erläutern musste.

Bloß kein Skandal

Kurz vor dem Erreichen des „Landtags“ galt es, die Fünf-Prozent-Hürde, in Form einer gewürfelten „5“ oder „6“ zu überspringen. Dies schafften nur drei Kandidaten. Denn das „Skandalfeld“, mit fiktiven politischen Verfehlungen der Kandidaten, konnte sie wieder auf „Start“ zurückwerfen.

Schwierige Entscheidung

Unter den Schülern saß auch Martin Nguyen. „Ich weiß noch nicht, ob ich wählen gehe und habe mich auch noch nicht mit den Kandidaten und Parteien beschäftigt. Vielleicht hilft mir diese Veranstaltung dabei“, so der Zehntklässler, der im Juli das Mindestwahlalter 16 erreichte.

Von links: Christian Engelland, Uwe Litfin und Stefan Behrens. Quelle: Uwe Hoffmann

„Die Jugendlichen sollen wählen gehen. Sie sind durchaus in der Lage sich politisch zu interessieren und engagieren“, so Juma Missfelder (15), Mitglied im Kinder- und Jugendparlament. „Jeder, der seine Stimme nicht abgibt, sorgt dafür, dass die falschen Kandidaten gewinnen.“

Einige gingen früher

Während der Talk- und Spielrunden verließen einzelne Schüler bereits die Veranstaltung, so dass zur Probewahl nach rund 90 Minuten nur noch rund 30 Schüler ihren Stimmzettel ausfüllten. In der Wahl der Schüler siegte die SPD, mit einer Stimme Vorsprung, vor den Linken. Damit wurde – allerdings eben nur in diesem Spiel – die rot-rote Regierungskoalition, unter Vorbehalt des Erreichens einer nötigen Regierungsmehrheit, „bestätigt“.

Von Uwe Hoffmann

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