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Rhinow Landkreis fördert Humusprojekt
Lokales Havelland Rhinow Landkreis fördert Humusprojekt
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21:12 20.04.2018
Im Rahmen des Klimaschuutzprojektes bekommen Landwirte im Havelland vom Kreis einen Unterbodenlockerer für ein Humusprojekt.
Im Rahmen des Klimaschuutzprojektes bekommen Landwirte im Havelland vom Kreis einen Unterbodenlockerer für ein Humusprojekt. Quelle: Norbert Stein
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Hohennauen

Die märkische Sandbüchse ist besonders wetteranfällig. Besonders Extremereignisse gibt es immer öfter, also Sturm oder lange Trockenperioden – gefolgt von Starkregen. Diese Ereignisse stellen die Landwirte vor neue Herausforderungen, um die Erträge aus dem Boden noch zu sichern. Zudem müssen die Landwirte im Naturpark Westhavelland besondere Auflagen und Bedingungen berücksichtigen.

Wichtiger Teilaspekt

Die Landwirtschaft ist deshalb im Klimaschutzkonzept des Landkreises Havelland ein wichtiger Teilaspekt. So wurde im Rahmen des Klimaschutzkonzepts bereits vor vier Jahren ein Projekt zum nachhaltigen Humusaufbau initiiert. Ziel ist die Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit und die Verbesserung des Klimaschutzes in der Landwirtschaft.

Das Gerät im Einsatz. Quelle: Norbert Stein

Bei der praktischen Umsetzung arbeitet der Landkreis mit der Agrargenossenschaft Gülpe, dem Biobetrieb von Kai und Christine Dech aus Hohennauen, dem Biobetrieb Hof Havelarche in Parey und der Kreuterey Udo Schäfer aus Wolsier zusammen.

Moderne Technologie

Zur Speicherung von Kohlendioxid im Boden werden verschiedene Methoden angewendet, wie Verfahren zur Kompostierung von Grünlandschnitt, Humustee und eine verbesserte Fruchtfolge. Um diesen Prozess noch zu optimieren, übergab Christine Fliegner, Leiterin des Umweltamtes der Kreisverwaltung Havelland, am Donnerstag auf dem Hof Dech den am Projekt beteiligten Landwirtschaftsbetrieben einen Unterbodenlockerer.

Rund 15 000 Euro investierte der Landkreis in die Anschaffung des Gerätes, das eine Leihgabe ist. Bereits vor zwei Jahren hatte der Landkreis den Landwirten für ihr gemeinsames Humusprojekt eine Ackerfräse als Leihgabe übergeben.

Holger Dech (rechts) erläutert die Arbeitsweise des Unterbodenlockerers. Dietmar Näser hört zu. Quelle: Norbert Stein

„Der Landkreis unterstützt damit die Landwirte in ihrem Bemühen, die Bodenqualität zu verbessern und zugleich Klimaschutzeffekte zu erzielen“, sagte Christine Fliegner auf einer Grünlandfläche neben dem Hof, wo der Unterbodenlockerer seinen ersten Einsatz hatte.

Zuvor erläuterte Holger Dech noch technische Einzelheiten und Nutzeffekte. Dann fuhr der Traktor los. Der Tiefenlockerer bricht im Boden die verdichtete Pflugschicht auf, ohne die Oberflächenvegetation zu zerstören. Das Aufbrechen der Pflugschicht fördert die Durchwurzelung und eine verbesserte Luft- und Wasserzufuhr im Boden.

Mit Stab gemessen

Enrico Voigt, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Gülpe, stellte mit einem Stab fest, wie tief der Boden am Donnerstag auf der Vorführfläche gelockert wurde. 35 Zentimeter unter der Oberfläche zeigt die Arbeit mit dem Gerät Wirkung. „Die Methode fördert auch den effektiveren Anbau von Tiefwurzlern wie Rettich, Lupinen oder Kohlsorten“, erläutert Enrico Voigt.

„Die Tiefenlockerung bindet zusätzlich Kohlendioxid im Boden“, erläutert Dietmar Näser. Er ist Agraringenieur und begleitet das Projekt im Westhavelland. „Ziel des Projekts ist eine Erhöhung des Humusanteils im Boden“, sagt Näser.

Der Unterbodenlockerer ist eine Leihgabe des Kreises Havelland. Quelle: Norbert Stein

Holger Dech wird auf der Fläche in den nächsten Wochen Kühe weiden lassen, anschließend Zwischenfrüchte einbringen und im nächsten Jahr Gemüse pflanzen. Die Unterstützung des Landkreises Havelland ist für Dietmar Näser „vorbildlich und beispielgebend für andere Regionen“.

Von Norbert Stein

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