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Rhinow Neue Überfahrt am Schöpfwerk
Lokales Havelland Rhinow Neue Überfahrt am Schöpfwerk
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16:06 21.11.2018
Das Land investiert 40 000 Euro in den Rückbau des Sieles Bültgraben und in den Ausbau der Überfahrt am  Schöpfwerk Scheidgraben (Foto).
Das Land investiert 40 000 Euro in den Rückbau des Sieles Bültgraben und in den Ausbau der Überfahrt am  Schöpfwerk Scheidgraben (Foto). Quelle: Norbert Stein  
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Großderschau

Roland Specht bleibt bei seiner Meinung: „Es wäre besser gewesen, das Siel zu erhalten“, sagt der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Großderschau. Doch das Landwirtschaftsministerium hat mit dem Landesumweltamt und dem Wasser- und Bodenverband Dosse-Jäglitz anders entschieden. Der Rückbau des Siels Bültgraben wurde in Auftrag gegeben.

Ein Siel ist ein verschließbarer Gewässerdurchlass in einem Deich. Das Siel Bültgraben ist bereits von der Bildfläche verschwunden. Ein Bauunternehmen aus Perleberg hat das Bauwerk abgerissen und 20 Meter Deich zurückgebaut.

Klappe reguliert Wasserstand

Ein Siel zur Wasserregulierung wurde vor rund 80 Jahren im Bereich von Bültgraben und Scheidgraben bei Altgarz gebaut. Errichtet wurde das Siel im Scheidgraben. Hatte der Bültgraben einen höheren Wasserstand als der Scheidgraben, schloss sich am Siel eine Klappe. Das Wasser konnte nicht mehr in den Scheidgraben fließen.

Weil die Klappe aber schon längere Zeit nicht mehr funktionierte, beauftragte im Jahr 2016 das Land den Wasser- und Bodenverband Dosse-Jäglitz, Lösungsvorschläge zu unterbreiten. Ein Ingenieurbüro erarbeitete vier Varianten. Das Landesumweltamt prüfte die Varianten und kam zu einer Entscheidung. Die ausgewählte Variante sah den Rückbau des Siels einschließlich 20 Meter Deich vor.

Das Siel Bültgraben vor dem Abriss. Quelle: Norbert Stein  

So wurde es Landwirten und Kommunalpolitikern bei einer Beratung auf dem Deich am Scheidgraben erklärt. Ihre Forderung, das Siel noch einmal gründlich zu untersuchen und dafür auch eine Kamera einzusetzen, lehnten die Landesvertreter sowie der Wasser- und Bodenverband mit der Begründung ab, der Bauzustand sei schlecht. Wolle man das Siel erhalten, müsste es erneuert werden.

Die Kosten dafür hätten die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke übernehmen müssen. Den Rückbau allerdings bezahlte das Land mit Geld, das für den Hochwasserschutz zur Verfügung steht. Landwirte und Kommunalpolitiker nahmen das zur Kenntnis und 2017 stimmte die Gemeindevertretung Großderschau dem Antrag auf Rückbau zu – trotz erheblicher Bedenken.

Überfahrt wird angehoben

Etwa 450 Meter vor dem Siel wurde in den 1970er Jahren zur Entwässerung des Poldergebietes das Schöpfwerk Scheidgraben errichtet. Um den Hochwasserschutz weiter zu gewährleisten, forderte die Gemeindevertretung Aufbesserungsarbeiten am Schöpfwerk. Die Scheidgrabenüberfahrt am Schöpfwerk sollte zudem auf Deichhöhe angeglichen werde – das war eine weitere Bedingung der Gemeindevertreter.

Die Überfahrt wird um etwa 30 Zentimeter erhöht und mit Pflastersteinen befestigt. Weitere Aufbesserungsarbeiten am Schöpfwerk sind aber nicht vorgesehen. „Siel und Schöpfwerk stehen nicht im Zusammenhang“, erklärt Dirk Preuß vom Wasser- und Bodenverband Dosse-Jäglitz. Rund 40 000 Euro sind für den Rückbau des Siels und die Arbeiten an der Überfahrt notwendig – finanziert vom Land.

Landwirte und Kommunalpolitiker erfuhren vor zwei Jahren  bei einer Beratung  auf dem Deich am Scheidgraben vom Sielrückbau. Quelle: Norbert Stein  

Von Norbert Stein